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Wildtiere

29.06.2020

Waschbär, Känguru und Co. - Die mysteriösesten Tiere im Augsburger Land

Waschbären gelten in manchen Teilen Deutschlands bereits als Plage. Als „unerwünschte Spezies“ dürfen sie von Jägern erlegt werden.
Bild: Frederik Erichsen, dpa

Plus Im Landkreis Augsburg gibt es 14.000 Hektar Wald. Dieser bietet eine Menge guter Verstecke für Wildtiere aller Art. Dazu zählen inzwischen auch Waschbär und Känguru.

Laut einer Umfrage glaubt rund ein Viertel der US-Amerikaner an Bigfoot. Einen etwa drei Meter großen Affen, der sich in den nordamerikanischen Wäldern an der Pazifikküste herumtreiben soll. Gesehen hat Bigfoot noch niemand. Zumindest niemand, der einen Beweis dafür hätte. Aber auch in den Wäldern des Augsburger Lands gibt es mysteriöse Kreaturen. Im vergangenen Jahr hat etwa die Sichtung eines Kängurus für Aufmerksamkeit gesorgt, dazu später mehr. Im Gegensatz zu Bigfoot sind die mysteriösen Tiere des Augsburger Landes aber durchaus real.

Waschbären: Diese ursprünglich aus Nordamerika stammenden Bären, haben am Dienstag auf der B300 zwischen Ustersbach und Gessertshausen einen Unfall verursacht. Von den beiden Tieren, die plötzlich auf der Fahrbahn eines Audis auftauchten, wurde eines überfahren und verursachte 250 Euro Sachschaden. In anderen Gegenden Deutschlands gelten sie schon als Plage. Im Augsburger Land sind sie laut Behörde noch selten: „Im Jagdjahr 2019/20 wurden im Landkreis Augsburg zwei Waschbären erlegt“, gibt das Landratsamt auf Anfrage bekannt. Johannes Enzler vom BUND Naturschutz ist sich aber sicher, dass die Dunkelziffer höher ist: „Sie sind nacht- und dämmerungsaktiv. Tagsüber verstecken sie sich und werden daher nur selten gesehen“, sagt Johannes Enzler.

Waschbär, Känguru und Co. - Die mysteriösesten Tiere im Augsburger Land
9 Bilder
Diese Tiere sterben in Bayern aus - und diese kehren zurück
Bild: Uwe Anspach, dpa/Bernd Thissen

Zumindest das Bayerische Jagdgesetz behandelt Waschbären, als wären sie weitverbreitet: „Sie gelten als unerwünschte Spezies. Das heißt, sie dürfen das ganze Jahr bejagt werden“, erklärt Hans Fürst von der Jägervereinigung Augsburg. Einzige Ausnahme sei, wenn sie ihre Jungen aufziehen. Der Grund: Waschbären haben keine Fressfeinde und können sich so ungehemmt fortpflanzen. Als Allesfresser sind sie anpassungsfähig und können auch in besiedelten Gegenden überleben. Etwa als Eierdiebe oder Bienenklauer. Hubert Droste leitet den Bayerischen Staatsforst in Zusmarshausen. Er bekommt viele besorgte Anrufe: „Dass ein Waschbär am Bienenstock war, erkennt man an den charakteristischen Kratzspuren“, sagt er.

War es ein Wolf, der im Landkreis Augsburg ein Schaf riss?

Einzelne Wölfe waren im Augsburger Land unterwegs.
Bild: Frederik Erichsen, dpa

Wölfe 2019 wurde bei Biberbach ein Schaf gerissen. Wenig später gab es im nördlichen Landkreis ein weiteres wolliges Opfer. Eine Genanalyse konnte den Täter entlarven: ein Wolf. Wenig später wurde er angeblich sogar gesichtet. „Das sind Einzeltiere auf der Suche nach einem neuen Revier, die können schon mal 150 Kilometer pro Tag zurücklegen“, sagt Naturschützer Enzler. „Ich bin mir sicher, dass er nur auf der Durchreise war“, sagt er. Es gebe keine Hinweise auf eine dauerhafte Ansiedlung.

Dieser Meinung sind auch Droste und Fürst. Jäger Fürst ist sich sicher, dass der Wolf geschossen werden muss, wenn er sich ansiedelt. „Das beschützt die Tiere der Bauern, und es ist auch denkbar, dass er Menschen angreift“, findet der Jäger. Enzler findet den strengen Artenschutz, unter dem der Wolf steht, richtig: „Es hält die Rehpopulation unter Kontrolle und verhindert, dass sie junge Bäume abfressen“, sagt der Umweltschützer.

Wildkatzen sind scheu und schwer zu entdecken.
Bild: Frederik Erichsen, dpa

Wildkatzen Bis heute ungesehen bleibt die Wildkatze im Augsburger Land. Die Tiere, die etwas größer sind als eine Hauskatze, galten bereits als ausgestorben. Erst im Rahmen eines Monitorings wurden sie wieder entdeckt. Um ihr auf die Spur zu kommen, bedienten die Wissenschaftler sich einer List: „Man stellt eine Art Kratzbaum auf und besprüht ihn mit einem Lockduft. So kann man Haarproben sammeln“, erzählt Jäger Fürst. „Man konnte die Gene in zwei Haarproben nachweisen. Über 55 müssen noch analysiert werden“, erzählt Umweltschützer Enzler. Gesehen worden seien die scheuen Tiere noch nicht. „Wildkatzen sind unproblematisch“, sagt Droste. Auch Enzler ist dieser Meinung: „Nicht mal Jäger finden einen Grund, sie zu schießen“, sagt der Umweltschützer. Das stimmt. Auch Fürst freut sich, dass die Wildkatze wieder da ist: „Das zeigt, dass es mit dem Zustand der Wälder aufwärtsgeht“, sagt Fürst.

Känguru Knicksy war aus einem Garten getürmt

Ein Känguru sorgte im vergangenen Jahr für Aufregung.
Bild: Frederik Erichsen, dpa

Kängurus Das ungewöhnlichste Tier, dass sich im Augsburger Land herumtreiben könnte, hat einen Beutel. 2019 kam es zu mehreren Sichtungen von Kängurus. Zwischen April und Mai gab es Aufregung um ein Wallaby namens Knicksy. Der Name kommt von einem Knick in seinem Schwanz. Knicksy konnte nach einem Sturm aus dem Garten seines Halters entkommen. Wenig später wurde es von einem Waldarbeiter fotografiert. Eingefangen werden konnte das Tier nicht. Wenn es noch dort ist, versteckt es sich gut: Dem Landratsamt wurden keine weiteren Sichtungen gemeldet.

Auch Droste weiß nicht, was mit ihm passiert ist. Die Idee, dass Knicksy sich in seinen Wäldern herumtreibt, sorgt bei ihm nur für Gelächter: „Känguruspuren wären wahrscheinlich jemandem aufgefallen“. Es ist zumindest nicht undenkbar, dass Knicksy Artgenossen gefunden hat. Schon einige Monate zuvor wollte eine Autofahrerin bei Neusäß ein Känguru gesehen haben. Droste hält eine verborgene Känguru-Herde aber für unwahrscheinlich: „Wahrscheinlich wären sie im Winter verhungert.“ Und wenn es nicht gestorben ist, dann hüpft es dort noch heute.

Lesen Sie dazu auch: Känguru gesehen: Lebt Knicksy noch?

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29.06.2020

Hallo hallo, ich habe definitiv vor ca. 3 Wochen ein Kängeru neben der B300 bei Uttenhofen gesehen. Es ist Richtung Wald gehüpft.
Siggi Fischer

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