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Landkreis Augsburg

28.02.2018

Warum Glasflaschen besser sind

Plastikflaschen lassen sich vermeiden (Archivbild).
Bild: Angela Bschorr

Sylvia Schaab erklärt, welche Alternativen es zu Tetrapacks und Einwegflaschen aus Plastik gibt. Die Kolumne „Einfach machen“.

Ich stand in der Küche und fragte meinen Sohn über das Thema Recycling für die Schulprobe ab. Dabei wanderte mein Blick auf den Plastikmüll, der wieder mal überquoll. Seit wir in unser eigenes Haus mit einer eigenen Plastiktonne gezogen waren, ärgerte ich mich alle zwei Wochen darüber, dass die Tonne immer bis zum Rand gefüllt war – mit dem Müll von nur fünf Leuten. Das muss anders werden, beschloss ich an diesem Tag.

Schon in meiner Teenie-Zeit war ich bemüht, Müll zu trennen und meinen Eltern zu zeigen, wie es geht. In der Schule engagierte ich mich in einer Ausstellung über das Ozonloch, und mein Stoffbeutel für den Einkauf war immer dabei. Aber zwischen Windelnwechseln und Freiberuflichkeit hatte sich der Fokus etwas verschoben.

Dennoch ärgerte ich mich regelmäßig über unsere Nachbarn, die ihren Müll nicht trennten. Einer behauptete sogar immer, dass ja alles zusammengekippt und verbrannt wird. Ich glaubte ihm kein Wort und trennte konsequent weiter. Und das ist auch richtig so, denn nur so können die Rohstoffe aus dem Müll wieder in den Stoff- und Recyclingkreislauf eingehen.

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Der größte Übeltäter: Tetrapacks

Aber: Der beste Müll ist gar kein Müll! Daher überlegte ich mir an jenem Tag vor drei Jahren, wie ich die Mengen reduzieren könnte. Der größte Übeltäter war schnell ausgemacht: die Tetrapacks. Saft, Milch, passierte Tomaten … Das ist doch mal ein Anfang, dachte ich und kaufte Saft wieder in der Mehrwegflasche. Im Supermarkt fand ich Milch in der Flasche und Joghurt und Sahne im Pfandglas gleich mit dazu. Auch die passierten Tomaten gibt es in der Flasche. Großartig! An der Kasse packte ich alles in meine mitgebrachte Tragetasche.

Neben dem umweltfreundlicheren Mehrwegsystem hat diese Art des Einkaufs noch weitere Vorteile: Während Saft aus dem Tetrapack oder aus der Plastikflasche meist aus Konzentrat gewonnen wird, das durch die ganze Welt transportiert wurde, kommt der Saft aus der Mehrwegflasche aus der Region. Das bedeutet auch, dass die leeren Flaschen nur wenige Kilometer zum Abfüller reisen.

Glasflaschen sind nicht nur ökologischer

Grundsätzlich sind Mehrwegflaschen aus Glas sehr ökologisch: Sie können bis zu 50-mal wiedergefüllt werden. Das spart Rohstoffe, mindert Abfälle und erzeugt weniger Treibhausgase. Ein Transportweg von bis zu 1000 Kilometern ist noch ökologisch im Vergleich zur Verwendung von Einwegflaschen oder Tetrapacks. Gut sind vor allem universale Mehrweg-Flaschen, die aus einem Pool stammen und daher nicht an einen Hersteller gebunden sind. Der Rücktransport und die Reinigung verbrauchen weniger Energie und Rohstoffe als die Herstellung einer neuen Einwegflasche.

Warum keine Tetrapacks? Sie bestehen aus Karton sowie hauchdünnen Alu- und Polyethylenfolien. Das kann zwar gut recycelt werden, muss aber sehr energieaufwendig getrennt werden. Zudem wird nur etwa ein Drittel der Kartons tatsächlich recycelt. Der Rest verschwindet in der Müllverbrennung.

Mittlerweile klappt es bei uns sehr gut mit den Mehrwegflaschen. Unser Verbrauch von Saft ist extrem zurückgegangen. Das tut auch der Gesundheit gut, denn Fruchtsäfte haben einen hohen Zuckeranteil. Wasser kommt bei uns aus der Leitung und wird ab und zu aufgesprudelt. Da spart man sich auch einiges an Schlepperei. Und für die Milch haben wir mittlerweile sogar eine Abfüllstation um die Ecke gefunden.

Vortrag zum Plastiksparen

Mehr Tipps zum Plastiksparen und Müllvermeiden gibt es bei dem Vortrag „Plastikfasten ist gar nicht so schwer“ am Dienstag, 6. März. Referentin ist die Bestsellerautorin Anneliese Bunk, Beginn ist um 19.30 Uhr im Annahof Augsburg. Der Eintritt ist frei, Spenden werden erbeten.

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