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Ustersbach

11.06.2019

Was wächst denn da auf dem Feld?

Johann Ellenrieder aus Ustersbach auf seinem Kartoffelfeld. Außerdem baut der Landwirt Roggen und Dinkel an und führt einen Betrieb mit 50 Milchkühen. Seine Tiere ernährt Ellernrieder ausschließlich mit Gras, das von seinem Grünland stammt. 
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Johann Ellenrieder aus Ustersbach auf seinem Kartoffelfeld. Außerdem baut der Landwirt Roggen und Dinkel an und führt einen Betrieb mit 50 Milchkühen. Seine Tiere ernährt Ellernrieder ausschließlich mit Gras, das von seinem Grünland stammt. 
Bild: Marcus Merk

Landwirte beantworten bei einer Felderrundfahrt Fragen zu ihrer Arbeit auf dem Feld. Dabei erklären sie auch, warum es nicht nur Blühwiesen geben kann. 

Was wächst denn da auf den Feldern? So lautete das Motto einer Felderrundfahrt des Bayerischen Bauernverbands (BBV), Kreisverband Augsburg. Anlass dafür war für den BBV die steigende Nachfrage nach Lebensmitteln aus der Region und die Forderung nach Blüh- und Bienenflächen. Einer der Bauern, der Fragen der Bürger beantwortete, war Johann Ellenrieder aus Ustersbach.

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Der Landwirt erinnert sich noch genau: Als er vor über 30 Jahren seine Ausbildung zum Landwirt durchlaufen habe, seien Biobauern die Ausnahme innerhalb des Agrarwesens gewesen, erzählt er. Er habe damals mit drei, vier Mitstreitern an einem Kurs teilgenommen und sei schnell davon überzeugt gewesen, dass nur die biologische, nachhaltige Methode zukunftsträchtig sei.

Mittlerweile bewirtschaftet der Ustersbacher einen Betrieb mit 50 Milchkühen, 50 Hektar Grünland und 70 Hektar Ackerfläche. Seine Milchkühe, die in einem ehemaligen Klostergebäude untergebracht sind, welches Ellenrieder gepachtet hat, ernähre er ausschließlich mit Gras, das von seinem Grünland stamme.

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Kleegras erhöht den Humusgehalt im Boden

„Ich baue teilweise zehn verschiedene Arten an“, erklärt Ellenrieder. Darunter fallen unter anderem Kartoffeln, Roggen und Dinkel. Ein Großteil seiner Anbauprodukte verkauft Ellenrieder direkt in seinem Hofladen. Eine ganz wichtige Rolle spiele bei ihm aber vor allem das Kleegras. Nach sechs bis acht Jahren Ackernutzung lasse er auf den Feldern zwei Jahre lang Kleegras wachsen. Das diene zum einen als Futter für die Milchkühe. Zum anderen trage es zur nachhaltigen Nutzung des Bodens bei. Denn Kleegras erhöhe den Humusgehalt im Boden, dieser trage wiederum zur Bodenfruchtbarkeit und Regeneration des Bodens im Allgemeinen bei.

Außerdem binde der Humus Kohlenstoff, das führe zum einen zur Entlastung der Atmosphäre vom Treibhausgas Kohlendioxid. Zum anderen profitiere die Pflanze, welche auf diesem Feld als Nächstes angebaut wird, von dem im Humus gespeicherten Kohlenstoff. Auch der organische Abbau des Kleegrases trage zur Fruchtbarkeit bei, erklärt Ellenrieder. Die Politik sollte für Landwirte finanzielle Anreize schaffen, kleinere Felder nachhaltiger bewirtschaften zu können, fordert Ellenrieder. Das schütze die Natur und die Artenvielfalt.

Klima- und Artenschutz gehen nur mit der Landwirtschaft

Weitere Bauern im Landkreis Augsburg beantworteten bei der Rundfahrt Fragen der Bürger zur aktuellen Landwirtschaft und ihrer Arbeit. Dies waren: Familie W. Schuler aus Königsbrunn, Stefan Pech aus Untermeitingen, Familie Grob aus Allmannshofen und Martin Mayr aus Kutzenhausen. Laut einer Pressemitteilung des BBV sollte durch diese Veranstaltung auch die Kritik an den Maisfeldern zur Sprache kommen. Der Wunsch nach regenerativen Energien und einer Abschaltung der Kohle- und Atomkraftwerke bedeute auch, dass es mehr Platz für Energiepflanzen wie Mais geben müsse. „Klima- und Artenschutz gehe nur mit der Landwirtschaft“, so der BBV-Kreisverband. Viele Verbraucher wünschten sich Lebensmittel aus der Region zu einem akzeptablen Preis. Dies bedeutet laut BBV aber auch, dass es nicht überall Blüh- und Bienenwiesen geben könne.

