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Gersthofen

29.05.2015

Was Kenia vom Müllberg lernen kann

Abschied vom Rathaus: Die Besucher aus der Region Baringo in Kenia bedankten sich zum Abschluss ihres Besuches in Schwaben vor der Stadthalle Gersthofen mit T-Shirts aus ihrer Heimat bei den Gastgebern (von links) Heinz Rehberger, Bürgermeister Michael Wörle, Christina Kunert, Georg Aman, Klaus Schwenk und Anton Schretzmair.

 Delegation nimmt sich das Augsburger Land  zum Vorbild für eine neue Struktur ihrer Heimat

Von Gerald Lindner

 Sie haben sich die anspruchsvolle Aufgabe gemacht, in ihrem Heimatland Kenia ein demokratisches System und eine Verwaltung nach deutschem Vorbild aufzubauen – und Gersthofen hilft ihnen dabei: Zweieinhalb Wochen hospitierten einige Mitarbeiter aus Regionalverwaltungen der Provinz Baringo im Gersthofer Rathaus und beim Bezirk Schwaben. Ihre Bilanz fiel positiv aus.

Die afrikanischen Gäste, die lange in einer Diktatur lebten, suchten Tipps, um ihre junge parlamentarische Bürokratie zu strukturieren. „Eingefädelt“ hatte den Besuch Klaus Schwenk von der Initiative Pro Kapsogo, die die Provinz Baringo seit Jahren unterstützt und Hilfe zur Selbsthilfe gibt. Mit der Gersthofer Stadtverwaltung wurde ein Besuchprogramm erarbeitet.

Wie Delegationsleiterin Stella Kereto – sie arbeitet direkt für den dortigen Gouverneur Benjamin Chesire Cheboi – erklärte, kam es ihnen weniger auf das übliche Touristikprogramm mit Sehenswürdigkeiten an, als vielmehr auf die Infrastruktur Deutschlands. „Wohl am meisten beeindruckt hat uns der Gersthofer Müllberg – wie man aus einer Abfalldeponie einen Erholungsbereich machen kann und dabei noch Energie gewinnen kann“, so Stella Kereto weiter. Ebenso möchten sie anfangen mit einer Mülltrennung, wie sie in Deutschland üblich ist. Gerne aufgenommen wurde die die Anregung, angesichts der vielen Sonnenstunden in Kenia Energie zu erzeugen. Aufmerksam studiert haben sie die Wehre am Lech. „Wir haben so viele Flüsse und Wasserfälle, da könnten wir nachhaltige Energie gewinnen“, betonte Sammy Kibor. Er ist Bürgermeister einer Stadt in der kenianischen Provinz. Sein Kollege Michael Rotich war fasziniert von deutscher Städteplanung. Die Delegation will dem Gouverneur vorschlagen, einen Straßenbau mit eigenen Wegen beziehungsweise Spuren für Autos, Radfahrer und Fußgänger einzuführen. „Bei uns geht das noch drunter und drüber“, so Rotich.

Eher überraschend für uns Deutsche scheint ein Eindruck, den die Kenianer bei ihrem Aufenthalt gewonnen haben: „Die Menschen hier arbeiten mit Freude in ihren Jobs – ob es nun Putzfrauen, Waldarbeiter oder Menschen in Anzugsjobs sind“, sagte Rotich. Chefranger William Kimosop nimmt Tipps mit nach Hause, wie sich die Provinz Baringo besser und nachhaltig touristisch präsentieren kann. „Wir haben soviel ursprüngliche Natur. Ich habe in Deutschland gelernt, dass wir diese für unsere Nachkommen bewahren können und müssen.“ Bürgermeister Michael Wörle riet den Gästen: „Nehmen sie nur die guten Errungenschaften unserer Verwaltungsstruktur mit.“

Klaus Schwenk denkt bereits n an die nächste Stufe der Partnerschaft Gersthofens mit Baringo: Wir suchen jetzt Gersthofer, die die Menschen unten in Kenia bei ihren Aufbaubemühungen unterstützen.

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