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Landkreis Augsburg

27.03.2020

Wegen Corona im Ausland festgesessen: Jugendliche sind wieder daheim

Sophie Krebs aus Zusmarshausen wollte ihr Highschooljahr in Texas gerne beenden. Doch nun musste sie doch zurück nach Deutschland.
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Sophie Krebs aus Zusmarshausen wollte ihr Highschooljahr in Texas gerne beenden. Doch nun musste sie doch zurück nach Deutschland.
Bild: Familie Krebs

Plus Das Zittern hat ein Ende: Die jungen Frauen, die wegen des Coronavirus in Kap Verde festsaßen, sind zurück. Das gilt auch für eine junge Zusmarshauserin.

Das Zittern hat ein Ende: Vier junge Frauen aus der Stadt und dem Landkreis Augsburg , die nach einem Urlaub in Kap Verde nicht mehr zurückkamen, sind wieder zu Hause. Die vier Jugendlichen waren vor zwei Wochen zu einer Reise in den afrikanischen Inselstaat aufgebrochen. Dann wurde der Rückflug gestrichen.

Eine bange Zeit für die Familien der Mädchen begann. Zunächst schaffte es die kleine Gruppe mit einem Inlandsflug auf jene der kleinen Inseln in dem Land, von wo aus noch Flüge nach Europa gingen. Die jungen Frauen hatten ihre Reise im Internet gebucht, plötzlich fühlte sich keiner mehr für sie zuständig. Sie versuchten zunächst, Plätze in den Flugzeugen eines großen deutschen Pauschalreiseanbieters zu bekommen – ohne Glück, wie Mutter Beate Wagner erzählt.

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„Dabei hatten sie noch Glück, eine Unterkunft in einem Hostel zu haben, das noch nicht geschlossen hatte“, berichtet sie. Die jungen Frauen checkten mit Sack und Pack am Morgen aus und fuhren zum Flughafen, am Abend standen sie dann dort wieder vor der Tür. Zunächst hatten die Familien und die jungen Frauen gehofft, dass es wieder internationale Flüge über Lissabon geben würde. Kap Verde war bis 1975 portugiesische Kolonie, die Kontakte sind noch eng. Eine große Hilfe in den vergangenen Tagen sei das Büro der Landtagsabgeordneten und bayerischen Familienministerin Carolina Trautner gewesen.

Die Familien freuten sich über die „großartige Unterstützung“ vom wissenschaftlichen Mitarbeiter Trautners, Stephan Dölle. Sogar am Wochenende sei er ein hilfsbereiter Ansprechpartner gewesen. Auch Bundestagsabgeordneter Hansjörg Durz habe sich bei der Familie Wagner gemeldet und sich nach dem aktuellen Stand erkundigt.

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Weltweit holt das Auswärtige Amt derzeit Touristen und Menschen zurück

Die jungen Frauen sind nicht die einzigen, um die sich Stephan Dölle gerade bemüht. „Wir haben noch Anfragen einer Familie, die in Serbien war, beziehungsweise ist, zwei jungen Reisenden in Simbabwe und von Deutschen in Buenos Aires bekommen.“ Seine Kollegin Julia Hartl und er versuchten zu helfen, wo immer dies möglich sei. „Wir holen Informationen zum Beispiel über das Auswärtige Amt ein und suchen auch nach möglichen Flugverbindungen.“ Im Fall der jungen Frauen habe er der Familie seine Einschätzungen mitgeteilt, gemeinsam habe man Ideen entwickelt. Die Mutter habe die zuständige Botschaft in Dakar im Senegal, er selbst regelmäßig das Auswärtige Amt kontaktiert. Und manchmal sei auch einfach mal ein „aufmunterndes Wort“ angebracht gewesen.

Weltweit holt das Auswärtige Amt derzeit Touristen und Menschen zurück, die im Ausland etwa bei einer Hilfsorganisation tätig sind. Jetzt steht fest: Die Aktion für Kap Verde ist für den heutigen Freitag geplant und wendet sich an alle Deutschen, die keinen kommerziellen Rückflug mehr bekommen konnten. Für die vier Freundinnen ist das nicht mehr nötig. Sie haben, praktisch im letzten Moment, einen Platz in einem Flugzeug von Luxair bekommen. Die Gesellschaft hatte luxemburgische Staatsbürger aus Kap Verde abgeholt und hatte noch Platz für die vier jungen Frauen. Gleich nach der Ankunft wurden sie von einem Elternteil der Frauen abgeholt, inzwischen sind sie wieder zu Hause.

„Die Lage hat sich inzwischen zugespitzt“

Das gilt auch für Sophie Krebs. In der vergangenen Woche hatten wir noch berichtet, dass die Jugendliche aus Zusmarshausen gerne ihr Highschooljahr in Texas beenden wollte. Vor wenigen Tagen noch war das mit ihrer Austauschorganisation auch noch möglich gewesen. „Die Lage hat sich inzwischen zugespitzt“, hatte ihre Mutter Frauke Krebs aber kurz darauf berichtet. Sophie musste zurück. Ebenfalls abenteuerlich, denn der erste geplante Flug wurde abgesagt.

Zunächst war Frauke Krebs die einzige, die wusste, dass Tochter Sophie nach Hause kommen würde – und hat daraus eine Überraschung für die Familie gemacht.

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