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Energie

19.12.2014

Weg für die Windräder frei

Hier sollen die Windräder im Scheppacher Forst entstehen.
Bild: AZ-Infografik

Regierung von Schwaben gibt Fläche im Scheppacher Forst frei. Es gibt eine Änderung

Nach langem Hin und Her steht nun dem geplanten Windpark im Scheppacher Forst nichts mehr entgegen. Denn am Dienstag stimmte die Regierung von Schwaben dem Zielabweichungsverfahren zu. Das ermöglicht der Betreiberfirma Vento Ludens auf der Fläche nördlich der A8 zwischen Zusmarshausen und Jettingen-Scheppach Windräder zu errichten. Ursprünglich waren auf dem Areal sieben Anlagen geplant, nun möchte die Firma eine achte dazustellen. Der Bauantrag für das zusätzliche Windrad ging am gestrigen Donnerstag beim zuständigen Landratsamt in Günzburg ein.

Bereits Mitte des Jahres hatte der Windpark die erste verwaltungstechnische Hürde genommen – eine Baugenehmigung nach dem Immissionsschutzgesetz für die sieben Windräder nördlich der Autobahn. Diese war allerdings an die Auflage geknüpft, dass die Regierung von Schwaben dem Zielabweichungsverfahren zustimmt. Das ist nötig, da in der Regionalplanung bisher kein Windpark im Scheppacher Forst vorgesehen war. Mit der Zustimmung kann nun entlang der Autobahn eine Konzentrationsfläche für Windräder entstehen.

Bernhard Uhl, Bürgermeister von Zusmarshausen, erklärt das so: „Die Genehmigung des Landratsamtes Günzburg erlaubt, dass Windräder gebaut werden können. Ähnlich wie eine Baugenehmigung bei einem Privathaus. Das Zielabweichungsverfahren gestattet, im Scheppacher Forst zu bauen.“ Denn die Fläche, auf der die Windräder stehen sollen, gehört ihm nicht.

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Ursprünglich hatte das Unternehmen vor, 14 Windräder entlang der Autobahn zu bauen. Nachdem die bayerische Landesregierung aber die Zehn-H-Regelung beschlossen hatte, die vorsieht, dass der Abstand eines Windrads mindestens das Zehnfache seiner Höhe vom nächsten Wohnhaus betragen muss, sind nun sieben Räder genehmigt. Vento Ludens möchte im kommenden Frühjahr mit den Bauarbeiten für den Windpark entlang der A8 beginnen.

Weitere Flächen, die weit genug vom nächsten Wohnhaus wegstehen und darüber hinaus genügend Wind aufweisen, dürften im Landkreis nach Einschätzung der Landkreisverwaltung schwer zu finden sein. Die geltende Zehn-H-Regelung habe die Auswahl sehr eingeschränkt. Was im Grunde noch bleibt, sind Flächen, in denen niedrigere Windräder möglich wären, sofern diese durch den technischen Fortschritt rentabel wären.

Daran glaubt Hannes Grönninger nicht: „Das ist eine Farce,“ schimpfte der Kreisrat der Grünen unlängst im Umweltausschuss des Landkreises „Bei uns ist die Windkraft tot.“ Landrat Martin Sailer nahm die Verwaltung in Schutz. Diese müsse vollziehen, was in München beschlossen werde – für eine Debatte über die Zehn-H-Regelung sei ein Ausschuss des Kreistages der falsche Ort.

Vor gut drei Jahren, als es dieses Gesetz noch nicht gab, hatte es Sailer noch für möglich gehalten, dass im Landkreis an die 30 Windräder zur Stromerzeugung entstehen. So wie es heute aussieht, werden es höchstens zehn: die acht an der Autobahn sowie zwei bereits laufende im Raum Meitingen.

Der Dinkelscherber Kommunalpolitiker Peter Kraus (Freie Wähler) rät, den in der Bevölkerung umstrittenen Windkraftanlagen zu sehr nachzutrauern. Eine Untersuchung seines Arbeitgebers, des Stromversorgers LEW, habe ergeben, dass in den vergangenen Jahren in Bayerisch-Schwaben kaum ein Windrad die Erwartungen erfüllt habe. Der Wind war zu schwach.

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