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Kostenexplosion

28.07.2020

Was macht Gersthofen mit seinen Bädern?

Sowohl die Gerfriedswelle als auch das Hallenbad in Gersthofen müssten saniert werden. Doch die Pläne könnten auf Eis gelegt werden.
Bild: Marcus Merk

Am Mittwoch könnten im Stadtrat die Sanierungspläne gekippt werden

Ein strammes Programm hat der Gersthofer Stadtrat bei seiner Sitzung am Mittwoch, 29. Juli, im Großen Sitzungssaal des Rathauses. Ab 18 Uhr sehen 16 Tagesordnungspunkte an. Im Zentrum steht die Zukunft der Gersthofer Bäder. Neueste Berechnungen sehen eine Kostenexplosion seit dem Kostenvoranschlag aus dem Jahr 2018.

Deutlich in die Jahre gekommen sind in Gersthofen das Hallenbad sowie das Freibad Gerfriedswelle. Seit Jahren wurden verschiedene Varianten durchgespielt. Zuletzt hatte sich eine Mehrheit im Stadtrat für die Sanierung beider Bäder entschieden. Im Werkausschuss wurden die neuen Berechnungen präsentiert. Weil diese wesentlich höhere Kosten ergaben als erwartet, empfahl der Ausschuss dem Stadtrat, die Sanierungspläne auf Eis zu legen. Die Bäder sollen lediglich instandgehalten werden, sodass weiter ein Badebetrieb möglich ist.

In einer Studie aus dem Jahr 2017 war ein Mitarbeiter des Büros Fritz Planung aus Bad Urach für die Sanierung auf Gesamtkosten von 5,28 Millionen Euro beim Freibad sowie 6,47 Millionen Euro beim Hallenbad gekommen. Damals waren die Planer davon ausgegangen, dass es hauptsächlich um Reparaturen geht und nicht um Umbauten.

Die aktuellen Planungen sehen Umbauten sowie Neuanordnungen bestimmter Bereiche vor und fallen da wesentlich teurer aus. Ein Vertreter des Büros räumte ein, dass bei der ersten Kostenaufstellung vieles unterschätzt worden sei. Die Experten hatten jetzt den Zustand der beiden Freizeiteinrichtungen untersucht und mehrere Varianten ausgearbeitet. Alle diese Varianten sehen keine Fliesen mehr in den Becken vor, sondern Edelstahlbecken.

Im Hallenbad ist die Technik den Gutachtern zufolge zuletzt im Jahr 1996 saniert worden. Sie sei derart in Nischen eingebaut worden, dass heute eine Sanierung nicht mehr möglich sei. Beim Freibad rieten die Gutachter, Umbauvarianten auszuwählen, bei denen keine Genehmigungen eingeholt werden müssen. Denn bei einem Genehmigungsverfahren könnten weitere Auflagen kommen. So sei zu befürchten, dass viel strengerer Lärmschutz gefordert werde als bei der damaligen Genehmigung. Nachbarn hatten ja schon in der Vergangenheit deswegen gegen die Stadt geklagt.

Je nach Variante kostet die Sanierung der Gerfriedswelle statt wie ursprünglich angesetzt knapp 5,3 Millionen Euro jetzt zwischen 7,4 und 7,7 Millionen Euro. Noch drastischer sieht es beim Hallenbad aus: Statt der ursprünglichen knapp 6,5 Millionen wären nun je nach Vari-ante zwischen acht und 12,2 Millionen Euro fällig. Der Einsatz regenerativer Energieerzeugung ist in diesen Zahlen noch nicht eingepreist – es wird von konventioneller Technik ausgegangen. Dies erregte den Unmut der Werkausschussmitglieder. Es sollen aufgrund der nun vorliegenden Daten die Mindestanforderungen zum Erhalt der Betriebsfähigkeit der Bäder für die nächsten Jahre geklärt werden. Und die Verwaltung soll noch im Laufe dieses Jahres einen Vorschlag für den nächsten Schritt machen. Doch was aus diesem Vorschlag wird, das zeigt sich am Mittwochabend bei der Stadtratssitzung.

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