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Neusäß

20.06.2020

Was hilft der Neusässer Tafel aus ihrer Not?

Die Ausgabestelle der Tafel im Notburgaheim in Westheim kann derzeit nicht genutzt werden.
Bild: Andreas Lode

Plus Der Bedarf steigt, doch die Ausgabestelle der Tafel in Westheim kann nicht mehr benutzt werden. Stadträte drängen auf mehr Unterstützung der Stadt Neusäß.

Wie geht es weiter bei der Tafel in Neusäß? Das wollten jetzt die Mitglieder des zuständigen Sozialausschusses in Neusäß auf der jüngsten Sitzung wissen. Im Moment kann die übliche Ausgabestelle im Notburgaheim in Westheim nicht genutzt werden. In Corona-Zeiten könnten dort die Abstände zwischen Kunden und Mitarbeitern nicht eingehalten werden, hatte vor wenigen Wochen Tafel-Vorsitzende Sabine Zimmermann berichtet. Weil die Räume in einem Pflegeheim liegen, konnten sie zudem zeitweise gar nicht betreten werden.

Inzwischen ist zumindest übergangsweise eine Ausgabestelle gefunden worden. Die Mitarbeiter der Tafel packen an den Ausgabetagen jeweils rund 200 Tüten und bringen sie dann in ein leer stehendes Gebäude in der Hauptstraße in Neusäß. Dorthin kommen die Mitglieder inzwischen mehr als 100 berechtigten Haushalte und holen sie ab. Eine reine Übergangslösung, waren sich viele Ausschussmitglieder einig.

Existenz der Tafel in Neusäß steht auf dem Spiel

Auf die Nöte der Tafel hatte zuvor im Ausschuss auch Ursula Meyer hingewiesen. Die Leiterin des Freiwilligenzentrums, die dem Ausschuss von ihren Tätigkeiten im vergangenen Jahr berichtete, sagte deutlich: „Die Tafel braucht einen Ort. Wenn das so weitergeht, wird es im Juli keine Tafel mehr geben.“

Stadtrat Stefan Sommer (FW) hatte in den vergangenen Wochen wiederholt auf die Probleme hingewiesen. „Ich kann nicht verstehen, dass man die Tafel so hängen lässt“, sagte er nun. Seine Kollegin Silvia Daßler (Grüne) ergänzte: „Seit zwei Jahren ist bekannt, dass die Tafel neue Räume benötigt.“ Nicht allein die Ausgabestelle im Notburgaheim ist beengt, auch das Lager dort reicht kaum noch aus. Corona hin oder her – Stadträtin Monika Uhl (CSU) stellte die Frage in den Raum, ob die bisherige Ausgabestelle im Notburgaheim auf Dauer überhaupt geeignet sei.

Eine Lösung könnte womöglich die Anmietung einer Halle in der Nähe des Schmutterparks sein, schlug Dritte Bürgermeisterin Susanne Höhnle (SPD) vor. Allerdings sei die Tafel dabei auf die finanzielle Unterstützung durch die Stadt angewiesen.

Jede Pflegekraft der Sozialstation Augsburg Hochzoll Friedberg und Umgebung fährt nur in der Schutzmontur zu den Klienten. Dazu gehören der Schutzanzug, der Mundschutz, die Schutzbrille wie auch die Schutzanschuhe. Pflegedienstleitung Ulrike Hopfes hat die Montur hier für das Foto angezogen.
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Bild: Caritas Augsburg/Bernhard Gattner.

Neusässer Bürgermeister Greiner hält bisherige Stelle für ausreichend

Diese Lösung hätte Stefan Sommer am liebsten gleich mit einem Beschluss im Ausschuss fix gemacht. An diesem Punkt allerdings bremste Bürgermeister Richard Greiner die Diskussion. Übergangsweise hat er nun den Vorsitz auch im Sozialausschuss übernommen. Er sagte, die Raumprobleme der Tafel seien ihm zwar seit etwa eineinhalb Jahren bekannt. Allerdings habe eine Rücksprache mit der Leitung des Notburgaheims ergeben, dass von dieser Seite die Untervermietung der Räume an die Tafel völlig in Ordnung sei – solange nicht zu viele Kunden auf einmal kämen und die Parkplätze der Mitarbeiter belegten. „Wir sollten lieber bei einer leidlich guten Lösung bleiben. Wir haben keine Toplösung."

"Probleme kann man nur im guten Miteinander lösen“, mahnte Stefan Sommer. Im Ausschuss wurde zudem angeregt, im Rathaus einen Ansprechpartner für die Anliegen der Tafel zu benennen und sich mit allen Beteiligten an einen Runden Tisch zu setzen.

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