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Dinkelscherben

10.05.2015

Wenn das Hobby zum Virus wird

Konrad Niederhuber (links) erhielt von Dinkelscherbens Bürgermeister Edgar Kalb die Ehrenbürgerwürde.
Bild: Marcus merk

Konrad Niederhuber war und ist unermüdlich für das Dinkelscherber Heimatmuseum im Einsatz. Jetzt gab es ganz offizielle eine Anerkennung für den Fleiß.

Keiner kennt die Malerfamilie Scherer so gut wie er, keiner hat so viele Stunden Freizeit geopfert, um das Heimatmuseum mit Galerie im Zehentstadel zu einem Aushängeschild von Dinkelscherben zu machen: Konrad Niederhuber. Er wurde jetzt mit dem Ehrenbürger-Titel der Marktgemeinde gewürdigt. Bei der Feierstunde im Sitzungssaal des Rathauses hatte er das letzte Wort: „Ich habe das gemacht, was ich für notwendig gehalten habe“, sagte er. Und merkte an: „Und wenn wir Niederhubers etwas machen, dann aber gescheit.“ Auf das Wie gingen Weggefährten ein. Ihr Lob zeigte: Die Arbeit Niederhubers hat dazu beigetragen, dass Dinkelscherben zum kulturellen Zentrum des westlichen Landkreises geworden ist. So formulierte es Bürgermeister Edgar Kalb, der auf den Lebensweg des neuen Ehrenbürgers einging.

Niederhuber studierte Philosophie, zwei Semester Theologie, um dann am Ende doch auf das Lehramt zu kommen. Schließlich unterrichtete er in Bubes-heim, Ichenhausen, Wollmetshofen, Reitenbuch, Dürrlauingen, Königsbrunn und Kirchseeon. Als stellvertretender Leiter baute er in Dinkelscherben die Helen-Keller-Schule mit auf. Damals traf er auf einen alten Freund aus der Schulzeit in St. Stefan in Augsburg: den früheren Dinkelscherber Bürgermeister Herbert Eser.

Es war das Jahr 2000, und Niederhuber war gerade offiziell in Rente gegangen, als das Telefon klingelte. Am anderen Ende Herbert Eser. Eser suchte händeringend einen Vorsitzenden für den Heimatverein und war überzeugt, der Konrad sei der Richtige. Der wiederum konnte nicht Nein sagen. „Er hat mich lange bearbeitet, und ich habe zugestimmt, ohne zu wissen, was mich eigentlich erwartet. Am Ende war es eine Arbeit, die zum Virus wurde.“ Eser: „Heute bin ich ihm unheimlich dankbar dafür. Es hätte damals keinen Besseren gegeben.“

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Eser behielt recht, wie Niederhubers Nachfolger im Museum, Christoph Lang, in seiner Laudatio bemerkte. Denn der leidenschaftliche Heimatforscher habe Dinkelscherben ein Alleinstellungsmerkmal gegeben. Niederhuber entdeckte die Malerbrüder Scherer aus Ettelried als großes Thema, bereitete einige Exponate auf und konzipierte die Scherergalerie im ersten Stock des Zehentstadels. Nach der Einarbeitung entwickelte er Ideen und Visionen. Er stellte das Angebot des Heimatmuseums infrage und gab ihm gleichzeitig ein eigenes Profil. Niederhuber sei der geborene, perfekte Museumsleiter, der sich in jedes Detail hineindenke. Er betreibe keine reine Gelehrtenwissenschaft, sondern vermittle Geschichte, Kunst und Kultur für die Allgemeinheit.

Niederhuber bekannte am Ende der Feierstunde, die musikalisch vom Trio Pentz umrahmt wurde: Die besondere Ehrenurkunde müsse eigentlich zerschnitten und der Dank unter allen Helfern geteilt werden.

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