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Feuerwehr

09.03.2020

Was tun, wenn das E-Auto brennt?

Warum der Zusmarshauser Kommandant Stefan Weldishofer die geplante Verkehrswende kritisch betrachtet

Angesichts der fortschreitenden E-Mobiliät im Land schlägt die Feuerwehr der Marktgemeinde Alarm. „Diese Technik macht sich breit, aber wir haben noch keine Erfahrung damit, etwa was den Brand so eines Fahrzeugs auf der Autobahn angeht“, lautete die Einschätzung des Kommandanten Stefan Weldishofer beim Jahresbericht 2019 im Gemeinderat.

Zwar bedankte er sich für das große Interesse der Bürgervertreter für die Sache der Feuerwehr und die „optimale Ausstattung“ durch die Kommune. Allerdings ließ der führende Feuerwehrler im Gremium durchblicken, dass beim richtigen Vorgehen der Retter gerade auf der Schnellstraße noch viele Unsicherheitsfaktoren bestehen würden.

„Da reicht ein Schreiben vom Freistaat für uns nicht aus“, erklärte Weldishofer gegenüber der AZ und wurde dabei grundsätzlich: „Politik und Gesellschaft wollen die Umstellung auf elektrisches Fahren, aber uns fehlen klare Handlungsanweisungen für den Ernstfall auf der Straße“, beteuerte der Kommandant mit Hinweis auf insgesamt 108 Einsätze der Floriansjünger im vergangenen Jahr. Fast die Hälfte dieser Ausfahrten entfallen auf die A8. Inklusive Feuerausbrüchen an verschiedensten Fahrzeugen. „Und das Einzige, was wir wissen, ist, brennende E-Autos benötigen beinahe so viel Löschwasser wie ein großer Lastwagen.“ Der Hintergrund: Die hohe thermische Entwicklung bei den Batterien, die einige Zeit anhält und heruntergekühlt werden muss. Weldishofer: „Die benötigte Wassermenge bekommen wir her – aber wie es dann weitergeht und ab wann vom Akku keine Gefahren mehr ausgehen, können wir noch nicht abschätzen.“ Und: „Wir Feuerwehrleute sind keine Elektrotechniker.“ Aufklärung von kompetenter Seite sei daher notwendig, um Antworten auf viele offene Fragen zu erhalten. Vom Hörensagen her wisse man, so Stefan Weldishofer weiter, dass es mit Wasser geflutete Löschcontainer geben würde, in die dann die betroffenen Vehikel zum Abkühlen gesteckt werden. Das hätte AZ-Informationen zufolge seinen hohen Preis. So werden Spezialsysteme ab 30000 Euro aufwärts angeboten. Dabei bleibt das Auto so lange in der „Box“, bis ein gefahrloser Transport mit dem Abschleppdienst erfolgen kann. Ein ums andere Mal betonte der Kommandant von fast 90 aktiven Brandschützern den hohen Ausrüstungs-Standard in Zusmarshausen. Aber: „Die Vorgaben für die Elektrifizierung kommen von höheren Gremien, wir und die Kommune werden aber mit der praktischen Ausführung alleingelassen.“ Dennoch will sich Weldishofer, der zusammen mit Stellvertreter Peter Rückert den Räten Rede und Antwort stand, den technischen Umwälzungen bei der Mobilität selbstbewusst stellen. Er verwies etwa auf die geplante E-Tankstelle bei Sortimo, in dessen Wasserkonzept man von Anfang einbezogen worden sei. Die Herausforderungen für seine Mannschaft, die sich über ein großes Drehleiter-Fahrzeug freuen kann, ergäben sich eher auf den sechs Spuren draußen. Bislang erledigt sie ihren Job so schnell wie die Feuerwehr eben. Darauf spielte Bürgermeister Bernhard Uhl an. „Es ist bemerkenswert, wie schnell Sie zur Stelle sind.“ Ratsmitglied Hubert Kraus wollte sogar „den Hut ziehen vor Ihrem Einsatz“ und dankte Weldishofer sowie dem ganzen Team für das ehrenamtliche Engagement.

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