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Altenmünster

20.04.2018

Waldbrand: Die Polizei sucht jetzt nach einem Mann

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Auf einer Fläche von circa einem Quadratkilometer hat sich das Feuer im Wald zwischen Zusamzell und Reutern ausgebreitet.
Bild: Josef Thiergärtner

Ein Unbekannter wurde in der Nähe beobachtet. Das Feuer zwischen Zusamzell und Reutern könnte aber auch eine ganz andere Ursache haben.

Dass eine Glasscherbe den Flächenbrand am Mittwochabend im Wald auf Zusamzeller Flur ausgelöst hat, scheint im Augenblick eher unwahrscheinlich. Die Polizei ermittelt jetzt wegen fahrlässiger Brandstiftung. Unter anderem geht es um einen Mann, der sich in dem Waldstück aufgehalten haben soll.

Ein Forstmitarbeiter hatte beobachtet, wie der Unbekannte mit seinem Wagen in der Nähe der späteren Brandstelle stand. Er soll mit einem roten Hemd und einer blauen Hose bekleidet gewesen sein. Die Farbe des Autos und das Kennzeichen sind nicht bekannt. Laut Polizei könnte es im Bereich des Flächenbrands auch Räumfeuer gegeben haben – waren sie unbemerkt noch einmal aufgelodert und hatten das Feuer südwestlich der Mülldeponie Hegnenbach entfacht? Der Flächenbrand hatte am Mittwochabend einen Großeinsatz der Feuerwehren ausgelöst.

Wasser aus einem Güllefass

Rund 150 Freiwillige aus Altenmünster, Hegnenbach, Zusamzell, Villenbach, Reutern, Welden, Sontheim, Bonstetten, Zusmarshausen, Zusamaltheim und Adelsried verhinderten, dass sich das Feuer ausdehnt. Als sie ankamen, brannte eine über 10000 Quadratmeter große Fläche aus Gras, Buschwerk und Fichten. Zunächst wurde mit dem Wasser aus den Feuerwehrfahrzeugen gelöscht. Als es zur Neige ging, brachte Landwirt Richard Schuster aus Zusamzell weiteres Wasser in einem Güllefass: Es wurde in ein aufgefaltetes Becken gelassen und dann zu den Flammen gepumpt. Gleichzeitig bauten die Freiwilligen eine etwa zwei Kilometer lange Schlauchleitung zur Zusam auf. Nach mehr als drei Stunden bedankte sich Kommandant Bernd Schiffelholz, der mit Kreisbrandmeister Martin Metzger den Einsatz leitete, bei den rund 150 Feuerwehrleuten für ihre Hilfe. Der Sachschaden beläuft sich laut Polizei auf rund 1000 Euro.

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Weitere Waldbrände scheinen in den nächsten Tagen nicht ausgeschlossen. Im Frühjahr sei die Gefahr am höchsten, warnt der Forstbetriebsleiter Zusmarshausen der Bayerischen Staatsforsten, Hubert Droste. Überall gebe es im Wald im Augenblick abgestorbene Pflanzenreste, die „wie Zunder brennen“. Grundsätzlich dürfe nach dem Bayerischen Waldgesetz vom 1. März bis 31. Oktober nicht im Wald geraucht werden.

Der Waldbrand-Gefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes erreicht am Samstag die vorletzte Stufe, was für eine „hohe Gefahr“ steht. Für die Gefährdungsstufen werden meteorologische Werte wie Lufttemperatur, relative Luftfeuchte, Windgeschwindigkeit und Niederschlagssumme verrechnet.

Noch keine Luftbeobachtung angeordnet

Eine Luftbeobachtung mit Flugzeugen wurde gestern von der Regierung von Schwaben nicht angeordnet. Speziell ausgebildete Luftbeobachter und Piloten der Luftrettungsstaffel Bayern und der Regierung von Schwaben halten über den Wäldern nach Brandherden Ausschau. So konnten in den vergangenen Jahren in Schwaben immer wieder Waldbrände frühzeitig entdeckt und dann schnell gelöscht werden. Dabei wurden auch Brandstellen, die bereits gelöscht waren, weiter überwacht: So ließ verhindern, dass sich Glutnester neu entzünden.

Zeugen, die Beobachtungen vor dem Waldbrand bei Zusamzell gemacht haben, sollen sich mit der Polizeiinspektion Zusmarshausen unter der Telefonnummer 08291/18900 in Verbindung setzen.

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