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Stadtbergen

04.09.2018

Von Stadtbergen zurück zu den Wurzeln nach Afrika

Noëmi Kébé war bislang noch nicht selbst in Afrika. <b>Foto: Julia Heindel</b>
Bild: Julia Heindel

 Noëmi Kébé geht für ein Freiwilliges Soziales Jahr in den Senegal. Dafür bereitet sie sich umfangreich vor.

 Noëmi Kébé ist Halbafrikanerin. Obwohl sie selbst noch nie in Afrika war, fühlt es sich für sie an wie ihre zweite Heimat. Sie hat ihr Abitur seit diesem Jahr hinter sich und gönnt sich eine Auszeit für zehn Monate. Allerdings will sie in dieser Zeit nicht wie die meisten Abiturienten mit einem Rucksack nach Australien oder Asien reisen, sondern in die Heimat ihres Vaters, nach Afrika, und dort ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolvieren.

Ende September geht es für sie in den Senegal. Schon länger weiß sie, dass sie sich die Heimat ihres Vaters anschauen möchte und zusätzlich dort auch etwas Gutes zu tun, scheint für sie der perfekte Plan zu sein. „Dass ich etwas Soziales machen will, steht schon länger für mich fest“, erklärt sie. Vor allem aber seit sie im Rahmen des Projektseminars an ihrer Schule in einer Hausaufgabenbetreuung mitarbeiten und Flüchtlingskindern helfen durfte, ist sie sich sicher.

Mit ihrem breiten Lächeln und ihrer aufgeschlossenen Art will sie die Herzen der Kinder in Afrika für sich gewinnen. Die 18-Jährige erläutert voller Begeisterung, was genau sie zehn Monate im Senegal machen wird. Sie darf an einem Kindergarten, genauer gesagt, am ersten Waldorf-Kindergarten im Senegal, helfen, die Kinder für Kunst und Musik zu begeistern. Denn vor allem der künstlerische Aspekt ist für den Künstler und Gründer des Kindergartens, Abdoulaye Seck, von großer Wichtigkeit.

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Ein wichtiger Faktor bei der Wahl, wohin sie möchte, war nicht nur die Herkunft ihres Vaters, sondern auch, dass es sich bei dem afrikanischen Land, das sie besuchen möchte, um ein französischsprachiges Land handelt. Auch für die Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners, der Verein über welchen das FSJ läuft, ist es wichtig, dass die Freiwilligen englisch und französisch sprechen.

Zusätzlich ist zwingend erforderlich gewesen, dass sich die Freiwilligen gemeinsam auf ein zehntägiges Seminar begeben. „Wir wurden dort vorbereitet und haben ganz besonders viel über die Waldorf-Pädagogik gelernt“, erzählt Noëmi. Wenn alle Freiwilligen zurück in Deutschland sind, wird erneut ein Seminar stattfinden, damit die vielen gesammelten Erfahrungen ausgetauscht werden können.

Das junge Mädchen mit den afrikanischen Wurzeln zeigt schon immer großes Interesse an der Heimat ihres Vaters und tanzt in einer privaten afrikanischen Tanzgruppe. Außerdem hilft sie bei dem Verein AKUA für afrikanische Kultur mit.

Auf die Frage, wie es ihr damit geht, so lange von zu Hause weg zu sein, reagiert sie ganz locker, denn schließlich freut sie sich schon sehr lange auf das Jahr. „Wenn ich allerdings an Weihnachten denke und daran, meine Familie so lange nicht zu sehen, wird mein Herz schwer“, gesteht sie.

Damit Noëmi Kébé endlich ihre zweite Heimat besuchen kann, hat sie schon fleißig beim Ferienprogramm gearbeitet, um der Organisation weltwärts, die freiwillige soziale Jahre dieser Art organisiert, finanziell zu helfen. Natürlich würde sie sich trotzdem über ein paar Spenden freuen.

Kontakt: abdoulaye.kebe@t-online.de

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