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Dinkelscherben

15.11.2017

Was tun gegen Lastwagen und Raser?

Dicht hintereinander fahren die Lastwagen zur Kiesgrube nach Ettelried. Auch bei Dinkelscherben soll nun eine weitere Grube entstehen. Das gefällt nicht allen. (Archivbild)
Bild: Marcus Merk

Bei Dinkelscherben soll eine neue Kiesgrube entstehen. Darüber ärgern sich besonders die Anwohner der Kohlstattstraße.

Lastwagen, Raser, Falschparker und Ausbaubeiträge: Verkehrsthemen beschäftigen die Dinkelscherber besonders. Das wurde bei der Bürgerversammlung am Montagabend deutlich. Besonders die Anwohner der Kohlstattstraße machten ihrem Ärger Luft. Der Grund: Ganz in der Nähe soll eine zweite Grube entstehen – die natürlich mehr Kieslastwagen mit sich bringt. Der Verkehr in der Straße ist „eine Zumutung“ und „der Wahnsinn“, meinten die Bürger. Besonders für Radfahrer sei es schon jetzt gefährlich. Und die Anwohner müssten dann später die Straßensanierung bezahlen, obwohl die Lastwagen die Schäden verursacht hätten.

Gegen die neue Grube könne die Gemeinde nichts tun, denn der Antragsteller habe alle Auflagen erfüllt, sagte Bürgermeister Edgar Kalb. Ähnlich sei es bei der großen Kiesgrube gewesen, die sich im Wald bei Ettelried befindet. Der Bauausschuss hatte damals dagegen gestimmt – doch das Landratsamt hatte sie trotzdem genehmigt. Lastwagen aus ganz Bayern sind auf der Kreisstraße von Dinkelscherben Richtung Burtenbach unterwegs und biegen dann in den Schmellerforst ein. Besonders die Anwohner in Anried, Ettelried und Engertshofen sind von dem Schwerlastverkehr betroffen. „Das riesengroße Loch da oben gefällt keinem“, sagte Kalb. „Aber die baurechtliche Situation ist eindeutig. Da nutzt es uns nichts, wenn wir sagen: Das gefällt uns nicht.“

Bei der neuen Grube in Dinkelscherben hofft die Gemeinde nun, dass sie mit dem Betreiber einen Vertrag schließen kann, in dem zum Beispiel festgehalten wird, welche Routen die Lastwagen nehmen und wie sich die Firma an Straßensanierungen beteiligt. „Wir haben gesagt: Die Erschließung ist nicht gesichert, die Straßen sind nicht tauglich“, erklärte Kalb. Er hofft, dass das Landratsamt die Grube nur mit der Auflage genehmigt, dass der Betreiber einen Straßennutzungsvertrag mit der Gemeinde schließt. Der Bescheid liege derzeit noch zur Entscheidung beim Landratsamt.

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Ungefähr 1000 Lastwagen sind es, die jedes Jahr durch die Kohlstattstraße brettern, hat eine Anwohnerin ausgerechnet – das sind durchschnittlich nicht mal drei am Tag, entgegnete Kalb. Er weiß, dass viele Bewohner seiner Gemeinde viel stärker belastet sind: zum Beispiel die an der Kiesgrube bei Ettelried, an der Marktstraße in Dinkelscherben, an der Siefenwanger Straße beim Stahlwerk oder an der B300 in Ried und Breitenbronn. Auch ein Bewohner von Au klagte, dass die neue Straße dort von Lastwagen stark strapaziert werde. „Wir Bürger haben viel dafür bezahlt, und jetzt gibt es schon wieder Straßenschäden.“

Die Kohlstattstraße sei vor allem kaputt, weil so viele Landwirte und Schulbusse darüber fahren, sagte der Bürgermeister. Er riet den Anwohnern, erst einmal den Bescheid aus dem Landratsamt abzuwarten und sich dann dort über die Genehmigung der Grube zu beschweren. Und er gab zu bedenken, dass jeder Häuslebauer schon mal eine solche Deponie gebraucht habe, denn der Baustellenaushub muss ja irgendwo hin entsorgt werden. „Das ist wie beim Atomkraftwerk: Jeder braucht Strom, aber keiner will das Kraftwerk vor seiner Haustür.“

Die mögliche Umgehungsstraße war in der Versammlung nur am Rande Thema, den Bürgern ging es eher um den Verkehr innerorts. Sie beklagten sich zum Beispiel über Falschparker und Raser. Mehrere forderten auch, dass die Gemeinde Verkehrssünder stärker kontrollieren soll. Grundsätzlich gebe es da zwei Möglichkeiten, sagte Kalb: die Polizei informieren oder einem kommunalen Verkehrsüberwachungs-Unternehmen beitreten, das Blitzer aufstellt und Strafzettel verteilt. Der Bürgermeister betonte aber: „Das ist für die Gemeinde immer ein Draufzahlgeschäft.“

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