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Landkreis Augsburg

26.03.2020

Wegen Corona: Das Taxi liefert den Einkauf aus dem Supermarkt

Filialleiter Stefan Langhammer und Annkathrin Ronecker packen die Lebensmittelbestellungen in Kisten, die dann per Taxi ausgeliefert werden.
Bild: Andreas Lode

Für Menschen, die zur Risikogruppe des Coronavirus zählen, kann der persönliche Einkauf zur Gefahr werden. Ein Supermarkt in Meitingen will ihnen helfen.

Einkaufsliste durchgeben und dann warten, bis das Taxi kommt – wer derzeit nicht selbst in den Supermarkt gehen will, um eine Ansteckung mit dem Coronavirus zu vermeiden, oder wer gar unter Quarantäne steht, soll seinen Einkauf auf diese Weise erledigen können. Der Edeka-Markt Stoll in Meitingen gehört zu den Ersten, wo das möglich ist.

Stefan Stoll hat sich schnell dafür entschieden, bei einem Projekt mitzumachen, das Menschen den Weg in den Supermarkt ersparen kann. Kunden bestellen in seinem Edeka-Markt in Meitingen via Internet, per Telefon oder Fax die Waren, die sie benötigen, seine Mitarbeiter packen sie zusammen und schicken dann ein Taxi los, das die Lieferung zum Kunden transportiert.

Corona: Neue Plattform soll Angebote bündeln

Bereits am Montag gab es diese Möglichkeit zunächst auf der Homepage des Marktes, doch gebündelt sollen solche Angebote auf einer neuen Plattform erreichbar sein. Die Idee: Ein Kunde gibt seine Postleitzahl ein, das System zeigt die Geschäfte in der Nähe an, die als Kooperationspartner dabei sind. Der Käufer wählt einen Anbieter aus, erstellt seinen Einkaufszettel, der an den Supermarkt übermittelt wird, und bekommt die Ware dann per Taxi zugestellt.

Das Projekt geht auf die Initiative von Stefan Strixner zurück. Der Unternehmer aus Mainbach meldete sich am vergangenen Freitag mit der Idee bei Fabian Mehring. Der Landtagsabgeordnete knüpfte Kontakte zum Wirtschaftsministerium, das schnell Unterstützung für das Projekt signalisierte. Bereits am Wochenende war ein Prototyp der Internetplattform programmiert, sodass die benötigten Funktionen getestet werden können.


Über das Wirtschaftsministerium sollen nun Kontakte zu Discountern und Supermärkten hergestellt werden. Mehring sieht neben dem praktischen Nutzen für die Kunden, die in der aktuellen Situation zu Hause bleiben wollen oder gar müssen, in dem Projekt auf wirtschaftlicher Ebene eine Win-win-Situation – sowohl für die Händler als auch für die Taxifahrer, denen aufgrund der Corona-Krise ein Großteil der Aufträge weggebrochen ist.

Beitrag zum Schutz der Menschen in der Risikogruppe

Für Stefan Stoll hat noch ein anderer Aspekt eine große Bedeutung, der ihn auch zu seiner schnellen Zusage bewog: „Es dient dem Schutz der Menschen, die zur Risikogruppe gehören.“ Diese Menschen, für die eine Ansteckung mit dem Coronavirus eine erhebliche Gesundheitsgefahr darstellt, müssen nicht selbst in den Markt kommen, in dem sie dann womöglich vielen anderen Einkäufern begegnen. Solche Begegnungen vermeiden zu können, sei ein großer Vorteil.


Stoll nimmt Bestellungen jedoch nicht nur übers Internet auf. Insbesondere ältere Menschen werden von den Experten als besonders gefährdet eingestuft, und in dieser Personengruppe ist nicht jeder so mit dem Internet vertraut wie jüngere Generationen. Daher ist die Bestellung für den Lieferservice über ein Formular auch per E-Mail oder Fax möglich, zudem kann sie auch telefonisch aufgegeben werden.

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