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Die Diskussion ist geschlossen.

12.06.2019

Biogas.Anlagen schaden unsere Umwelt und die Artenviellfalt.Biogas-Anlagen haben keine Zukunft zur Enerigiegewinnung. sie können nur vorübergehend Bestand haben. Es gibt keine Pflanzenvielfalt mehr sondern nur noch Monokulturen wie der Maisanbau. Unsere Äcker und Wiesen waren einmal für den Lebensmittel für Mensch und Tier gedacht,doch wir missbrauchen unsere Wiesen und Äcker für die Energiegewinnung. Unsere Biogas-Anlagen sind schädlicher für die Umwelt,als wie Atomkraftwerke oder Kohlekraftwerke. Das können sie auch nach lesenhttps://www.zeit.de/2011/29/Biogas/seite-3. Ein Biolandwirt sollte auf Biogas-Anlage verzichten,und sein Augenmerk lieber auf den Naturschutz und Artenvielfalt seinen Hof betreiben. Ein guter Bio-Landwirt braucht keine finanzielle Anreize vom Staat wegen Bewirtschaftung seiner Flächen. Unsere Biolandwirte produzieren schon viel zu viel Bioprodukte,weil viele Verbraucher lieber Lebensmittel im Supermarkt kaufen, wo sie billiger sind. Ein Biolandwirt sollte nur so viel Bioprodukte anbauen,die er auch dann später verkaufen kann. Jede Firma kann auch nur so viel herstellen wie es der Absatz erlaubt, und das müsste auch einmal bei unseren Landwirten ankommen. Ich habe nichts gegen unsere Bio-Bauern.,doch eines muss gesagt sein, Bio nicht um jeden Preis und damit meine ich die Biogas -Anlagen oder Bio- Mastbetriebe. Sagen sie einmal den hungernten Menschen in Afrika das wir unsere Lebensmittel zur Energiegewinnung missbrauchen.

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12.06.2019

Für mich fängt Bio erst an, wenn der Landwirt seine Kühe auf die Weide treibt. Bei einem Biobetrieb mit 50 Milchkühen sollte man auch das Wohlergehen der Milchkühe nicht ausseracht lassen. Nur eine Kuh die auf einer Wiese weiden darf ist eine glückliche Kuh. Das gleiche gild aber auch für die Hühner. Mit einem Biosiegel wird sehr viel Geld verdient beim Eierverkauf,doch eine Bodenhaltung im Hühnerstall sagt noch lange nichts aus über den Wohlbestand der Hühner. Gerade im Tierbereich wird das Biosiegel von vielen Landwirten missbraucht was die Tierhaltung anbelangt. Gerade das Wohlergehen der Tiere in einem Biobetrieb muss an erster Stelle stehen. Die Aussage vom BBV ist falsch wenn sie sagen,viele Verbraucher wünschen sich Lebensmittel aus der Region und deshalb kann es nicht überall Blüh und Bienenwiesen geben,auch für einen Biobetrieb sollte es heißen ,manchmal ist weniger mehr.Ein Biobetrieb der meint, er habe keinen Platz für eine Blüh und Bienenwiese sollte seinen Biobetrieb neu überdenken. Wir sollten nicht immer nur auf Energiepflanzen setzen so wie den Mais,sondern viel mehr unser Augenmerk auf die Sonnenenergie lenken.Wenn wir weniger Mais anbauen würden wegen der Energiegewinnung,dann hätten wir wieder mehr Flächen für unsere Natur.sprich Raum für Bienen und anderen Tierarten.

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12.06.2019

"Wir sollten nicht immer nur auf Energiepflanzen setzen so wie den Mais,sondern viel mehr unser Augenmerk auf die Sonnenenergie lenken."
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Das ist ein frommer Wunsch. Was machen wir dann z.B. heute vormittag, wenn es bewölkt ist? Fahren wir die Industrie dann herunter? Die Biogasanlagen liefern wenigstens 24 Stunden am Tag Strom. Sonnenstrom ist Zappelstrom, nicht planbar. Und die gleiche Menge wie Sonnenstromanlagen verbaut sind muss eine verläßliche Stromquelle verbaut sein, also muss ich das Erzeugernetz doppelt aufbauen -------> viel zu teuer !

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