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Stadtbergen

20.02.2015

Wenn die Sehkraft schwindet

Vor dem Rathaus in Stadtbergen war gestern das Beratungsmobil des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbunds zu Gast (von links): Alfred und Benjamin Schwegler und Pamela Brendel zeigen Erich Schulz vom Seniorenbeirat Stadtbergen, wie eine elektronische Handlupe funktioniert
Bild: Andreas Lode

Mit einem Beratungsmobil klärt der Blinden- und Sehbehindertenverbund über Augenerkrankungen auf

Stadtbergen Jeder dritte 75-Jährige in Deutschland leidet nach Angaben des deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbunds an einer altersabhängigen Makula-Degeneration, kurz AMD. Eine Netzhauterkrankung der Stelle im Auge, die für das scharfe Sehen verantwortlich ist. Die Augenkrankheit ist die häufigste Ursache für eine Sehbehinderung im Alter und ihre Behandlungsmöglichkeiten sind oft begrenzt.

Besonders deshalb ist es dem 58-jährigen Ehrenamtlichen, Alfred Schwegler, ein großes Anliegen, Menschen über diese und andere Augenkschweglerrankheiten aufzuklären und zu beraten. Im Rahmen des Projekts „Blickpunkt Auge“, des bayerischen Blinden- Sehbehindertenverbunds (BBSB), fährt er, zusammen mit der mobilen Beraterin des BBSB, Pamela Brendel, durch die Region. Gestern waren die mobilen Berater in Stadtbergen, Leitershofen und Deuringen unterwegs.

Schwegler leidet selbst seit seiner Pubertät unter einer Netzhauterkrankung. Mit 25 Jahren erblindete er. Doch seine Krankheit hielt ihn nie davon ab ein geregeltes Leben zu führen. Lange arbeitete er als Programmierer in einem Augsburger Softwareunternehmen. Nun ist er im Vorruhestand und möchte anderen Betroffenen Mut machen.

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„Ich möchte mit meiner eigenen Erfahrung anderen Menschen helfen“, sagt er. Vor allem sei es wichtig den Leuten die Angst zu nehmen. Oftmals schämen sich Betroffene, gehen nur noch ungern allein aus dem Haus, oder verdrängen ihre Krankheit. Meist beginnt eine Netzhauterkrankung, wie die AMD mit der Veränderung der Netzhautschichten. Erste Anzeichen können schlechtes Sehen bei Dunkelheit, eine Verschlechterung beim Lesen, oder das nicht mehr Erkennen von Gesichtern sein. Im schlimmsten Falle führt die AMD zur Erblindung. Doch meist stagniert die Krankheit in einem früherem Stadium. In jedem Fall ist eine möglichst frühe Behandlung entscheidend.

Beim mobilen Informationsstand „Blickpunkt Auge“ ist deshalb jeder willkommen, der etwas über Augenerkrankungen erfahren möchte. Hier soll die Beratung im Umgang mit mit den Krankheiten im Vordergrund stehen. Da viele Augenerkrankungen, wie die Makula-Degeneration, oftmals nicht medikamentös behandelt werden können, möchte Alfred Schwegler den Betroffenen auch nützliche Tipps zum Leben mit einer Augenerkrankung im Alltag geben. „Man kann zum Beispiel viele Geräte zum sprechen bringen“, meint er. So ist es möglich seinen Computer, oder sein Smartphone über die Stimme zu bedienen. Auch die Armbanduhr des Blinden verrät ihm die Uhrzeit über Ton. Seit über 30 Jahren ist Schwegler Mitglied im BBSB. Nun möchte er durch sein ehrenamtliches Engagement etwas zurückgeben. Seine Arbeit ist wichtig, denn leider fehle es den Augenärzten oft an Zeit für eine umfangreiche Beratung, bedauert schwegler. Häufig schickten sie ihre Patienten dann zum permanenten Begegnungszentrum des Verbunds. Für einen ersten, zwanglosen Kontakt mit den Betroffenen jedoch, sei das neue, mobile Projekt der Beratung aber enorm wichtig, meint Pamela Brendel. Seit diesem Jahr ist sie mit dem „Blickpunkt Auge“-Wagen unterwegs. Für sie ist das Projekt bereits jetzt ein voller Erfolg. Denn allein in der ersten Woche konnten sie und ihr Team über 90 Menschen helfen.

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