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Altenmünster

13.06.2017

Von Dublin nach Istanbul – zu Fuß

Ben Klaasen wandert zu Fuß von Dublin nach Istanbul. Auf seinem Weg machte er auch Station in Altenmünster. Auf dem Wohnmobilstellplatz von Sabine Welscher (mit auf dem Foto) schlug er sein Lager auf.
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Ben Klaasen wandert zu Fuß von Dublin nach Istanbul. Auf seinem Weg machte er auch Station in Altenmünster. Auf dem Wohnmobilstellplatz von Sabine Welscher (mit auf dem Foto) schlug er sein Lager auf.
Bild: Sabine Welscher

Der Ire Ben Klaasen wandert quer durch Europa. Jetzt hat er Station in Altenmünster gemacht. Was ihn antreibt.

Von Dublin nach Istanbul sind es Luftlinie etwa 3000 Kilometer. Ein Flugzeug braucht dafür etwa vier Stunden. Es gibt aber auch jemanden, der geht diese Strecke zu Fuß: Ben Klaasen. Auf seinem Weg von Irland in die Türkei hat er nun in Altenmünster Station gemacht: im Wohnmobilpark von Sabine Welscher. Aber natürlich ohne Reisemobil.

„Ich bin’s ja gewohnt, dass sehr unterschiedliche Gäste hier ankommen, bleiben und gerne wiederkommen“, erzählt Sabine Welscher. Aber nun kam ein ganz besonderer Gast: Ben Klaasen aus Irland. Er kam zu Fuß, ohne Wohnmobil, nicht einmal mit einem richtigen Zelt, nur mit dem, was er tragen kann.

Eigentlich ist der Stellplatz am Ortsrand von Altenmünster nur für Wohnmobile gedacht, aber für den Iren hat Sabine Welscher eine Ausnahme gemacht: „Natürlich habe ich den nicht weggeschickt“, erzählt sie. Klaasen blieb eine Nacht. Neben den schicken Reisemobilen schlug er sein Nachtlager auf: eine Plane als Dach, Matte und Schlafsack darunter. Mehr nicht. Warum er so karg übernachtet? „Weil ich ein Geizhals bin“, schreibt er auf seiner Internetseite. Auf ein Zelt hat er verzichtet, weil er so wenig wie möglich mittragen will. In seinem Gepäck sind nur Essen und Trinken, ein paar Klamotten und Badeutensilien, Gaskocher, Topf, Besteck, Nachtlager, Handy, E-Reader, Kamera, Kompass, Karten und GPS-Gerät. Das muss reichen für seinen Weg quer durch Europa, vom Nordwesten in den Südosten. Warum er das tut? Es gibt viele Gründe, aber keine rationale Antwort, schreibt er. Vor allem: „Ich will Reisen in der einfachsten Art und Weise erleben, die möglich ist: Zu Fuß und genau da übernachten, wo ich an diesem Tag halt mache.“

Los ging es im März. Klaasen wanderte von Dublin nach Rosslare an der südöstlichen Spitze von Irland. Dort nahm er eine Fähre nach Cherbourg in der Normandie. Frankreich und Süddeutschland hat er nun schon fast durchquert. Mittlerweile ist er in Augsburg angekommen. Sein Weg führt ihn jetzt weiter nach München. Über Österreich und den Balkan geht es schließlich in die Türkei. Klaasen rechnet damit, dass er noch etwa vier Monate braucht, bis er an seinem Ziel angelangt ist.

Bei der Tour steht nicht das Tempo im Vordergrund

Klaasen betont, dass er die Tour nicht schnellstmöglich schaffen will. Dann wäre der Weg von Frankreich nach Istanbul vielleicht in sechs Monaten möglich. „Ich will mich nicht umbringen“, sagt er. Bisher habe er maximal 38 Kilometer am Tag zurückgelegt. Er hofft, dass sein Geld für neun Monate „on the road“ reicht. Nach seinem Trip muss er sich schließlich wieder einen Job suchen – den bisherigen Software-Tester hat er für die Reise gekündigt.

Ben Klaasen berichtet hier auf Twitter von seiner Wanderung.

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