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Bildung

16.12.2017

Wenn überhaupt, dann nur im Süden

Nicht nur der Beauftragte des Ministeriums sieht Gersthofen als falschen Standort. Auch ein Elternvertreter sagt das

Wenn die Region Augsburg eine weitere Realschule nötig hätte, dann eher im Süden des Landkreises als in Gersthofen. Davon ist der Bezirksbeauftragte für Schwaben des Landeselternverbands bayerischer Realschulen, Hans-Joachim Franze, überzeugt. Sein Argument: Gerade der südliche Landkreis mit seiner Nähe zu München liege in einer Boomregion. Das bekräftigt auch der Ministerialbeauftragte für Realschulen, Martin Sulzenbacher. Er erinnert daran, dass die Stadt Augsburg im Süden von Haunstetten, in unmittelbarer Nähe zu Königsbrunn, ein riesiges neues Wohngebiet plane. Auch wenn er im Moment keinen Bedarf für weitere Schulplätze sieht, könne sich in diesem Bereich in der Zukunft etwas Neues ergeben.

Enttäuscht zeigten sich einige Gersthofer Stadträte, dass Sulzenbacher sie in ihrem Wunsch nach einer weiteren Realschule, eventuell als Außenstelle einer bestehenden, nicht unterstützen wollte (siehe Artikel oben). Die Idee ist nicht neu, jedoch sahen die Stadträte mit der Möglichkeit, das in einigen Jahren leer stehende Gymnasium zu nutzen, eine neue Entwicklung.

Nicht so Martin Sulzenbacher. „Ich sehe keine Veränderung zu vor zwei Jahren“, macht er deutlich. Damals hatte es einen ähnlichen Vorstoß gegeben. Der Ministerialbeauftragte erinnert daran, dass eine neue Schule niemals eine bereits existierende in ihrem Bestand gefährden dürfe. Und diese Gefahr sieht Sulzenbacher in diesem Fall für die Realschule in Meitingen. Dort werden aktuell knapp 900 Schüler in 34 Klassen unterrichtet. Gebe es eine Realschule in Gersthofen, würden aber nicht allein jene knapp 200 Schüler aus der Lechstadt dort wegfallen. „Es ändern sich dann auch die Zuschnitte der Sprengel.“ So würden möglicherweise ebenfalls Kinder aus Langweid und Gablingen nach Gersthofen ausweichen, denn die Kosten für die Fahrt würden immer nur bis zur nächstgelegenen Schule bezahlt.

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Außerdem erinnert der Ministerialbeauftragte daran, dass gerade die Schule in Meitingen alles habe: Sie sei frisch saniert und erweitert worden und sogar eine Inklusionsschule. „Da geht es doch auch um Steuergelder. Wir können nicht eine Schule sanieren und sie dann halb leer stehen lassen.“ Nicht einmal das Argument, eine Realschule in Gersthofen könne auch die Augsburger Schullandschaft entlasten, möchte er gelten lassen. Dort habe sich die Situation an der Realschule II in Oberhausen, der nächstgelegenen von Gersthofen aus, entspannt. Genauso wie durch die Neugründung in Affing vor wenigen Jahren.

Hans-Joachim Franze vom Elternverband meint, dass eine halbe Stunde Fahrtzeit zur nächsten Realschule zu bewältigen sei. Allerdings sieht er die Lage gerade der Augsburger Realschulen nicht so entspannt: Die seien alle voll; nicht immer bekommen alle Schüler ihren Wunschplatz. Richtig wohlfühlen könnten sich die Kinder in den Gebäuden aus den 60er Jahren nicht.

Dennoch lägen die eigentlichen Probleme von Realschulen, das sagt er an die Politik gewandt, in der Ausstattung mit Lehrkräften. Von rund 1000 ausgebildeten Fachlehrern seien im vergangenen Jahr nur etwa 400 übernommen worden. Stundenausfälle seien deshalb das weitaus größte Thema. (jah)

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