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Ustersbach

06.05.2019

Was Jugendliche an Parteipolitik wirklich nervt

Die Jugendbeauftragten der Gemeinde Ustersbach, Andrea Braun (links) und Angelika Ortner (rechts daneben), organisierten die Podiumsdiskussion. Durchs Programm führten die Moderatoren (von rechts) Amelie Braun, Jakob Ellenrider, Franziska Schmid und Philipp Teut.
Bild: Siegfried P. Rupprecht

Umweltschutz und mehr Einbindung – das wollen junge Leute. Sie informieren sich vor der U18-Abstimmung bei einer Podiumsdiskussion.

Umweltschutz, die bessere Einbindung von jungen Leuten in die Politik und die europaweite Umsetzung von wichtigen Sachverhalten – das interessiert junge Leute an Politik. Deutlich wurde das bei einer Podiumsdiskussion in Ustersbach, bei der junge Leute Politiker befragen konnten. Die Veranstaltung findet im Vorfeld der sogenannten U18-Wahl statt, einer Initiative zur politischen Bildung. Die Antworten waren so bunt wie die Teilnehmerrunde. Einig waren sich die Parteivertreter allerdings darin, sich auf den Vertreter der Alternative für Deutschland (AfD) einzuschießen.

Europa hat bereits viel erreicht, finden die Politiker

Unisono stellten die Politiker fest, dass in Europa bereits viel erreicht worden sei. Joachim Pehlke (FDP) verwies auf positive grenzüberschreitende Gemeinsamkeiten, Ferdinand Traub (Freie Wähler) auf den großen Friedenswillen und Benjamin Adam (SPD) auf die breite öffentliche Daseinsvorsorge. Aber auch Kritik wurde geäußert. Kerem Billor (Die Linke) forderte mehr Solidarität und Kampf gegen Armut. Felix Thiessen (AfD) wandte sich gegen eine uneingeschränkte Einwanderung und gegen totalitäre Ideologien. Maria Posch (ÖDP) war die Wirtschafts- und Industriehörigkeit ein Dorn im Auge und Paul Primbs (Bündnis 90/Die Grünen) trat für eine legale Einwanderungspolitik ein. „Es ist ein Skandal, wenn Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken“, resümierte letzterer.

Viel Herzblut legten die Diskussionsteilnehmer in das Thema Umweltschutz. Benjamin Adam plädierte für ein Verbot von Einwegplastik. Felix Thiessen mobilisierte sich gegen Windräder, die lediglich eine „Verspargelung der Landschaft“ darstellen, und das Schächten von Tieren. Einig waren sich Ludwig Lenzgeiger (CSU), Andreas Jung (Piraten) und Ferdinand Traub darüber, beim Umweltschutz mit Augenmaß vorzugehen. „Es geht nicht, schnell mal die Welt zu retten, und keinem tue das weh“, meinte Jung. CSU und Freie Wähler betonten, dass es bei diesem Thema nur im Miteinander von Bürgern und Industrie sowie neuen Technologien gehe.

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Friday for Future sind ein Thema

Die Frage, ob die Jugend mehr in die Politik eingebunden werden soll, beantworteten alle Teilnehmer mit einem direkten Ja. Die Bewegung Friday For Future zeige eindrucksvoll, wie verantwortungsvoll junge Menschen mit politischen Themen umgehen, so Kerem Billor und Joachim Pehlke. Einher müsse im Schulunterricht mehr politische Bildung gehen, ergänzten Maria Posch und Benjamin Adam. Felix Thiessen mahnte dort eine verstärkte Debattenkultur an.

„Die Jugend ist nicht Politik, sondern Parteien verdrossen“, bilanzierte Andreas Jung. Wichtig sei, das Wahlalter auf 16 Jahren herabzusetzen, um damit dem Nachwuchs in den Parlamenten eine Chance zu geben. Nur so seien Veränderungen zu erzielen, machte Andreas Jung aufmerksam.

Politiker sollten sich nicht an Ämter klammern

Moniert wurde querfeldein, dass viele alte Politiker sich an ihren Ämtern klammern. Paul Primbs hielt jedoch nichts von einer Jugendquote. Er riet vielmehr, sich eine Partei auszusuchen, die jungen Menschen vertraue und sie auch in Positionen bringe. Ludwig Lenzgeiger beschwor das Miteinander von Jung und Alt. Benjamin Adam appellierte an die Jungen, sich uneingeschränkt für die Politik zu engagieren.

Eine Frage aus dem Publikum war, was für die jeweilige Partei wichtig sei, für Europa durchzusetzen. Hier kam dann noch einmal die Vielfalt zum Vorschein. Die Antworten reichten von der Euro-Stabilisierung (FDP), Friedenssicherung (FW) und die Stärkung des bisher Erreichten (CSU) über Bleiberecht für alle (Die Grünen), Verbot von Waffenexporten (Die Linke) und Rückholung von Kompetenzen (AfD) bis hin zur Gewährleistung von Bürger- und Freiheitsrechten (Piraten), Aufhebung von Konzernspenden an Parteien (ÖDP) und Förderung von mehr sozialen Dimensionen (SPD).

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