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Diskussion

17.10.2019

Weihnachtsmarkt in Fischach: Klima-Demo bewirkt Wandel

In Fischach haben die Kinder mit ihrer Demonstration schon etwas bewegt. Im Marktgemeinderat wurde nun lebhaft diskutiert, was für den Klimaschutz getan werden kann.
Bild: Marcus Merk (Archiv)

Nach der "Fridays for Future"-Demo soll auf dem Fischacher Weihnachtsmarkt soll Mehrweggeschirr verwendet werden. 1500 Tassen werden angeschafft.

Die Jugendbewegung "Fridays for Future" hat auch den Marktgemeinderat erreicht. Im Rahmen dieser Protestkampagne hatten Schüler der Grund- und Mittelschule Fischach-Langenneufnach Bürgermeister Peter Ziegelmeier eine Vielzahl von Wünschen und Anträgen zur Verbesserung des Klimaschutzes vor Ort übergeben. In der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderats wurde darüber lebhaft diskutiert.

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Schüler hatten viele Forderungen an Marktgemeinderat

So wünschten sich die Schüler unter anderem mehr Blumenwiesen für die Bienen, die Verwendung von regionalen Produkten, Energiesparlampen für Straßenbeleuchtungen, mehr Innenraumverdichtungen statt die Ausweisung von Neubaugebieten sowie die Anpflanzung von mehr Bäumen in Fischach und den Ortsteilen. Darüber hinaus forderten die Schüler, künftig plastikfreies Mehrweggeschirr bei gemeindlichen Veranstaltungen zu verwenden. Darauf habe die Verwaltung reagiert, erklärte Bürgermeister Ziegelmeier.

Parallel dazu hatte er im Vorfeld die am Weihnachtsmarkt beteiligten Vereine zu einer Besprechung eingeladen. Das Ergebnis: Alle hatten sich für Mehrweggeschirr auf dem Weihnachtsmarkt ausgesprochen. „Diese grundsätzliche Zustimmung war jedoch verbunden mit der Bedingung der Vereine, dass die Schüler, Lehrer oder Eltern auch einen Beitrag zu einem plastikfreien Weihnachtsmarkt leisten, etwa in der Bedienung des Spülmobils“, ergänzte der Bürgermeister. Rektorin Elisabeth Kick habe in einem Gespräch dazu grünes Licht signalisiert.

Weihnachtsmarkt in Fischach: Klima-Demo bewirkt Wandel

Keine Plastikbecher mehr auf Weihnachtsmarkt

Um Plastikbecher zu verbannen, will die Marktgemeinde deshalb nach Rücksprache mit den Vereinen 1500 Tassen anschaffen. Dazu gab eine örtliche Firma bereits ein Kostenangebot ab. Eine Diskussion zog allerdings die Tassenfarbe nach sich und ob ein Aufdruck angebracht werden solle.

Das Gremium einigte sich schließlich auf eine weiße Tasse, wenn diese billiger als eine farbige ist. Sie soll mit dem Gemeindewappen und dem Aufdruck „Marktgemeinde Fischach“ versehen werden. Zudem wurde die Verwaltung beauftragt, ein Konkurrenzangebot einzuholen. Zweiter Bürgermeister Michael Menner meinte, die vorliegende Preiskalkulation sei zu teuer.

Für Diskussion sorgte auch der Antrag der Marktgemeinderätin und Sprecherin des Ortsvereins Stauden von Bündnis 90/Die Grünen, Christine Disse-Reidel. Sie forderte die Verwendung von Mehrweggeschirr bei allen Veranstaltungen auf öffentlichen Flächen und Räumen. Dies sollte die Gemeinde zur Auflage machen. „Gerade Einwegbecher oder -teller – egal ob aus Kunststoff oder Pappe – verursache sehr große Berge an Verpackungsmüll“, verdeutlichte sie. Die Marktgemeinde müsse hier mit gutem Beispiel vorangehen.

Rat will prüfen, wie möglichst viel Müll vermieden werden kann

Aus dem Kollegenkreis wehte ihr kräftiger Wind entgegen. Bei diversen Veranstaltungen der Vereine gehe es ohne Pappe nicht, meinten einige Gemeinderäte. Als Beispiele dafür nannten sie die Ausgabe von Currywurst und Schupfnudeln. Das funktioniere mit Tellern nicht. Die müssten nach der Rückgabe mit großem Aufwand gesäubert und gespült werden. Dazu sei kein Verein bereit, auch personell nicht.

Michael Menner brachte schließlich in die Debatte ein, alles mit Maß und Ziel zu betrachten und einen Schritt nach dem anderen zu gehen. Bürgermeister Peter Ziegelmeier schlug daraufhin vor, mit allen Veranstaltern zu sprechen, was und wie bei der Verwendung von Mehrweggeschirr durchführbar sei. Dem stimmte dann auch der Marktgemeinderat zu.

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