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Landkreis Augsburg

23.02.2021

Weniger Autos, mehr Fahrräder: Wie sich Corona auf die Unfallstatistik auswirkt

Die Polizei Zusmarshausen meldet weniger Autounfälle. Auffällig ist aber, dass es offenbar vermehrt zu Unfällen durch Radfahrer kommt.
Bild: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Plus Der Lockdown wirkt sich offenbar auf die Zahl der Autounfälle aus. Während diese sinkt, steigt eine andere überraschend an. So bewertet die Polizei Zusmarshausen die Statistik.

Die Zahl der Unfälle im Bereich der Polizei Zusmarshausen geht zurück. Wie aus der Statistik hervorgeht, melden die Beamten für das vergangene Jahr 1100 Verkehrsunfälle. Das sind etwa elf Prozent weniger als im Vorjahr. Auffällig ist: Während es zwischen Autos im Augsburger Land weniger gekracht hat, steigt die Zahl der Fahrradunfälle. Das hat aus Sicht von Polizeichef Raimund Pauli auch mit Corona zu tun.

Der Einsatzbereich der Polizei Zusmarshausen erstreckt sich in etwa von Emersacker im Landkreisnorden bis Fischach im Süden und Diedorf im Westen des Kreises. Dass es in seinem Dienstbereich im vergangenen Jahr zu weniger Unfällen als üblich kam, führt Raimund Pauli auf verschiedene Faktoren zurück. Ein Grund sei, dass generell weniger los war auf den Straßen im Augsburger Land. Wegen des Corona-Lockdowns blieben die Leute öfter zu Hause - und es wurde sicherer auf den Straßen. Das spiegelt auch die Zahl der Verletzten bei Verkehrsunfällen wieder. Im Vergleich zum Vorjahr sank diese von 175 auf 163.

Sind seit Beginn des Lockdowns mehr Fahrradfahrer unterwegs?

Auffällig ist: Besonders die Zahl der Fahrradunfälle ist gestiegen. Pauli redet von einem "regelrechten Boom" des Fahrradverkehrs während der Pandemie. Und weil immer mehr Radfahrer unterwegs sind, steigt auch die Zahl der Unfälle in diesem Bereich. Die liegt 2020 bei 49. Das ist mehr als ein Drittel Steigerung im Vergleich zum Vorjahr. Bei sechs dieser Unfälle waren E-Bike-Fahrer beteiligt.

Insgesamt meldet die Polizei Zusmarshausen 133 Unfälle mit Personenschaden (im Vorjahr 135). 39 Menschen wurden schwer und 120 Menschen leicht verletzt, vier Menschen starben nach Verkehrsunfällen. Im Vergleich zum Vorjahr bleibt diese Zahl somit "leider konstant", stellt Raimund Pauli fest. In den vergangenen Jahren gab es meist zwischen einem und fünf Verkehrstoten im Jahr.

Vier tödliche Unfälle im Bereich der Polizei Zusmarshausen

Drei dieser vier tödlichen Verkehrsunfälle ereigneten sich im Raum Zusmarshausen. Bei Zusamzell und auf der Staatsstraße 2510 auf Höhe des Rothsees kam jeweils eine Autofahrerin alleinbeteiligt von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen Baum. Tödlich endete auch die Kollision zwischen einer Fußgängerin und einem Autofahrer auf Höhe des Zusmarshauser Ortsteils Wollbach. Die 69-Jährige wurde an Heiligabend beim Überqueren der Straße von einem Auto erfasst. Die Frau wurde durch den Aufprall lebensgefährlich verletzt und verstarb trotz Reanimation durch den Rettungsdienst noch an der Unfallstelle.

Ebenfalls tödlich endete ein tragischer Unfall auf der B300 zwischen Gessertshausen und Ustersbach. Eine Autofahrerin hatte dort im Sommer beim Abbiegen einen Motorradfahrer übersehen und ist mit ihrem Wagen frontal gegen das Zweirad gefahren. Der Motorradfahrer kam bei dem Zusammenstoß ums Leben, seine Ehefrau, die auf dem Soziussitz saß, musste schwer verletzt in die Uniklinik eingeliefert werden.

Wo liegen die Unfallschwerpunkte im Landkreis Augsburg?

Die meisten Unfälle ereigneten sich im Raum Zusmarshausen mit 187 Verkehrsunfällen. Am geringsten ist die Anzahl im Gemeindebereich Ustersbach mit 27 Verkehrsunfällen. Grundsätzlich verteilen sich die Unfälle aber relativ gleichmäßig, das war in den vergangenen Jahren anders. Bisher konnte als leichter Schwerpunkt die B300 zwischen Diedorf und Gessertshausen festgehalten werden. Angesichts der Vielzahl an Autofahrern auf dieser Strecke könne man bei 34 Unfällen im Jahr aber nicht mehr von einem Schwerpunkt sprechen, meint Polizeichef Pauli.

Ebenso fiel die Kreuzung der Staatsstraße 2510 und Kreisstraße A5 im Gemeindebereich Horgau in den vergangenen Jahren auf. Seither gibt es Überlegungen, an dieser viel befahrenen Kreuzung einen Kreisverkehr zur Verkehrsberuhigung zu bauen. Den gibt es zwar noch nicht, dafür wurde eine Linksabbiegerspur eingerichtet. "Diese Maßnahme wirkte sich positiv aus", meint der Polizeichef.

Intensive Drogen- und Alkoholkontrollen im Bereich der PI Zusmarshausen

Auffällig ist, dass die meisten Unfälle im Ort und nicht auf den Verbindungsstraßen passieren. Pauli appelliert daher, besonders innerorts wachsam zu bleiben - auch, wenn die Unfälle dort wegen reduzierter Geschwindigkeit meist glimpflich ausgehen. Was die Unfallursachen angeht, liegt nicht angepasste Geschwindigkeit im Bereich der PI Zusmarshausen auf Platz drei. Die meisten Unfälle passierten, weil nicht ausreichend Abstand eingehalten wurde. Gefolgt wird diese Ursache von Fehlern beim Abbiegen auf Platz zwei. Deutlich weniger Unfälle gab es beim Überholen, und auch Alkohol und Drogen spielen weniger eine Rolle als in den Jahren zuvor. Das führt Pauli auch auf intensive Alkohol- und Drogenkontrollen zurück.

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