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Bürgerversammlung

03.03.2020

Was die Bürger in Heretsried beschäftigt

In der Asylunterkunft in Heretsried leben derzeit 17 Männer aus acht verschiedenen Nationen.

Zum Ende der Legislaturperiode berichtet Bürgermeister Heinrich Jäckle über die Entwicklung der Gemeinde Heretsried. Einige der knapp 100 Besucher sprechen bei der Versammlung aktuelle Themen an

Großes Interesse zeigten die Bürger von Heretsried am vergangenen Freitag an ihrer Bürgerversammlung. Fast 100 Menschen kamen in den Pfarrsaal, um den Bericht von Bürgermeister Heinrich Jäckle anzuhören. Der berichtete zunächst von vielen steigenden Zahlen.

So steigt die Zahl der Einwohner auf deutlich über 1000. Auch bei der Einkommensteuer und den Gewerbesteuereinnahmen gab es ein Plus. Dem gegenüber stehen aber auch steigende Kosten wie die Umlage für die Verwaltungsgemeinschaft, die Kreisumlage oder den Schulverband Emersacker. Der Schulverband Emersacker ist aber inzwischen schuldenfrei. Bedingt durch höhere pädagogische Anforderungen und höhere Buchungszeiten sind auch die Kosten für die Kinderbetreuung gestiegen. Die Kinderbetreuung sei eine Zukunftsaufgabe, so Jäckle, denn es gäbe mehr Anmeldungen als Plätze.

Gestiegen ist der Schuldenstand der Gemeinde, weil für den Wohnungsbau ein Darlehen aufgenommen wurde. Zudem werde derzeit viel investiert – sei es in die Kläranlage oder die Dorferneuerung.

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Auch die Funktionsweise der erneuerten Kläranlage in Heretsried stellte der Bürgermeister bildlich vor. Aufgrund der günstigen Zinskonditionen geht die Gemeinde hier in Vorleistung. Über die Gebühren müssen die Investitionen in den nächsten Jahren wieder hereingeholt werden, da eine Kläranlage kostendeckend betrieben werden muss.

Zukünftig müsse man auch bezüglich der Feuchtgebietskläranlage in Lauterbrunn Entscheidungen treffen. Der wasserrechtliche Bescheid läuft 2026 aus. Die erhöhten Anforderungen an die Reinigungsleistung seien mit Pflanzen nicht zu erreichen. Ein Ingenieurbüro habe sich bereits damit befasst, ob es für die Gemeinde sinnvoller sei, Lauterbrunn an die Kläranlage Heretsried anzuschließen oder eine eigene Kläranlage zu bauen. Die Ergebnisse sollen in der nächsten Gemeinderatssitzung vorgestellt werden.

Im Sommer sollen die Arbeiten am Trinkwasserhochbehälter in Lauterbrunn abgeschlossen sein. Während der Bauarbeiten habe sich der Notverbund mit der Wasserversorgung Heretsried bewährt.

Der Wertstoffhof in Lauterbrunn wird von Josef Domler betreut. Er wies in der Versammlung darauf hin, dass er erst kürzlich wieder einen dicken Ordner mit neuen Vorschriften des Landratsamtes bekommen habe. Die Regeln, was in den Containern entsorgt werden dürfe, stelle nicht er auf. Betroffenheit herrschte bei den Anwesenden als Domler über regelmäßige verbale Aggressionen berichtete, die er bei seiner Tätigkeit über sich ergehen lassen muss.

Marlies Bernhard berichtete, dass derzeit 17 Männer aus acht Nationen in der Asylbewerberunterkunft in Heretsried untergebracht sind. Die Menschen seien dankbar und würden sich über Kontakte zur Bevölkerung freuen. Schwierigkeiten gebe es vor allem dabei, nach Welden zu kommen. Unterstützer des Helferkreises sind daher herzlich willkommen. Bernhard bat zudem den Gemeinderat, sich das Haus, das in schlechtem Zustand sei, einmal anzusehen und den Helferkreis auf politischer Ebene zu unterstützen.

Ein Anlieger der Kindergartenstraße berichtete, dass die Straße in schlechtem Zustand sei. Bürgermeister Jäckle erklärte, dass der Erlass der Straßenausbaubeiträge nur für Straßen gelte, die erneuert werden. Beim erstmaligen Bau müssen die Anlieger die Erschließungskosten zahlen.

Für Diskussion sorgte auch die derzeit geschlossene Jugendhütte in Lauterbrunn. Nach Problemen habe es eine Besprechung mit dem Landratsamt und den Jugendlichen gegeben. Dabei ging es zum einen um Brandschutz, Alkohol und Rauchen in der Hütte. Ofen und Kamin seien mittlerweile zwar abgenommen, aber ein Coaching des Kreisjugendrings zum Thema Alkohol stehe zum Beispiel noch aus. „Wir müssen das jetzt durchziehen, damit die Einschränkungen eingehalten werden!“, so Jäckle. Den Jugendlichen sei nicht bewusst, dass ihre Hütte in ernsthafter Gefahr sei. Das fehlende Baurecht für die Hütte will die Gemeinde durch die Änderung des Flächennutzungsplans herbeiführen.

Zum Ende der Legislaturperiode sprach Jäckle dem Gemeinderat sowie seinen Stellvertretern Karl-Heinz Tomaschewski und Ulrike Wiedemann seinen Dank aus.

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