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Landkreis Augsburg

28.12.2017

Wer nimmt Menschen mit Behinderung auf?

Eine Stiftung sucht Gastfamilien für Menschen mit Behinderung. (Symbolbild)
Bild: Mascha Brichta, dpa

Die Stiftung Sankt Johannes sucht für ein neues Projekt Gastfamilien im nördlichen Landkreis Augsburg und erklärt, worauf es dabei ankommt.

Im Kreise einer Familie essen, miteinander reden, spazieren gehen, gemeinsame Spiele- oder Fernsehabende: Was für die meisten Menschen völlig normal ist, bildet für viele Menschen mit Behinderung eher die Ausnahme, weil sie in Heimen oder betreuten Wohngemeinschaften leben. Ein Projekt der Stiftung Sankt Johannes setzt genau an diesem Punkt an: Es will Menschen mit Behinderung in Gastfamilien im nördlichen Landkreis Augsburg unterbringen.

Monika Lutz, Projektleiterin für die Landkreise Augsburg-Nord und Aichach-Friedberg, erklärt das neue Wohnkonzept so: „Beim betreuten Wohnen in Familien nimmt eine Familie oder eine Einzelperson einen erwachsenen Mensch mit Behinderung bei sich auf, bindet ihn in den Familienalltag ein, begleitet ihn bei lebenspraktischen Dingen und hilft bei der Bewältigung alltäglicher Aufgaben“.

Das alltägliche Miteinander in einer Familie soll ein weitgehend selbstständiges Leben außerhalb einer stationären Einrichtung ermöglichen. Lutz: „Das gemeinsame Leben und Wohnen in einem familiären Umfeld bringt mehr Normalität in den Alltag von Menschen mit Behinderung“. Besonders hervorzuheben sei die emotionale Bereicherung für alle Beteiligten, die mit dem inklusiven Zusammenleben in einem Haushalt einhergehe, ergänzt Maria Berktold, die das Projekt zusammen mit Lutz vorantreibt. „Denn ein Zuhause zeichnet sich nicht durch ein Dach und vier Wände aus, sondern vielmehr durch die Gemeinschaft und die Menschen, die es mit Leben füllen“, betont die gelernte Erzieherin.

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Die Stiftung Sankt Johannes sucht deswegen Familien, die sich ein Zusammenleben mit einem Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder geistigen Behinderung vorstellen können. Gastfamilien können Familien mit und ohne Kinder sein, Lebensgemeinschaften oder auch Einzelpersonen. Eine fachliche Ausbildung ist hierfür nicht nötig.

Die Familie sowie der Gast werden von der ersten Kontaktaufnahme bis hin zur Beendigung des Betreuungsverhältnisses regelmäßig von Fachkräften begleitet und unterstützt. Diese stehen auch als Ansprechpartner bei Fragen oder Problemen zur Seite, verspricht die Stiftung.

Die Auswahl der Gastfamilien erfolge unter Berücksichtigung der Wünsche und Vorstellungen aller Beteiligten. Die Familie selbst erhalte ein Betreuungsgeld sowie eine Kostenpauschale für Verpflegung und Unterkunft. Voraussetzung für die Aufnahme eines Gastes in den Familienhaushalt ist ein möbliertes Zimmers oder Appartements. Von einer engen Integration in die Familie, mit gemeinsamen Mahlzeiten bis hin zu einem offenen nachbarschaftlichen Zusammenleben, wird alles individuell vereinbart. „Im Idealfall unterstützen sich die Familie sowie der Mitbewohner mit Behinderung über Jahre hinweg gegenseitig im alltäglichen Zusammenleben,“ heißt es in einer Pressemitteilung der Stiftung. (AL)

Kontakt Bei Interesse oder weiteren Fragen stehen Monika Lutz (Landkreise Augsburg-Nord und Aichach-Friedberg) und Maria Berktold (Landkreis Donau-Ries) gerne zur Verfügung: 0906/70010350 oder per E-Mail an offenehilfen@sanktjohannes.com

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