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Neusäß

14.06.2018

Weniger Einbrüche, mehr Schmierereien

Schmierereien an Wänden und Mauern – hier ein Archivbild von der Bahnunterführung am Schmuttertalgymnasium Diedorf – ist auch in Neusäß ein Problem, das immer mehr zunimmt.
Bild: Marcus Merk (Archiv)

Insgesamt wurden in Neusäß im vergangenen Jahr 600 Straftaten verübt. Wie die Polizei in Gersthofen die Sicherheitslage in der Stadt einschätzt

Wie schützt man sein eigenes Heim am besten vor Einbrechern? Als die Polizei vor drei Jahren in Neusäß zu diesem Thema Tipps gab, war der Saal brechend voll. Zu dieser Zeit herrschte helle Aufregung wegen der vielen Wohnungseinbrüche. Über 30 Einbrüche wurden jeweils im Jahr 2014 und 2015 gezählt. Die Brutalität und Skrupellosigkeit einiger Taten erschütterte die Menschen. Jetzt die gute Nachricht: Inzwischen ist die Zahl der Taten deutlich gesunken.

Im vergangenen Jahr wurde in Neusäß zehnmal eingebrochen. Die Polizei im Raum Augsburg habe in die Aufklärung der Einbrüche „viel Manpower“ reingesteckt, erklärt der Leiter der Inspektion Gersthofen, Markus Schwarz. Das habe sich ausgezahlt. Es konnte eine große Anzahl an Tätern geschnappt werden. Ein Zeichen dafür, dass die Neusässer sich zurzeit wegen der Einbrüche nicht mehr so viele Sorgen machen, sieht Schwarz bei den Präventionsveranstaltungen der Polizei. Zum jüngsten Vortrag kamen nur noch etwa fünf Leute.

Rund 600 Straftaten

Insgesamt wurden in Neusäß im vergangenen Jahr rund 600 Straftaten erfasst. Das geht aus dem aktuellen Sicherheitsbericht hervor, den Polizeichef Schwarz dem Stadtrat präsentierte. „Diese Zahl ist in Neusäß relativ konstant in den vergangenen zehn Jahren.“ Etwa 60 Prozent der Straftaten seien aufgeklärt worden, sagt der Polizeichef.

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Kollege Thomas Klingler von der Inspektion Gersthofen weiß, dass die Bürger am meisten vor der Straßenkriminalität Angst haben. Dazu gehören gefährliche Körperverletzung, Exhibitionismus, Diebstahl, Straßenraub oder Sachbeschädigung an Autos. In die Kategorie der Straßenkriminalität fielen im vergangenen Jahr in Neusäß 150 Vorfälle. Angezeigt wurden zwei Vergewaltigungen. Eine leichte Zunahme stellt die Polizei bei den leichten Körperverletzungen fest (40 im Jahr 2017). Siebenmal eskalierte die Situation bis zur gefährlichen Körperverletzung. Etwa 40 Sachbeschädigungen an Autos wurden gemeldet. Laut Klingler kommt es heuer häufig vor, dass Embleme von Fahrzeugen abgerissen werden. So werde zum Beispiel der Mercedes-Stern von manchen Leuten gesammelt. Wieder „in Mode“ sei auch der Fahrraddiebstahl. Etwa 40 Räder sind im vergangenen Jahr in Neusäß verschwunden, das sind zumindest die gemeldeten Diebstähle. Polizeichef Schwarz wundert sich immer wieder, dass selbst einfache Räder gestohlen werden. Ein häufiger Tatort seien dafür die Bahnhöfe. Nur im seltenen Fall tauchten diese Räder jemals wieder auf.

Schmierereien nehmen zu

Ein Dorn im Auge ist dem Inspektionsleiter und seinen Kollegen zurzeit das Graffiti in Neusäß. Schwarz: „Das ist gerade wieder im Kommen.“ Es wurden mehrmals Mauern, Abfalleimer, Bushaltestellen, Lastwagenplanen und Ähnliches beschmiert. Die Schmierereien müssten schnell beseitigt werden, weil sich sonst der Nächste animiert fühle und Wände bunt bemale. Viele Bürger würden sich daran stören, weiß Schwarz aus Gesprächen mit Neusässern. 99 Anzeigen wurden 2017 gestellt. Ein Sprayer habe im Stadtgebiet heuer bereits einen Schaden von 30000 Euro verursacht, schätzt Polizist Klingler.

Ihn und seine Kollegen beschäftigen außerdem zunehmend Betrugsfälle. 94 wurden in Neusäß im vergangenen Jahr gezählt (2016: 65). Nicht einberechnet sind hier die Betrügereien im Internet, die laut Schwarz immer häufiger angezeigt werden, seitdem man dies auch online machen kann.

So gut wie keine Probleme mit Jugendlichen

Der größte Teil der Straftaten geht in Neusäß auf das Konto von Erwachsenen und nicht von Jugendlichen. Von 317 ermittelten Tatverdächtigen sind 247 männlich. Ein Fünftel der Täter sind Ausländer, so die Polizei-Statistik. „Allgemein haben wir in Neusäß so gut wie keine Probleme mit Jugendlichen“, betont Schwarz. In der Stadt gebe es keinen berüchtigten Szene-Treff. Anders als in früheren Jahren gebe es auch rund um das neue Jugendkulturhaus nichts zu tun für die Polizei, so Schwarz. „Das läuft ruhig.“ Dieser Satz passe insgesamt zur Einsatzzahl in Neusäß. Am meisten zu tun gebe es für ihn und seine Kollegen in Neusäß bei Großveranstaltungen, wie dem Stadtfest oder dem anstehenden Landkreislauf. Kommentar

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