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Gersthofen

18.11.2017

Wackelt auch der neue Termin für den Umzug der Mittelschule?

Die neue Sporthalle der Mittelschule in Gersthofen.
Bild: Marcus Merk

Scheitert der Start in Gersthofen Anfang Januar, geht wohl vor Ostern nichts mehr. Was Planer und Schulleitung sagen.

Die Eröffnung der neuen Mittelschule musste bereits verschoben werden – nach derzeitigem offiziellen Stand soll der Betrieb im Neubau nach den Weihnachtsferien starten. Doch ob das klappt, ist noch nicht sicher.

Wie berichtet, waren große Teile des Estrichs aufgrund unfachgemäßer Materialwahl lange nicht getrocknet, was die Verzögerung der restlichen Gewerke und damit den jetzt ins Auge gefassten Eröffnungstermin verursachte. „Die Zeitampel ist dunkelrot, aber der Termin könnte noch zu schaffen sein“, erklärte Tibor Sroka von der Bauverwaltung im Bauausschuss auf Anfrage von Sandra Meitinger (CSU). Er brachte aber auch eine gute Nachricht: „Der Estrich musste nicht vollständig entfernt und ersetzt werden.“

Nun soll am Montag, 20. November, ein „Motivationsgespräch“ mit den Firmen, die bis zur Fertigstellung der Mittelschule noch beteiligt sind, stattfinden. Bürgermeister Michael Wörle will sie darauf einschwören, dem Gersthofer Bauprojekt höchste Priorität einzuräumen.

Mit gemischten Gefühle sieht Schulleiterin Sigrid Puschner das Ganze: „Wenn ich auf der Baustelle bin, heißt es immer, alles sei im grünen Bereich“, erklärte sie auf Anfrage. „Wenn der Unterricht im Neubau am 8. Januar starten soll, dann muss, was den Umzug betrifft, schon vor den Weihnachtsferien etwas geschehen“, so Sigrid Puschner.

Klappe das nicht sieht die Schulleiterin keine Umzugsmöglichkeit vor den Osterferien. „Wenn man das in den Faschingsferien bewältigen will – Respekt. Und bei einem Start nach den Osterferien werde es schwierig für die Abschlussklassen 9 und 10. „Denn für ihre praktischen Prüfungen brauchen wir die Fachräume. Und in die neuen Räume müssen sich die Schüler bis dahin eingewöhnt haben.“

Mit dem Altbau könne sie im Notfall schon noch leben. „Wir haben ein Dach über dem Kopf und können unterrichten.“ Allerdings gebe die Heizung irgendwann ihren Geist auf. „Und mein Archiv und mein ganzen Büro, außer dem Nötigsten, sind bereits seit den Sommerferien in Umzugskartons verpackt.“

Was Sigrid Puschner allerdings richtig ärgere sei dies: „Weil wir ohnehin schon sechs Klassen mehr als geplant unterbringen müssen, habe ich keinen Musiksaal. Den Saal des Gebäudes für die Musikvereine darf ich aber nicht nutzen, obwohl das ebenfalls der Stadt gehört.“ Die Stadt solle sich einmal darüber klar werden, für wen sie da sei – „für die Schule oder für die Vereine“.

Damit spielt sie auf eine weitere „Baustelle“ an, über die zuletzt am Mittwochabend ausgiebig diskutiert wurde: die Tribüne der Dreifachturnhalle. Die Vereine und Mitglieder bemängeln, dass die Sicht auf der Tribüne eingeschränkt sei. Zudem sei das Gitter des Geländers für Zuschauer, die längere Zeit hindurchsehen müssen, sehr anstrengend, so die Kritik. Deswegen standen zwei Vorschläge der Verwaltung zur Debatte: Der Austausch des Edelstahlnetzes des Geländers durch eine Glasscheibe, Kostenpunkt knapp 42500 Euro oder der Einbau einer komplett neuen Brüstung mit Komplettverglasung für 64400 Euro.

Wie Planer Thomas Weitzel betonte, kommen die Sichtprobleme durch den Umstand, dass nicht, wie ursprünglich vorgesehen, eine ausfahrbare Tribüne eingebaut wurde. „Nach Absprache mit dem Vertreter des TSV entschied man sich für eine feste Variante.“ Der Verein hatte beklagt, dass bei der ausfahrbaren Variante die Zuschauer über die Halle auf die Tribüne gelangen würden und den Hallenboden verschmutzen. „Die jetzige Tribüne ist höher – daher erklären sich die Sichtprobleme.“

Albert Heckl (W.I.R.) sprach sich vehement für die Glasvariante aus. Sein Fraktionskollege Jürgen Schantin hingegen sah darin „“ein typisches Luxusproblem der Stadt Gersthofen“. Peter Schönfelder (SPD/Grüne) pflichtete ihm bei: „Wir reden jetzt nicht mehr über Mercedesklasse, sondern über Maybach.“ Die Glasbrüstung wurde vom Ausschuss mehrheitlich abgelehnt.

Sigrid Puschner gibt sich versöhnlich: „Das ist eine Schulturnhalle. Da sind selten Schüler auf der Tribüne.“ Aber vor allem eins: „Wenn sie fertig ist, ist sie keine 0815-Schule, sondern ein Traum. Das muss man auch mal würdigen.“

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