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Meitingen

20.07.2017

War Max Josef Metzger ein Märtyrer?

Max Josef Metzger (Bildmitte) hat in Meitingen gewirkt. Das Bild zeigt ihn vor der Kapelle des Johannesheims.
Bild: Foto: Christkönigsinstitut

Der Papst hat die Regeln für Seligsprechungen geändert. Ist das Verfahren für Max Josef Metzger, der in Meitingen gewirkt hat, davon betroffen?

Papst Franziskus hat die Regeln für Selig- und Heiligsprechungen geändert. Könnte sich das auf das laufende Seligsprechungsverfahren für Max Josef Metzger auswirken, den Mann, der auch in Meitingen gewirkt hat und der von den Nazis 1944 hingerichtet wurde? Das Seligsprechungsverfahren für Max Josef Metzger wurde 2006 eröffnet. Beendet ist es noch nicht. „In Rom wird daran gearbeitet“, sagt Annemarie Bäumler, die Leiterin des Christkönigsinstituts, das seinen Sitz in Meitingen hat und das von Metzger gegründet wurde. Trotz der vom Papst neu erlassenen Regeln macht sich Bäumler keine Sorgen um die Seligsprechung von Max Josef Metzger: „Bei ihm rechnen wir damit, dass er als Märtyrer anerkannt wird.“

Zum Hintergrund: Wer als Märtyrer seliggesprochen werden soll, muss kein Wunder bewirkt haben – was sonst die Voraussetzung für eine Seligsprechung ist. Den Begriff des Märtyrers erläutert Ernst von Castell, Leiter der Stabsstelle Kirchenrecht im Bistum Augsburg, auf Anfrage unserer Zeitung. Demnach ist ein Märtyrer ein Mensch, der für seinen Glauben in den Tod gegangen ist. Wer dagegen sein Leben für einen anderen Menschen hingegeben habe oder beispielsweise durch die Pflege von Pest-Kranken gestorben sei, habe dieser Definition bisher nicht entsprochen, obwohl er aus Nächstenliebe handelte. Dies habe der Papst nun mit seiner neuen Regelung geändert, erklärt Ernst von Castell. Künftig ist also auch derjenige ein Märtyrer, der sein Leben für andere hingegeben hat. Auf Metzger habe diese Neuregelung aber keine Auswirkungen, meint von Castell.

Die Anliegen von Max Josef Metzger waren Ökumene und Völkerfrieden. Wegen seiner vielfältigen öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten wurde er mehrmals von den Nazis inhaftiert. Am 17. April 1944 um 15.25 Uhr wurde der Priester und Kämpfer für den Frieden wegen „Hochverrats“ enthauptet. Vorher schrieb er noch einen Abschiedsbrief an seine Christkönigsgesellschaft in Meitingen, in dem es unter anderem heißt: „Nun will der Herr von mir das Lebensopfer. Ich sage mein frohes JA zu Seinem Willen. Ich hab’ Ihm ja das Leben angeboten für den Frieden der Welt und die Einheit der Kirche – Er will es haben. Möchte Er es segnen!“

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Zum Seligsprechungsverfahren gehört ein sogenannter Informativprozess, bei dem Belege für herausragende Tugenden und eventuell eingetretene Wunder gesammelt werden. Acht Jahre lang waren für Max Josef Metzger mehr als 6000 Dokumente zusammengetragen worden, die das Wirken des Priesters als Friedensstifter und „Pionier der Ökumene“ belegen. Bei der öffentlichen Abschlussfeier dieses Informativprozesses wurde die Kiste mit den Unterlagen feierlich versiegelt und nach Rom zur Vatikanischen Kongregation für Selig- und Heiligsprechungen geschickt. Anita Leimgruber vom Bischöflichen Ordinariat in Freiburg war damals Notarin in diesem diözesanen Verfahren. Zur Frage nach dem derzeitigen Stand kann sie allerdings nichts sagen. Denn sobald Rom die Angelegenheit übernommen habe, dringe für gewöhnlich nichts mehr nach außen, erklärte Leimgruber gestern auf Anfrage unserer Zeitung.

Im Moment sei der für das Seligsprechungsverfahren von der Erzdiözese Freiburg beauftragte Postulator in Rom, Andrea Ambrosi, damit befasst, die sogenannte Positio auszuarbeiten, eine Zusammenfassung von allem, was Max Josef Metzger betrifft. Die Kanzlei arbeite dabei eng mit der Selig- und Heiligsprechungskongregation zusammen. Wie lange das noch dauern wird, kann auch Leimgruber nicht sagen. Man wisse im Vorfeld solcher Verfahren, dass man einen langen Atem haben müsse, so die Notarin.

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