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Aufklärung

10.10.2014

Warum Mädchen auch in Deutschland leiden

Fadumo Korn engagiert sich gegen die Beschneidung von Mädchen.
Bild: Agentur

Fadumo Korn aus Somalia hat Schlimmes erlebt. Jetzt setzt sie sich für andere ein – zum Beispiel mit einem Benefizkonzert am Samstag im Bürgersaal Stadtbergen.

Nicht nur in Afrika sind Mädchen von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen, sondern auch hier in Deutschland. Das liege daran, dass die Beschneidung nichts mit der Religion, sondern mit der Tradition zu tun habe. „Wenn also afrikanische Familien nach Deutschland immigrieren, nehmen sie ihre Kultur mit.“ Das sagt Fadumo Korn, eine somalische Autorin, Dolmetscherin und Familienberaterin. Sie wurde selbst als siebenjähriges Mädchen Opfer eines solchen Rituals und leidet bis heute an den gesundheitlichen Folgen. Seit 1979 lebt sie in München und hat im Jahr 2012 mit anderen Frauen die Organisation „Nala – Bildung statt Beschneidung“ gegründet.

Nun ist sie Schirmherrin eines Benefizkonzertes im Bürgersaal Stadtbergen am Samstag, 11. Oktober, das anlässlich des Welt-Mädchen-Tags von der Aktionsgruppe Augsburg Plan veranstaltet wird. Der Welt-Mädchen-Tag wurde von Plan International, einem der größten und ältesten Kinderhilfswerke der Welt, im Zuge der Kampagne „Because I am a Girl“ ins Leben gerufen. Er soll auf die in vielen Teilen der Welt immer noch bestehende Benachteiligung von Mädchen aufmerksam machen.

Aufklärung über Gefahren der Beschneidung

Gegen diese Benachteiligung setzt sich auch Fadumo Korn mit ihrer Organisation „Nala“ ein, was für nachhaltig, aktiv, lebensnah, aufklärend steht. Unter anderem unterstützt Nala Schulen in Ländern, in denen Mädchenbeschneidung noch an der Tagesordnung ist. Dort werden sowohl Mädchen als auch Frauen ausgebildet und lernen beispielsweise rechnen und nähen. Außerdem gehen Männer und Frauen des Vereins vor Ort in die Dörfer und klären die Familien über Gefahren und Folgen der Beschneidung auf. Verweigert sich eine Familie der Aufklärung, wird sie angezeigt und teilweise sogar festgenommen.

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Bei weiblichen Geburten wird sie gerufen

Dadurch hat sich, laut Fadumo Korn, schon viel geändert und es konnten viele Genitalverstümmelungen verhindert werden. Um sich auch in Deutschland zu engagieren, gibt es in München eine Gruppe von betroffenen Mädchen, die einmal im Monat Ausflüge unternehmen und die deutsche Kultur kennenlernen. Zusätzlich wird Fadumo Korn zu allen weiblichen Geburten von Familien aus betroffenen Ländern gerufen, um mit ihnen zu sprechen und sie aufzuklären.

Mit dem Benefizkonzert in Stadtbergen möchte Fadumo Korn auf das Elend von unzähligen Mädchen aufmerksam machen und wird dies aus der Sichtweise einer Betroffenen darstellen. Geboten werden viele Liveacts, unter anderem werden die Big Band Blue Notes und die Nachwuchskünstler des Fördervereins „Young Stage“ auftreten. Der Eintritt ist frei. Die Spenden der Besucher gehen zugunsten der Förderung von Berufsausbildung und Schulbildung für Mädchen in armen Regionen. nabh

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