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Stadtbergen-Leitershofen

03.08.2019

Wenn die B17 mal wieder dicht ist

Wenn es auf der B17 eng wird, weichen viele Autofahrer auf umliegende Orte wie Leitershofen aus. Eine Verkehrszählung hat ergeben, dass es vor allem in Inningen, Bergheim und Haunstetten<b>.</b>
Bild: Alexander Kaya

Augsburg zählt den Verkehr. Auch in Leitershofen wird registriert, wie viele Autos durch den Stadtteil schleichen. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache.

Durchgangsverkehr ist vielen Anwohner ein Dorn im Auge. Im Süden von Augsburg, in Inningen und Bergheim, gibt es immer wieder Klagen über verstopfte Straßen – vor allem bei Bauarbeiten oder Unfällen auf der B17. Aus diesem Grund hat die Stadt dort eine umfangreiche Verkehrszählung durchgeführt, die jetzt vorgestellt wurde. Auch in Leitershofen wurde registriert, wie viele Autofahrer über den Stadtberger Stadtteil ausweichen.

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Gezählt wurde der Verkehr an mehreren Tagen morgens und abends für jeweils vier Stunden, um auch Verkehrsspitzen abbilden zu können, erklärt Tiefbauamtsleiter Gunther Höhnberg. Auch Störungen auf der B17 wurden beachtet. Die Zählung erfolgte schon im Oktober 2017 durch ein Ingenieurbüro, doch die komplizierte Auswertung habe sich bis jetzt hingezogen, so Höhnberg. Um festzustellen, ob die Fahrzeuge als Zielverkehr in die Stadtteile oder eben als Durchgangsverkehr weiterfahren, wurden an mehreren Stellen die Kennzeichen erfasst.

Kameras erfassen die Kennzeichen

„Wenn ein Fahrzeug innerhalb einer bestimmten Zeitspanne auf mehreren Kameras auftaucht, ist es durch die Stadt gefahren“, erklärt der Tiefbauamtsleiter das Vorgehen. Natürlich sei dabei der Datenschutz beachtet und die Fahrzeuge anonymisiert erfasst worden. Wie voll es auf den Straßen im Süden Augsburgs wird, liegt größtenteils an der B17, ist eine nicht ganz unerwartete Erkenntnis aus der Zählung. Ist die Bundesstraße dicht, ergießt sich der Verkehr in die südlichen Stadtteile. Die Verkehrsbelastung in Inningen entspricht mit 16.000 Fahrzeugen in 24 Stunden einer innerstädtischen Hauptverkehrsstraße, so die Erhebung. Allerdings fließen rund ein Drittel der Fahrzeuge bereits über die Heumahdstraße ab und umfahren so den Stadtteil. Nördlich der Bergheimer Straße fahren noch rund 12.000 Fahrzeuge am Tag.

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40 Prozent des Verkehrs von beziehungsweise nach Süden ist Durchgangsverkehr durch Inningen nach Göggingen. Nur ein ganz kleiner Teil fährt über Bergheim oder über Göggingen nach Leitershofen. Kaum zu Buche schlägt mit drei Prozent der Schwerlastverkehr. Auch der Radverkehrsanteil in Inningen ist mit zwei Prozent nur (marginal) gering. Die Belastung sei für eine vergleichbare Straße nicht außergewöhnlich, ordnet Höhnberg die Zahlen ein.

Vergleichsweise geringe Belastung in Bergheim

Die Wellenburger Straße ist als Hauptzufahrt zum Bereich westlich der Wertach mit 8200 Fahrzeugen am Tag so hoch belastet wie viele andere Sammelstraßen im Stadtgebiet, haben die Planer herausgefunden. Durchgangsverkehr von Leitershofen oder Göggingen über Bergheim nach Süden macht nur einen kleinen Teil des Verkehrs an allen Zufahrten aus. In Bergheim ist die Verkehrsbelastung mit rund 3000 Fahrzeugen in der Goldwiesen- und Hauptstraße vergleichsweise gering, so Höhnberg.

Allerdings ändere sich die Situation bei Problemen auf der B17. Während der einspurigen Verkehrsführung auf der B17 im Bereich Kriegshaber im Mai 2015 und der einspurigen Führung in Höhe Inningen 2017 wurden nach der gleichen Methode Zählungen durchgeführt.

Bis zu 19.000 Fahrzeuge auf der Bobinger Straße

Die Sperrungen wirkten sich in Inningen, Bergheim und Haunstetten erheblich aus, so das Ergebnis. So fuhren 2015 auf der Bergheimer Straße an einem normalen Tag 4378 Fahrzeuge. Während der B17-Baustelle nördlich des Nestackerwegs 2015 waren es dort 5343 Fahrzeuge und während der B17-Baustelle 2017 Höhe Inningen 6472 Fahrzeuge. Ähnliche Verkehrsanstiege waren auch auf der Hauptstraße Höhe Goldwiesenstraße, auf der Hauptstraße Höhe Diebelbachstraße sowie auf „Zum Fuggerschloss“ und auf der Radegundisstraße in Wellenburg zu beobachten. Noch deutlicher waren die Anstiege auf der Bobinger Straße, wo die Verkehrszahlen von rund 12.000 Fahrzeugen auf bis zu 19.000 Fahrzeuge hochschnellten.

Zusammenfassend schreibt die Verwaltung in ihrem Gutachten: In den Stadtteilen Inningen und Göggingen treten teilweise hohe Verkehrsbelastungen auf, abschnittsweise ist ein großer Teil der Verkehrsbelastung Durchgangsverkehr. In Bergheim ist die Verkehrsbelastung und insbesondere der Anteil des Durchgangsverkehrs gering. Die Beziehung Leitershofen – Göggingen über die Isegrimstraße und die Wellenburger Allee ist für Durchgangsverkehr interessant, „wobei ein großer Teil örtlicher Verkehr und nicht wie in Inningen übergeordneter Verkehr sein dürfte.“

Navigationsgeräte nehmen keine Rücksicht auf die Anwohner

Die Probleme, die der Süden bei Störungen auf der B17 hat, treffen den Norden, wenn die B2 dicht ist. Dann verlagere sich der Verkehr in Richtung Stadtzentrum auf die Ostseite des Lechs über die Mühlhauser Straße. Man könne an der Situation nicht viel ändern, so Höhnberg. Moderne Navigationsgeräte ermöglichten flexible Routen in Echtzeit, die keine Rücksicht auf die Anwohner nähmen.

Allerdings dürfte sich das Problem in naher Zukunft verschärfen, warnt der Verkehrsfachmann. Die B17 ist an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt. Wenn die Verkehrsbelastung weiter steige, gebe es auch mehr Störungen mit Auswirkungen auf die Stadtteile, ist er überzeugt. Man müsse sich Gedanken machen, wie die Entwicklung weitergehen soll.

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