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16.06.2017

Wehr: Radler können wieder drüber

Seit einigen Monaten war der Weg über das Stauwehr bei Ellgau für Radfahrer gesperrt. Jetzt haben die betroffenen Gemeinden und die Bayerischen Elektrizitätswerke eine Lösung gefunden.
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Seit einigen Monaten war der Weg über das Stauwehr bei Ellgau für Radfahrer gesperrt. Jetzt haben die betroffenen Gemeinden und die Bayerischen Elektrizitätswerke eine Lösung gefunden.

Die Sperrung gibt es nicht mehr. Wer mit dem Rad die Wehranlagen am Lech nutzt, handelt aber auf eigene Gefahr. Welche Lösung BEW und Gemeinden gefunden haben

Für die betroffenen Lechtaler war es ein großes Ärgernis: die Sperrung der Wehranlagen am unteren Lech für Radfahrer. Seit Herbst letzten Jahres durften die Wehre zwischen Meitingen/Thierhaupten und Rain von Radfahrern nicht mehr benutzt werden. Die Bayerische Elektrizitätswerke GmbH (BEW) als Betriebsführer dieser Kraftwerke hatte das so entschieden. Der Grund: Die Übergänge am Wehr seien lediglich als Fußweg konzipiert und würden deshalb die Qualitätsnormen für Radwege hinsichtlich Breite, Belag und sonstige Kriterien nicht erfüllen, so die BEW damals; es bestehe also ein erhöhtes Sicherheitsrisiko für Radfahrer. Und die Wehrübergänge würden teilweise sogar in Radkarten aufgeführt, zeigte sich die BEW entsetzt und entschloss sich zu der umstrittenen Sperrung – zumal es immer mehr schwere E-Bikes gebe, mit denen der Übergang noch schwieriger zu bewältigen sei.

Ein einfaches Schild mit dem Hinweis „Betreten auf eigene Gefahr“ reiche nicht, um die Haftung auszuschließen, so die BEW damals zum rechtlichen Hintergrund.

Daraufhin gab es immer wieder heftige Bürgerproteste gegen diese Entscheidung. Denn die Übergänge waren sowohl von Fußgängern als auch von Radfahrern fleißig genutzt worden. Und lange Umwege bis zu den offiziellen Lechbrücken bei Thierhaupten und Rain mochten viele nicht in Kauf nehmen.

Die Bürgermeister von Thierhaupten und Ellgau, Toni Brugger und Manfred Schafnitzel, standen der Sperrung ebenfalls kritisch gegenüber. „Die Bürger erwarten, dass diese Verbindungswege offen stehen“, so Brugger damals. Und sein Kollege Schafnitzel war sicher: „Viele Radfahrer werden das Wehr auch in Zukunft trotz der Sperrung nutzen.“ Bei Bürgergesprächen mit Meitingens Gemeindeoberhaupt Michael Higl beschwerten sich auch die Bürger aus Ostendorf und Waltershofen über die Sperrung des nahe gelegenen Wehrübergangs.

Hinter den Kulissen wurde seitdem nach einer bürgerfreundlicheren Lösung gesucht. Diese ist nun gefunden und sieht nach Angaben der BEW folgendermaßen aus: An den drei Kraftwerken in Ellgau, Oberpeiching und Rain sind Beschilderungen angebracht, die den Wehrsteg als Gehweg kennzeichnen. Konkret handelt es sich um das bekannte Verkehrsschild, das zwei Fußgänger auf blauem Hintergrund zeigt.

Da diese Beschilderung in den Zuständigkeitsbereich der Gemeinden fällt, hätten sich die BEW in den letzten Monaten eng mit dem Markt Thierhaupten und der Stadt Rain abgestimmt, erläutert Thomas Renz, Abteilungsleiter Kommunikation der Lechwerke AG, auf Anfrage unserer Zeitung. Ziel der Gespräche sei es gewesen, eine für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung zu finden.

Nachdem die Situation nochmals gemeinsam geprüft worden sei, habe man sich für diese Art der Beschilderung entschieden. BEW habe also auf Anordnung der Kommunen die Wehrstege jetzt als Gehwege gekennzeichnet.

Durch diesen Kunstgriff ist die Querung für Radfahrer wieder möglich. Allerdings handle der Radfahrer auf eigene Gefahr, betont die BEW.

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