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Gersthofen

10.01.2021

Warum Gersthofen ein neues Mehrfamilienhaus schon wieder ablehnt

Keine Zustimmung im Gersthofer Bauausschuss fand ein Bauvorhaben nördlich der Autobahn an der Kapellenstraße.
Bild: Marcus Merk (Archiv)

Plus Bereits zum dritten Mal befasste sich der Gersthofer Bauausschuss mit Plänen für ein Mehrfamilienhaus in der Kapellenstraße. Warum der Bauantrag erneut abgelehnt wurde.

Errichtet werden soll ein Mehrfamilienhaus mit elf Wohneinheiten und einer Tiefgarage. Weil mehrere Abweichungen vom Bebauungsplan beanstandet wurden, war der Antrag bereits im Januar sowie im Juli abgelehnt worden. Nun wurden erneut leicht abgeänderte Pläne vorgelegt. Am Gebäude hat sich nach Angaben der Bauverwaltung nichts geändert. Lediglich das Dach wurde zurückgesetzt, so dass das dritte Obergeschoss kein Vollgeschoss mehr ist und nun auch die maximale Dachneigung von 33 Grad einhält.

Der Bebauungsplan verbietet Dachaufbauten und Dacheinschnitte. Die Dachaufbauten wurden nochmals vergrößert, um die entfallene Fläche im Dachgeschoss auszugleichen. Der Investor beruft sich auf andere Dachaufbauten im Umfeld des Grundstücks. Diese sind laut Bauverwaltung mit Ausnahme eines Gebäudes jedoch deutlich untergeordnet und wesentlich kleiner. Deswegen könne einer Befreiung nicht zugestimmt werden.

Das Problem sind vor allem die Parkplätze

Insgesamt sind für das Vorhaben 20 Stellplätze nötig. Diese werden nachgewiesen - allerdings inklusive vier Duplexparkern. Nach der neuen Änderung der Gersthofer Garagen- und Stellplatzsatzung sind maximal zehn Prozent als Mehrfachparker zulässig - in diesem Fall also zwei Stellplätze. Dadurch ist der Stellplatznachweis nicht erfüllt. Nach Auffassung der Bauverwaltung wären bei einer anderen Einteilung des Untergeschosses ausreichend Stellplätze durchaus möglich.

Zwei Stellplätze für Besucher sollen überdies über der Baugrenze errichtet werden und es wurden eine zweite und dritte Zufahrt zum Grundstück beantragt. Die zwei Plätze sind laut Antrag quer zur Kapellenstraße angeordnet. Dies hielt die Verwaltung besonders während der Hauptverkehrszeiten zum Schulbeginn und Schulende für problematisch. Denn dann nützen viele Kinder den Weg zur Goetheschule sowie zum Kolpingkindergarten und künftig auch zur Kindertagesstätte an der Ostendstraße. Außerdem sind in dem Bereich auch viele Autos unterwegs - nicht nur die "Eltern-Taxis".

Gefahr für Fußgänger auf der Kapellenstraße in Gersthofen

Wenn die zwei Stellplätze quer zur Straße angelegt wären, müssten beide Autos rückwärts aus der Parkbucht über den Gehweg und in die Kapellenstraße ausfahren. Das würde auch eine größere Gefahr für die Fußgänger auf dem Gehweg bedeuten. Außerdem sind die beiden Plätze in der Nähe des Kreuzungsbereichs Kapellen-/Heinrich-Heine-Straße, was ebenfalls zu Gefahrensituationen führen und den Verkehrsfluss behindern kann. Wenn die beiden Stellplätze parallel zur Straße angeordnet würden und nur eine Zufahrt über die Tiefgaragenzufahrt zur Verfügung stehen würde, bestünden keine Einwände, so das Fazit der Verwaltung. Es könnten auch keine zusätzlichen Zufahrten zum Grundstück bewilligt werden.

Der Bauausschuss schloss sich der Argumentation der Bauverwaltung an und lehnte den Bauantrag einstimmig ab.

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