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Gersthofen

07.11.2017

Was wird aus der Gersthofer Giga?

Eine Übersicht über das vielseitige Angebot der Gersthofer Gewerbetreibenden gab die Giga. Die Veranstalter klagen, sie würden bei der Miete der Stadthalle unverhältnismäßig zur Kasse gebeten und drohen nun mit der Absage einer dritten Auflage 2019.

Weniger Besucher als erwartet zählte der Gewerbeverband bei seiner Schau. Warum die Veranstalter sauer auf die Stadt und ihre Vereinsrichtlinien sind

Zweimal, in den Jahren 2015 und 2017, gab die Gersthofer Industrie und Gewerbeausstellung Giga Besuchern einen Überblick über das Angebot an Handel und Gewerbe in der Stadt. Eine dritte Runde war eigentlich für 2019 geplant. Doch ob es diese geben wird, ist derzeit höchst ungewiss. Die Verantwortung dafür sieht der Gewerbeverband/Bund der Selbstständigen in Gersthofen im Wesentlichen bei der Stadt.

„Wir zahlen für die Nutzung der Stadthalle einen fünfstelligen Betrag“, erklärt einer der Organisatoren der Giga, Frank Wöhrer. „Jeder Beistelltisch, Fahnenmast und jede Leinwand im Konferenzraum werden uns extra berechnet – das ist ein schlechter Scherz.“ Das führe dazu, dass für Nichtmitglieder des Gewerbeverbands den Quadratmeter Messestand 98 Euro verlangt werden müssten. „Bei einer Größe von drei mal drei Metern landen wir bei etwa 1000 Euro.“ Deswegen tue sich der Gewerbeverband bei der Akquise schwer. „Für uns ist es nicht nachvollziehbar, dass überhaupt eine Miete verlangt wird“, resümiert Wöhrer das Ergebnis einer Abschlussbesprechung der Giga-Beteiligten. „Immerhin sind es die Gersthofer Gewerbetreibenden, die einen großen Anteil an den vollen Kassen der Stadt haben.“ Bei einem Wegfall der Mietkosten könnten die Preise gesenkt werden, und es müsste leichter werden, Aussteller zu finden.

Gersthofer Räte lehnen Zuschussantrag ab

Wie berichtet, war ein im Vorfeld vom Gewerbeverband beantragter Zuschuss von den örtlichen Politikern abgelehnt worden.

Bürgermeister Michael Wörle sieht wenig Chancen, dass die Gebühren für die Stadthalle gesenkt werden können. „Wir haben ohnehin schon die reduzierten Beträge berechnet, die wir von Gersthofer Betrieben verlangen.“

Die Gersthofer Vereine können die Stadthalle einmal jährlich für einen Abend buchen – wenn mindestens 400 Besucher (Soviel fasst der kleine Saal) zu erwarten sind. Laut Vereinsrichtlinien steht dem Gewerbeverband dies nicht zu: „Er ist zwar ein Verein, besitzt aber nicht die Gemeinnützigkeit“, so Wörle. Immerhin übernehme die Stadt ja eine Ausfallbürgschaft im Falle eines Defizits. „Ich verstehe die Aufregung nicht.“

Und so halten es andere Gemeinden:

Meitingen Wir stellen die Schlosswiese und den Rathausplatz kostenlos zur Verfügungen“, erklärt Bürgermeister Michael Higl. Die Kosten für das Zelt und die Stromversorgung trage die Wirtschaftsgemeinschaft als Veranstalterin selbst. Dazu leistet die Gemeinde flankierende Unterstützung durch den Bauhof. „Mögliche Defizite würden wir übernehmen. Das war aber bisher nie erforderlich.“

Landkreis-Süden die Gewerbeausstellung Lewa findet jeweils im Wechsel in den Städten Schwabmünchen, Königsbrunn und Bobingen statt. Veranstalter ist der Verein Lech-Wertach-Interkommunal. „Wir stimmen das jeweils mit dem örtlichen Gewerbeverbund ab, werden von den Städten behandelt wie örtliche Vereine“, erklärt Benjamin Früchtl. In jeder Kommune gebe es dabei unterschiedliche Regelungen. „Aber wir zahlen sicher nicht das, was ein gewinnorientierter Veranstalter bezahlt.“

Erwartete Besucherzahl nicht geschafft

Doch auch andere Gründe bewegen den Gersthofer Gewerbeverband, über eine dritte Auflage der Giga nachzudenken: „Für 2017 wurde erheblich mehr und professionellere Werbung gemacht.“ Deswegen rechneten die Organisatoren mit einer Verdoppelung der Besucher. „Es sind zwar mehr gekommen als 2015 – aber deutlich weniger als wir erwartet hatten“, betont Frank Wöhrer.

„Es ist schon ein unheimlicher Aufwand. Aber grundsätzlich würden wir auch 2019 gerne wieder eine Giga veranstalten.“

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