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Landkreis Ausburg

08.07.2010

Vorfreude auf den neuen Oberhirten

Seit gestern ist es offiziell: Konrad Zdarsa wird Nachfolger von Walter Mixa als Bischof von Augsburg. Die Pfarrer im Landkreis Augsburg freuen sich schon jetzt auf den neuen Mann - auch wenn ihn kaum jemand kennt. Von Adrian Bauer und Maximilian Czysz

Seit gestern ist es offiziell:

Konrad Zdarsa

, zuletzt Bischof von

Görlitz

, wird Nachfolger von

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Walter Mixa

als Bischof von

Augsburg

. Die Pfarrer im

Landkreis

freuen sich auf den neuen Mann an der Spitze des Bistums, auch wenn ihn kaum jemand kennt. Dankbar sind alle für die schnelle Ernennung des neuen Oberhirten.

Der Neusässer Stadtpfarrer Wolfgang Kretschmer nennt die kurzfristige Entscheidung aus Rom "ein kleines Wunder". Das sei dringend notwendig gewesen. Wer der baldige Hausherr im Bischofspalais ist, weiß Kretschmer nicht. "Ich kenne ihn nicht und hatte auch noch keine Zeit, ihn zu googeln." Dass Zdarsa der richtige Mann für den Posten ist, glaubt Kretschmer dennoch: "Er hat in der Diaspora missionarische Erfahrung gesammelt. Das können wir auch in Bayern gebrauchen." Zudem sei es gut, dass ein Nachfolger von außerhalb des Bistums gefunden wurde: "Er kann allen Menschen unvoreingenommen gegenübertreten."

Erfahrungen in der Diaspora sollen neue Impulse bringen

Ralf Gössl, Stadtpfarrer in Gersthofen, sieht den neuen Mann an der Spitze des Bistums ähnlich positiv. Durch seine Arbeit in der ostdeutschen Diaspora könne Zdarsa in Augsburg neue Impulse geben. "In Ostdeutschland müssen die Christen lernen, als kleine Gruppe unter Menschen mit anderen Bekenntnissen und Überzeugungen zu leben", sagte Gössl. Diese Erfahrungen könnten sich als wertvoll erweisen.

Dieser Meinung schließt sich auch der Wallfahrtsdirektor von Maria Vesperbild, Wilhelm Imkamp, an. Für ihn ist Zdarsa "der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort". Er hat ihn während seines Promotionsstudiums in Rom kennengelernt. Imkamp beschreibt ihn als geradlinigen, pastoral orientierten Kirchenrechtler, der entschieden und konsequent handelt.

Im Studium in Rom hätte er sich jederzeit in den Westen absetzen können, erinnert sich Imkamp. Aber Zdarsa wollte nicht. "Das lag außerhalb seines Horizonts. Er ist mit großer, nüchterner Begeisterung in die DDR zurückgekehrt." Er sei ganz auf der Seite der an den Rand gedrückten Kirche gewesen.

Lob für bodenständiges Leben des neuen Oberhirten

Für Hans Fischer, Pfarrer von Diedorf, zählt vor allem, dass der neue Oberhirte die Lebenswelt der Gläubigen kennengelernt hat: "Er scheint sehr offen auf die Menschen zuzugehen. Außerdem kommt er aus einer großen Familie und hat vor dem Studium eine Lehre absolviert." Diese Bodenständigkeit sei einer der Gründe für eine "gewisse Zufriedenheit" über die Ernennung. Dennoch müsse man dem Oberhirten Zeit geben, "um anzukommen und sich einzuarbeiten", meint Fischer.

Dekan Karl Freihalter, Pfarrer von Hainhofen, glaubt, dass Zdarsa trotz aller Querelen ein gutes Bistum übernimmt. "Er muss nicht vom Nullpunkt beginnen, der Bestand des Bistums hängt nicht vom Bischof ab", sagt er. In den Gemeinden gebe es viele engagierte Mitarbeiter. Freihalter hofft, dass diese Mitarbeit auch wahrgenommen wird. "Grundsätzlich sehe ich durch sein Bekenntnis zum Glauben, seine Erfahrungen als Theologe und als Seelsorger eine gute Basis für die Zusammenarbeit." Von Adrian Bauer und Maximilian Czysz

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