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Kutzenhausen

20.04.2018

Warum auf dem Übungsplatz noch niemand fährt

In Kutzenhausen sollen künftig Kinder das Radfahren auf einem Übungsplatz lernen.
Bild: Markus Heinrich (Symbolfoto)

 Auf der Anlage in Kutzenhausen fehlen noch einige Dinge. Erst im September geht es los. Was das für die Kinder bedeutet.

Noch kurvt auf dem Verkehrsübungsplatz in Kutzenhausen kein Viertklässler, Senioren testen nicht die Gängigkeit ihres neuen E-Bikes. Die Eröffnung der Anlage ist noch einmal um ein halbes Jahr verschoben worden. Erst im September werde der Betrieb hier aufgenommen, sagt der Vorsitzende der Verkehrswacht, Martin Schomaneck. Der Verein wird den modernen Verkehrsübungsplatz betreiben, nutzen wollen ihn vor allem 15 Kommunen im westlichen Landkreis mit ihren Schulkindern.

Ursprünglich war geplant, dass auf dem 3000 Quadratmeter großen Areal neben dem Bahnhof in Kutzenhausen der Betrieb bereits im vergangenen Herbst aufgenommen werden könnte, dann war das Frühjahr 2018 angepeilt. Doch noch müssen Ampeln und Verkehrszeichen aufgebaut und der gesamte Platz begrünt werden. Auch die Einrichtung des Betriebshäuschens auf dem Platz fehle zum Großteil noch, berichtet Martin Schomaneck.

Unterricht für Viertklässler aus 15 Gemeinden

Auch wenn ein Verzug generell ärgerlich ist – „ich bin eigentlich ganz froh, dass wir die restlichen Arbeiten in Ruhe ausführen können“, sagt er. Unterrichtet werden sollen auf dem Platz vor allem Viertklässler aus 15 Gemeinden zwischen Heretsried und Welden über Zusmarshausen und Adelsried bis Horgau, Langenneufnach und Fischach, die ihre Fahrradprüfung ablegen. Zum ersten Mal in ihrem Leben kommen die Schüler zu diesem Zeitpunkt mit Unterrichtsmaterialien, die an eine echte Führerscheinprüfung erinnern, in Kontakt. Bis jetzt läuft der Unterricht so: Die Theorie lernen die Kinder mit ihren Lehrerinnen im Unterricht. Für die Praxis fährt ein Lastwagen voll Fahrräder und anderem Material zu den Grundschulen und lässt die Kinder auf dem Übungsplatz der jeweiligen Gemeinde fahren. Mit dabei ist stets Wolfgang Nowak, Verkehrsexperte bei der Polizeiinspektion (PI) Zusmarshausen. Gerade erst ist der Lastwagen eine Weile ausgefallen, weil die Bremsen nicht mehr wollten. Immerhin ist das Gefährt seit fast 20 Jahren mit seiner Ladung an Fahrrädern von Schule zu Schule unterwegs. Auch die Räder selbst haben ihre besten Zeiten hinter sich. Schließlich hätten alle gehofft, dass es mit dem Verkehrsübungsplatz, auf dem dann auch neue Räder zur Verfügung stehen, schneller gehen würde, gibt Nowak zu.

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„Der Platz ist modern und toll“

Dafür, dass die Kinder aber trotzdem umfassend über die Verkehrsregeln unterrichtet werden und das Verhalten auf der Straße richtig üben können, ist aber seiner Meinung noch etwas anderes wichtig: „Wir nehmen uns Zeit für den Unterricht.“ Das sei im westlichen Landkreis gut möglich, weil nicht allzu viele Klassen zu betreuen seien. Er freut sich aber schon auf die Arbeit auf dem neuen Platz in Kutzenhausen. „Der Platz ist modern und toll“, schwärmt er.

Die Kommunen, die bei dem Projekt dabei sind, haben sich jedoch schon während der Bauzeit über ein Detail geärgert: Die Kosten waren gestiegen, statt einer halben Million war schon während des Baus von 560000 Euro die Rede. Schultern müssen den Mehraufwand die beteiligten Gemeinden. Der Landkreis beteiligt sich mit 100 000 Euro, ein Teil soll über Spenden finanziert werden. In Zukunft werden die Schulverbände und Kommunen noch einen weiteren Kostenpunkt schultern müssen: den Transport der Kinder hin zum Verkehrsübungsplatz. Denn den Betrieb des Lastwagens, der bisher die Fahrräder zu den Schulen fährt, zahlt bislang der Landkreis.

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