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Neusäss

29.05.2015

Wechsel an der Spitze der Lebensmittel-Tafel

Peter Meißner, Sabine Zimmermann, Heidi Mittermeier (zuständig für Verteilung/Beschaffung) freuen sich über neue Spenden.
Bild: Andrea Faber

Sabine Zimmermann ist die neue Vorsitzende.  Es gibt 175 Berechtigte für die Essensausgabe.

Neusäß Er war seit der Gründung der Neusässer Tafel im Jahr 2007 mit an Bord. Nun übergibt Dr. Peter Meißner aus familiären Gründen sein Amt als erster Vorsitzender an Sabine Zimmermann. Die Tafel in Neusäß, bei der Bedürftige Lebensmittel bekommen, wurde vor acht Jahren gegründet. Von den rund 175 bei der Neusässer Tafel registrierten Bürgern kommen bis zu 70 pro Woche zur Ausgabestelle in das Notburga-Heim.

Um sich besser um seine pflegebedürftige Frau kümmern zu können, tritt Meißner nun in die zweite Reihe zurück. „Ich mag keine halben Sachen“, erläutert er seinen Schritt, denn er könne nicht in dem Maße wie er möchte weiter das Ehrenamt des Vorsitzenden ausfüllen.

Doch als Beisitzer und aktive Kraft bleibt der 65-Jährige dem gemeinnützigen Verein weiterhin erhalten. Darüber freut sich auch Sabine Zimmermann, denn für beide ist die Tafel ihrer aller „gemeinsames Baby“, das sie vor acht Jahren im Team erfolgreich ins Leben riefen. Für Meißner war die 54-Jährige aus Ottmarshausen „die Wunschkandidatin, denn sie kennt den Laden in- und auswendig“. Als äußerst engagierter Mensch habe sie zudem einen sehr guten Draht zu den Menschen, die die Tafel regelmäßig aufsuchen.

Für die Mutter von vier Kindern, die neben ihrer Mitarbeit in der Arztpraxis ihres Mannes auch eine über 90-jährige Frau im West-heimer Notburga-Heim betreut, ist diese neue Aufgabe ebenso wie bei ihrem Vorgänger eine echte Herzensangelegenheit: „Ich setze mich gern für Schwächere ein.“ Auch ihre eigene Mutter hatte sie über zehn Jahre hinweg gepflegt.

Nach Ansicht von Meißner ist das System der Lebensmittel-Tafel eine dreifache Gewinn-Situation: anscheinend überflüssiges, nutzloses Essen werde doch noch weiterverwertet und -verteilt, dieses komme bedürftigen Menschen zu und außerdem entstehe eine soziale Interaktion, die für beide Seiten sehr befriedigend sei. Es gehe nicht nur um das Verteilen von Ware, sondern auch die damit verbundenen Gespräche und Kontakte untereinander.

Zimmermann plant daher im Herbst auch einen Kochkurs für die Kunden der Tafel, um neben Gemeinsamkeit auch ein wenig Ernährungsbewusstsein und Produktkenntnisse zu pflegen. Dankbar sei man allen Förderern und Spendern, vor allem den regionalen Supermärkten und Bäckereien, dazu der Stadt Neusäß und dem Lions Club.

Dankbar sei man insbesondere aber auch Martin Gedon, dem Leiter des Notburga-Heims, wo die Tafel ihre logistische und organisatorische Heimat gefunden hat. „Die Infrastruktur hier ist perfekt: Räume für geringste Miete, dazu Kühlräume für die Ware und die Möglichkeit zur Weihnachtsfeier mit unseren Bedürftigen“, das alles sei die beste Betreuung, die sich die Tafel wünschen könne, schwärmt der scheidende Vorsitzende.

Eine besondere Spende erreichte jüngst die Tafel: eine Weight-Watchers-Gruppe hat zusammen 300 Kilogramm abgenommen und daher Pflege- und Hygieneprodukte in diesem Gesamtgewicht gespendet. „Doch auch ganz kleine private Geldspenden erreichen bei uns den richtigen Adressaten“, so Meißner. Für einen geringen Beitrag könne jeder auch Mitglied des eingetragenen Vereins werden.

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