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Nordendorf

17.02.2020

Welche Geheimnisse barg das Grab von Nordendorf?

Bei Ausgrabungen in Nordendorf entdeckten Archäologen ein voll ausgestattetes Grab eines Reiterkriegers aus dem frühen Mittelalter. Für die Wissenschaft ist dieser Fund ein absoluter Glücksfall.
Bild: Römisches Museum Augsburg

Am Montagvormittag wird der Inhalt des Nordenorfer Reitergrabs aus dem frühen Mittelalter vorgestellt. Was geschieht dann mit den Funden?

Sogar der bayerische Wissenschaftsminister ist neugierig: Bernd Sibler will am Montagvormittag den Inhalt des gut erhaltenen Reitergrabes vorstellen, das im Sommer in Nordendorf gefunden wurde.

Zwischen Bahnlinie und B2 stießen die Archäologen auf die Überreste eines etwa 1,80 Meter großen Kriegers aus dem frühen Mittelalter, der mit seinen Waffen und seinem Pferd dort bestattet worden war und zwischen 20 und 40 Jahre alt wurde.

Zu den Grabbeigaben gehörten unter anderem Geschirr aus Ägypten und Kreuze aus Blattgold. Sie lassen auf eine wohlhabende Bevölkerungsgruppe schließen, die auch Kontakte in die Ferne unterhielt und offensichtlich bereits christianisiert war.

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Reiterkrieger von Nordendorf wurde vor mehr als 1300 Jahren bestattet

Der Reiter-Krieger wurde vor mehr als 1300 Jahren bestattet. Während seine Gebeine und das vollständig erhaltene Gerippe des Pferdes in die anthropologische Staatssammlung wandern, werden die Funde heute in den Restaurierungswerkstätten des Landesamtes für Denkmalpflege erläutert. Übernehmen soll das Generalkonservator Matthias Pfeil.

Wie Dr. Ruth Sandner, die Chef-Archäologin der Thierhaupter Außenstelle des Landesamtes für Denkmalpflege auf Anfrage unserer Redaktion verdeutlichte, seien die so genannten Reiter-Gräber im frühen Mittelalter sehr selten gewesen. Unter den mehr als 400 frühmittelalterlichen Gräbern, auf die man seit Mitte des 19. Jahrhunderts in Nordendorf gestoßen sei, habe sich nur ein halbes Dutzend gefunden, in denen die Pferde mit ihren Besitzern bestattet wurden.

Auch unter diesen Gräbern ragt der jüngste Fund aber heraus. Das Grab wurde bis zu seiner Entdeckung nie geöffnet und deswegen auch nicht geplündert. Für die Wissenschaft gilt dieser Fund aus dem siebten Jahrhundert als ein absoluter Glücksfall. Öffnet er doch ein Fenster in eine Epoche, aus der es nur wenig Zeugnisse gibt.

Lesen Sie dazu auch: Sensationsfund: Was das Grab von Nordendorf über unsere Vorfahren verrät

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