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Zusmarshausen

03.04.2020

Wegen Corona-Bußgeld: Polizeichef betont: „Wir sind höflich“

Zwei Jugendliche kontrolliert hat die Polizei in Zusmarshausen. Das hatte Folgen.
Bild: Marcus Merk (Symbolfoto)

Plus Gelegentlich kommt es zu Konfrontationen mit der Ordnungsmacht. Eine davon hat jetzt in Zusmarshausen Wellen geschlagen.

Das schöne Wetter lockt immer mehr Menschen ins Freie. „Der überwiegende Teil der Bevölkerung ist sehr einsichtig und kooperativ bei Kontrollen“, stellt Raimund Pauli, der Dienststellenleiter der Polizeistation Zusmarshausen fest. In einzelnen Fällen ist es bei den derzeit gültigen Ausgangsbeschränkungen aber auch zu Konfrontationen gekommen.

So am vergangenen Mittwoch, als in Zusmarshausen zwei Jugendliche im Alter von 15 und 16 Jahren mehrfach von einer Polizeistreife ermahnt und schließlich mit einer Geldstrafe belegt wurden. Deswegen hatte sich der Vater an den bayerischen Ministerpräsidenten gewandt (wir berichteten), bislang aber keine Antwort erhalten. „Die Ausgangsbeschränkung stellt für alle Bürgerinnen und Bürger eine besondere Belastung dar. Das ist den Einsatzkräften durchaus bewusst.

Trotz Corona: Jugendliche sollen Sport treiben

Deshalb wird bei jeder Kontrolle mit der Befragung eine Einzelfallbeurteilung unter gebührender Berücksichtigung der Verhältnismäßigkeit und der vorgebrachten vermeintlichen triftigen Gründen angestellt“, so Pauli zu den Vorwürfen des Vaters eines an einer Kontrolle beteiligten Jugendlichen, mit „Kanonen auf Spatzen“ zu schießen. „Natürlich haben Kinder und Jugendliche einen besonderen Bewegungsdrang und können und sollen diesem auch nachkommen“, sagt Dienststellenleiter Raimund Pauli.

Die Polizei Zusmarshausen begrüße es sogar, wenn Jugendliche Sport treiben. „Da können sie runterkommen. Sport und Bewegung an der frischen Luft ist erlaubt – aber eben nur alleine und mit Angehörigen des eigene Hausstandes.“

Ausgangsbeschränkungen wegen Corona werden überwacht

Beim betreffenden Sachverhalt handelte es sich um eine Kontrolle zweier Jugendlicher zur Überwachung der aktuellen Ausgangsbeschränkungen. „Sie hatten sich ohne triftigen Grund und ohne Beachtung eines Mindestabstandes in den Außenanlagen des Schulzentrums Zusmarshausen getroffen, um zuvor gekauftes Bier zu konsumieren. Dies bestätigte sich durch Bierflaschen und Weizengläser, die bei einer Nachschau auf freiwilliger Basis in den Rucksäcken gefunden wurden“, so Pauli. Nach entsprechender Belehrung sei ihnen ein Platzverweis erteilt worden. Nachdem man sie zehn Minuten später erneut angetroffen habe, wurden die beiden Jugendlichen angezeigt.

Polizei will Verständnis wecken

Sehr zum Unwillen des Vaters des 15-Jährigen. „Das sind vollkommen normale Jugendliche auf dem Weg zum Erwachsensein, die hier kriminalisiert werden, anstatt dass ihnen geholfen wird“, ärgert sich Markus Vogt. Polizeichef Pauli will das so nicht stehen lassen: „Wir versuchen durch höfliches Auftreten Verständnis für polizeiliche Maßnahmen beim Gegenüber zu wecken. Dies gelingt uns faktisch beinahe immer, wenn man die Vielzahl der Beanstandungen mit dieser ersten aktuellen Beschwerde in Relation setzt.“

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04.04.2020

Nur das ich es richtig verstehe: die Jugendlichen werden ermahnt, laufen zur Schule und werden dort 10min. später auf dem Schulhof wieder angetroffen. Augenscheinlich um sich unterhalb der Woche über Tags eine Halbe zu gönnen. Einer der Beiden ist 15. Nun denn, da ist es doch klar dass hier die Polizei einen Fehler begangen hat!

Das man im Schulbetrieb gg 17h auch nicht nur im Schritttempo mit dem Fahrrad über den Hof fahren kann ohne deutlichst auf das "Vergehen" durch Schulpersonal hingewiesen zu werden, sei's drum......

Mein Sohn hat mit 15-16 auch eine Menge Mist gebaut, mir wäre es aber nie in den Sinn gekommen, diesen wenig zu Ruhm und Ehre gereichenden Umstand andern in die Schuhe zu schieben.

Wie schön wäre es, wenn sich die Eltern einfach ihrer Verantwortung stellen würden und die Polizei aktuell nicht mit so einem Schei** belästigen würden.

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