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Denkmaltag

07.09.2019

Von der Mühle zum Museum

In Thierhaupten ist an diesem Sonntag besonders viel geboten. Das liegt an den Benediktinern

Traditionell ist der Tag des offenen Denkmals für das Klostermühlenmuseum in Thierhaupten eine Gelegenheit, sich vielen Besuchern als schmuckes Bauwerk zu zeigen. Rund 500 Jahre alt ist das markante dreistöckige Gebäude der „Unteren Mühle“, dessen Geschichte eng mit dem Kloster verknüpft ist.

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Einst war das ehrwürdige Benediktinerkloster, das am kommenden Sonntag ebenfalls seine Pforten öffnet (siehe grauer Kasten) jahrhundertelang das beherrschende Zentrum des Ortes Thierhaupten. Zur Selbstversorgung errichteten die Benediktiner im Laufe der Zeit vier Mühlen: eine Sägemühle, eine Ölmühle, eine Papiermühle und eben eine Getreidemühle. Nach der Säkularisation wechselte diese mehrfach den Besitzer. 1914 erwarb sie Josef Reiter; 1933 übernahm dessen Sohn Franz Xaver die „Reitermühle“ bis zur Stilllegung 1959.

Danach verfiel das denkmalgeschützte Gebäude zusehends und schien dem Untergang geweiht. Ihr jetziges Aussehen und ihre lebendige Funktion verdankt die ehemalige Klostermühle dem großen Engagement des Thierhauptener Ehepaares Barbara und Karl Seidenschwann. Ihr Plan, aus der sogenannten Reitermühle ein Museum zu machen, in dem Technik- und Kulturgeschichte der einstigen Klostermühlen wieder lebendig wird, gefiel Rosa Reiter, der Witwe des letzten Müllers. So fanden Ende 1994 die denkmalgeschützten Baulichkeiten und die noch vorhandenen Maschinen neue Besitzer.

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Vom Mai 1995 bis Mai 1997 wurden Gebäude, Mühlentechnik und Außenanlagen samt Wasserrad wiederhergestellt. Am Pfingstmontag, 17. Mai 1997 fand die Eröffnung des Klostermühlenmuseums statt.

Es folgten zehn Jahre privater Museumsbetrieb mit großem Erfolg, vielen Besuchern und einer Reihe von Museumspreisen. 2004 übergab Barbara Seidenschwann das überregional bekannt gewordene Mühlenmuseum dem Landkreis Augsburg, der seither dafür verantwortlich ist, das technische Denkmal zu bewahren und ein lebendiges Mühlenmuseum zu erhalten. Ein Vermittlungsangebot für alle Altersstufen und abwechslungsreiches Begleitprogramm locken jährlich mehrere Tausend Besucher an. (AL/Foto: Claus Braun)

Führung um 14 Uhr. Vortrag um 15 Uhr: „Mühlen querbeet. Von Schleifmühlen, Knochenmühlen und Seidenzwirnmühlen. Ein historisch-architektonischer Abriss einer jahrtausendealten Mühlengeschichte“ von Christina Eiden, B.A., Augsburg. Papierschöpfen für Besucher möglich nach dem Vortrag, kleine Papierwerkstatt Origami für Kinder von 14 bis 17 Uhr Eintritt, Führung, Vortrag und Kinderaktion sind frei, Spenden möglich.

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