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Neujahrskonzert

22.01.2013

Von der Donaumonarchie ins Morgenland

Stefan Sevenich und Isabell Münsch sangen beim Konzert des Symphonieorchesters Stadtbergen unter anderem Duette aus der Operette „Die Fledermaus“.
Bild: Hack

Symphonieorchester Stadtbergen füllt mit neuen Werken die Neusässer Stadthalle

Neusäß/Stadtbergen Es ist so beliebt, dass es in die Nachbarstadt ausweichen muss: Bereits zum fünften Mal präsentierte das Symphonieorchester Stadtbergen sein Konzert zum neuen Jahr – aufgrund des ständig steigenden Erfolgs erstmals in der Neusässer Stadthalle.

Ein kleiner Traum der musikalischen Art war dieser Abend aber wieder: Mit ihrem Programm „Nicht nur Musik aus Wien“ entführten die 45 Mitwirkenden ins Herz der Donaumetropole, ins alte Amerika und sogar auf einen farbenfrohen Basar im magischen Morgenland. Und mit der Moderatorin hatten sich die Vollblutmusiker eine Powerfrau mit ins Boot geholt: Stadträtin und Begründerin des Kabaretts Augsburger Küchenschaben, Rose-Marie Kranzfelder-Poth, führte mit ihrer schmissigen Art durch den Abend voller musikalischer und humoristischer Überraschungen.

Unter Leitung des Dirigenten Tristan Uth begann die Klassikreise zunächst mit südeuropäischem Temperament: Der „Spanische Marsch“ von Johann Strauß eröffnete das Konzerterlebnis mit ungewohnter Wucht, doch ging das Stück bald in die schwungvolle Eleganz der Wiener Nonchalance über: Verträumte Walzerpassagen lieferten sich ein harmonisches Duell mit verspielten Violinentremolos, anmutige Posaunen setzten an den richtigen Stellen die passenden Trennelemente.

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Wenn Bläser pizzicato spielen

Mit der österreichischen Komponistenfamilie war auch das weitere Konzert eng verbunden: Von Josef Strauß stammt die originelle „Pizzicato-Polka“, die bereits im Vorfeld für einen Lacher sorgte. Als die Bläser frohen Mutes zu spielen begannen, stoppte Uth den Einsatz und meinte schelmisch: „Bitte die Originalversion!“ Was folgte, war eine musikalische Meisterleistung, die ausschließlich aus gezupften Streichersaiten ihren Zauber entfaltete und anschließend lautstarke Beifallsrufe erntete.

Bei ausgewählten Stücken aus der „Fledermaus“ bekamen die Instrumentalkünstler auch noch die passende vokale Verstärkung: Sopranistin Isabell Münsch und Bariton Stefan Sevenich brillierten mit ihren markanten Stimmen als Solisten oder lieferten sich in ihren Duetten ergreifende Zwiegespräche. Moderatorin Kranzfelder-Poth ließ es sich nicht nehmen, den Gästen den Inhalt der Operette kurz, aber humorvoll nahe zu bringen („Er weiß nicht was SIE macht, und sie weiß nicht, was ER macht!“).

Nach der Pause ging der klassische Streifzug weiter in das ferne Morgenland: Der Komponist Albert William Ketèlbey lieferte die Vorlage für das orientalisch angehauchte „Auf einem persischen Markt“. Als würde sich ein bunter Basar allmählich mit den unterschiedlichen Handelswaren füllen, entfalteten die Instrumente eine Vielfalt an Klangmustern und Variationen. Langsam setzten die Cellisten ein, später stießen gezupfte Geigensaiten dazu.

Als krönenden Abschluss vereinten Orchester wie Sänger noch einmal die ganze Kraft ihrer Künste: „Porgy and Bess“ von George Gershwin beendete das wieder einmal rundum gelungene Konzert der Stadtberger Symphoniker. Und deren Motto „Klassik in guter Gesellschaft“ hat sich auch in Neusäß in schönster Weise bestätigt.

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