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Nordendorf

26.04.2015

Walden hofft auf gemeinsame Lösung

Pfarrer Franz Walden steht im Altarbereich der Nordendorfer Christkönigskirche, der bei einem Umbau verlagert werden würde.
Bild: Foto: Marcus Merk

Im Streit um den geplanten Umbau der Nordendorfer Kirche meldet sich der Pfarrer zu Wort und eine wichtige Wahl steht an

„Es ist nicht sinnvoll und für niemand hilfreich, dass sich die Nordendorfer in Grabenkämpfen bekriegen“, sagt Pfarrer Franz Walden. Der Geistliche meint damit die Streitigkeiten, die in dem Ort wegen eines geplanten Umbaus der Kirche entstanden sind.

Diese Pläne sehen vor, dass ein Teil der Kirche abgetrennt und zu einem Pfarrheim umgebaut wird. Das heißt, in einem Teil des Gotteshauses hätte ein Pfarrheim eingebaut werden können. Wie berichtet, hatte diese Idee für viel Ärger gesorgt. Die Umbaugegner wollen nicht, dass die Christkönigkirche, die 1961 eingeweiht wurde, verkleinert wird.

„Der Gottesdienstraum wird nicht kleiner“, hält Pfarrer Walden dagegen. Dadurch, dass der Altarbereich nach vorne rücken würde, müssten ein paar Stuhlreihen entfernt werden. Diese könnten dann aber im Seitenschiff aufgestellt werden, das derzeit nicht bestuhlt ist.

„Die Idee einer Verbindung des liturgischen Raums mit einem Versammlungsraum hat mir gefallen“, sagt der Pfarrer. Der Geistliche betont in diesem Zusammenhang auch, dass die Pläne und das Konzept hierfür nicht von ihm, sondern im Gespräch mit Gremien, Fachleuten und Architekten stammen. Er ist sich sicher, dass der Einbau des Pfarrheims in die Kirche ein wichtiger und richtiger Schritt für die Pfarrgemeinde in Richtung Zukunft wäre. Nach den Querelen und einer Unterschriftenaktion der Umbaugegner wurden allerdings die weiteren Planungen für einen Umbau Ende Dezember gestoppt und auf Eis gelegt – auf sehr dickes Eis, wie Pfarrer Walden betont.

Am Sonntag wird das Thema aber wieder aktuell, denn dann steht die Wahl der Kirchenverwaltung an. Das vierköpfige Gremium war im November geschlossen zurückgetreten. Die Streitigkeiten rund um den Umbau der Kirche hätten dabei sicherlich eine Rolle gespielt, sagt Pfarrer Walden. Auch dadurch sei eine Situation entstanden, die einer solchen Zukunftsvision keine Chance mehr gab.

Die neue Kirchenverwaltung wird laut Walden dann darüber entscheiden, ob das Projekt wieder aufgetaut wird. Allerdings würden die Umbaupläne nur dann weiter verfolgt, wenn es eine Konsenslösung mit den Umbaugegnern gibt.

Bei all dem lauten Protest dürfe man aber nicht vergessen, dass es auch viele Gläubige, vor allem junge Familien gibt, die die Pläne für den Umbau begrüßen, so Walden. Bei einem Treffen des Kirchenteams im Oktober, bei dem Interessierte und Engagierte aus der Pfarreiengemeinschaft zusammenkamen, habe er „probehalber“ über das Projekt abstimmen lassen. Dabei hätte sich die deutliche Mehrheit für die Pläne ausgesprochen und nur einige wenige dagegen gestimmt.

Das derzeitige Pfarrheim befindet sich gegenüber der Kirche und ist 53 Jahre alt. „Die Küche ist unbrauchbar, das Grundwasser kommt hoch und im Winter bekommt man die Räume nicht warm“, beschreibt der Geistliche die Situation. Allerdings dürfe in Nordendorf laut den Vorgaben des Augsburger Bistums kein neues Gebäude errichtet werden, so Walden.

Darüber hinaus gebe es einen Ensembleschutz. Das heißt, das bisherige Pfarrheim darf nicht verändert oder gar abgerissen werden.

Pfarrer Walden hofft, dass es bald zu einem „ausgesöhnten, friedlichen Miteinander“ kommt. „Das Projekt blockiert alles“, erklärt er. Immerhin hätten er und die anderen Mitarbeiter in der Pfarreiengemeinschaft noch viele anderer Aufgaben zu stemmen, so sei beispielsweise erst kürzlich Erstkommunion gefeiert worden.

Geärgert hat sich der Geistliche, dass die Umbaugegner auf eigene Faust einen Diskussionsabend veranstaltet hatten. Dabei hätte man nach einer Aussprache in der Kirche am 8. März vereinbart, dass es eine gemeinsame Veranstaltung mit Vertretern der Diözese und einem unparteilichen Moderator geben solle. „Dass nun ein Treffen stattfand, ist eine Missachtung dieser Vereinbarungen“, sagt Walden. Der Geistliche und seine Mitarbeiter haben nun ein eigenes Treffen für alle, Gegner und Befürworter, organisiert. „Dabei soll es darum gehen, zu informieren und offene Fragen zu beantworten“, so Walden.

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