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Neusäß

23.11.2015

Vom Handy sind alle wie besessen - bis zum Kollaps

Viel Applaus für den „Handy-Blues“, das Musical von Peter Dempf in Neusäß: Vorne Julian Dempf (als Finn) und Lena Bizer (als Frau Gürtler).
Bild: Andreas Lode

Tosender Applaus für das Musical der Justus-von-Liebig-Gymnasiasten in Neusäß. Warum sich viele Zuschauer in den Figuren wiedererkennen konnten.

Von Sina Götz

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Es ist das Statussymbol der Jugendlichen: Das Handy. Es wird gechattet, gepostet und gezockt. Das Smartphone ist ein ständiger Begleiter der Jugendlichen geworden. Häufig bestimmt es die Sprache, die Umgangsformen und sogar das Sozialverhalten. Um dieses aktuelle Thema geht es im Jugend-Musical „Handy-Blues“ . Das Gemeinschaftsprojekt von Schülern des Gymnasiums in Neusäß, die zusammen mit ihrem Lehrer und dem Buchautor Peter Dempf das Musical einstudiert haben, hat am Freitagabend in der Neusässer Stadthalle Premiere gefeiert.

Die Stadthalle ist gut besucht. Für zwei Stunden vergisst man den Alltag und den Drang „immer up to date sein zu müssen“. Mit den zeitgemäßen kessen Texten und den von Michael Werner geschriebenen Liedern mit Ohrwurm-Potenzial trifft der Regisseur Peter Dempf den Geist der Zeit.

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Die Zuschauer können sich wiedererkennen in den Hauptfiguren Finn, Nele, Lea, Robin, Luca und Frau Gürtler, die aufgrund ihrer Handys mal wieder Probleme haben: Wie bei Lea, die sauer ist, weil ihr Freund Finn vor lauter Gedaddel nicht zuhört. Oder wie bei den beiden besten Freunden Finn und Luca, die dank Handy ständig aneinander vorbeireden. Besonders als die Jugendlichen darüber singen, dass sie nicht mal die Namen der Menschen kennen würden, mit welchen sie seit Jahren in der Straßenbahn fahren, da sie immer nur aufs Handy schauen, hört man die Zuschauer vermehrt tuscheln: „So ist es halt wirklich“.

Auch die beiden 14-jährigen Freundinnen Marlene Pietsch und Isabella Bucher, die in der Pause ihre Nachrichten checken, geben zu: „Man entdeckt sich immer wieder selbst.“ Begeistert seien sie auch von den Stimmen: „Sie singen toll, man merkt gar nicht, dass sie aufgeregt sind“, finden die beiden Schülerinnen. Das wissen auch die vielen Zuschauer zu schätzen. Nach jedem Lied werden die Sänger von viel Applaus bedacht und vereinzelt hört man sogar ein freudiges Gejohle. Spätestens nach der Rap-Einlage von Moritz Gawert, der den bösen Handydealer Robin spielt, sind alle begeistert.

Das sieht auch eine Gruppe von sechs Jungs so, die zusammen mit ihren Eltern das Musical besuchen. „Die Lieder sind richtig gut und die Sänger cool“, sagt der 11-jährige Florian.

Zusammen mit Michael Werner, Hermann-Josef Münzer und seiner Frau Ingrid ist es Peter Dempf gelungen, ein Musical zu schreiben, das Jung und Alt gefällt. Mit hervorragenden, hochmotivierten Darsteller, dem aufregenden Bühnenbild, das von einem Klassenzimmer in ein Schrottplatz mit echten Autoteilen umgebaut wird, interessanten Lichtwechseln und einer super Band, gelingt es den Zuschauern zu fesseln.

Und auch durch das richtige Einsetzen des Kutzenhausener Chors, und den fetzigen Hip-Hop-Tänzerinnen des Justus-von-Liebig-Gymnasiums zaubern die Schüler einen stimmigen Auftritt auf die Bühne.

Am Ende bekommen alle Beteiligten das, was sie verdient haben: einen tosenden Applaus. Und trotz zwei Zugaben und obwohl das Licht schon angemacht wurde, klatschten die Zuschauer immer weiter.

Weitere Vorstellung am Freitag, 27. November, um 18 Uhr in der Stadthalle in Neusäß statt.

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