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Kutzenhausen

28.06.2018

Vom Eisweiher zum Freibad

Seit 50 Jahren gibt es bereits das Freibad in Kutzenhausen.
Bild: Gemeinde Kutzenhausen

Vor 50 Jahren entstanden in Kutzenhausen das Bad und dazu eine Wasserwacht. Eine Dokumentation über den Bau hat alles festgehalten. Doch nun wird gefeiert

50 Jahre gibt es in Kutzenhausen ein Freibad und ebenso lange die Wasserwacht. Eine wertvolle Dokumentation über den Bau des Freibades, eingeweiht am 22. Juni 1968, und die Gründung der Wasserwacht am 10. Oktober 1968 hat alles festgehalten.

Die detaillierten Aufzeichnungen der Entwicklungen stammen vom damaligen Schulleiter Lorenz Fleiner. In der Festschrift zum 20-jährigen Bestehen 1988 beschreib Fleiner noch einmal die Beweggründe und Wege, die zum Ziel führten und die Gründung der Wasserwacht-Ortsgruppe beschreiben. Am kommenden Wochenende, 30. Juni und 1. Juli, lädt die Wasserwacht ins Freibad ein, um mit einem bunten Programm die beiden Jubiläen zu feiern. Der Eintritt ist dieses Wochenende frei.

Aus hygienischen Gründen wurde 1966 das Baden in den nahen Gewässern verboten. Für die Anhänger des Schwimmsportes gab es dann nur noch den Weiher am östlichen Ortsrand, der aber eher zum Moorbad und weniger zum Schwimmen taugte. Der ursprüngliche Eisweiher der Brauerei mit einer umliegenden Fläche war durch die Flurbereinigung 1959 in den Besitz der Gemeinde gekommen. Einige Gemeindebürger, besonders die mit der Erfahrung, dass im Krieg Schwimmen für sie eine Überlebenschance bedeutete, ließ der Gedanke, dort ein Freibad zu errichten, nicht mehr los.

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Aber wie sollte eine Gemeinde mit 520 Einwohnern, die erst für den Schulhausneubau 1963/64 ein hohes Darlehen aufnehmen musste, ein Freibad finanzieren? Bei einer Bürgerversammlung am 13. Mai 1965 im Gasthaus Rapp erklärte Bürgermeister Johann Kranzfelder, dass 20000 Mark für die Straßenbeleuchtung zur Verfügung stehen. Pius Schmid und Josef Kranzfelder machten dazu den Vorschlag, das Geld zur Schaffung einer Badegelegenheit für die Dorfjugend zu verwenden. Pfarrer Meinrad Sigg und Schulleiter Lorenz Fleiner gehörten mit zu den weiteren Befürwortern der etwa 90 anwesenden Bürger.

Also wurde die Ortsbeleuchtung auf unbestimmte Zeit verschoben, und außerdem sollten die Bürger selbst Träger des Bauvorhabens werden. Es bildete sich eine „Interessengemeinschaft zur Förderung des Volkssports“ mit Unterstützung durch die Gemeinde. Die Vorstandschaft des eingetragenen Vereins am Amtsgericht Augsburg wurden Pius Schmid als Vorsitzender, Vertreter der Gemeinde und Zweiter Vorsitzender wurde Bürgermeister Johann Kranzfelder. Ferner gehörten ihm Xaver Seitz, Lorenz Fleiner, Bernhard Mayer, Karl Leutenmayer, Anton Schneider und Karl Geh an, die dann auch gleich mit der Umsetzung loslegten.

Eine spontan aufgerufene Spendenaktion erbrachte 28000 Mark. Der Kostenplan lag bei 205000 Mark. Ein Zuschuss von 43900 Mark kam vom Kreistag. Landesmittel vom Kultusministerium und Sportförderung gab es keine. Trotz aller Hindernisse erreichte die Interessengemeinschaft nach dreijähriger Bauzeit mit 14000 freiwilligen Arbeitsstunden und Gesamtkosten von 235000 Mark ihr Ziel – ein modernes Freibad, das allen hygienischen, technischen und sportlichen Regeln entsprach.

Schon gegen Ende der Bauzeit des Freibades regte die Wasserwacht-Abteilung Augsburg-Land die Gründung einer Ortsgruppe an, um die Sicherheit der Badegäste zu gewährleisten. Es fanden sich rasch begeisterungsfähige junge Burschen, die sich zu Rettungsschwimmern ausbilden ließen. Bald bildete sich eine ansehnliche Gruppe, die sich der Ausbildung unterzog und die Ortsgruppe ganz offiziell aus der Taufe gehoben werden konnte. Dem Vorsitz gehörten Lehrer Lorenz Fleiner als Vorsitzender, Pius Schmid als Stellvertreter und Leo Steiner als technischer Leiter an. Kassier wurde Karl Schedler und Schriftführer Siegfried Kranzfelder. Für die jungen Rettungsschwimmer war es der Beginn einer Gemeinschaft geprägt von Training, Wettkämpfen, Freizeitaktivitäten und Aktionen in Kameradschaft, die über 50 Jahre ihre Überzeugung an Nachfolger weitergab. Mit ständigen Weiter- und Zusatzbildungen stellen sich die Aktiven heutigen Anforderungen und bereiteten mit großem Einsatz die beiden Jubiläen vor.

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