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Biberbach

14.01.2020

Weshalb Biberbach unverhofft Geburtstag hat

Fakten mit Esprit präsentierten beim Biberbacher Neujahrsempfang drei Bürgermeister und ein Historiker: (von links) Klaus Gerstmayr, Felix Guffler, Wolfgang Jarasch und Wolfgang Bertele.
Bild: Sonja Diller

Ein Historiker erklärt beim Neujahrsempfang in Biberbach, wie die Gemeinde zum 950. Jubiläum kam.

Jedes Jahr braucht es mehr Sitzgelegenheiten und Brötchen für den Neujahrsempfang in der Aula der Grundschule in Biberbach. Vielleicht ist es das Gefühl von „dahoim“, das so viele zum ersten Treffen im Ort zieht. Die Biberbacher mögen es nämlich selbst gemacht, was nicht nur für die Leckereien vom Buffet zutrifft.

Alle drei Bürgermeister plaudern an einem der ersten Sonntagabende im neuen Jahr nun schon traditionell locker über die Ereignisse des letzten Jahres. Die Musik machen Lehrer und Schüler der heimischen Musikschule. Und sogar der Gastredner konnte nicht zum ersten Mal aus den eigenen Reihen rekrutiert werden. In diesem Jahr erklärte der studierte Historiker Felix Guffller wie es sein kann, dass runde Geburtstage wie das erst kurz vor knapp angekündigte 950. Ortsjubiläum in 2020 überraschend kommen können.

Bevor der Sturm auf das Buffet losgehen konnte, wurden dann noch Biberbacher geehrt, die draußen in der großen Welt von sich reden machen. Daniela Säurle-Holderried und Christian Holderried aus Affaltern sind ein Tanzpaar, das auf nationalem und internationalem Parkett glänzt. Die künstlerisch wertvoll fluchende junge Kommunikationsdesignerin Susanne Mader stammt aus Eisenbrechtshofen. Sie bekam den Rudo-Spemann-Preis für innovative Schriftkunst und vertritt Biberbach nun auch museal. Ihre Granteleien in Frakturschrift kann man im Offenbacher Klingspor Museum bewundern. Mit Ehrenurkunden bedankte sich Biberbach bei seinen erfolgreichen Bürgern.

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20 Hochzeiten und 46 kleine Biberbacher gab es 2019

Probleme gibt es, aber alles nicht so schlimm, war Bürgermeister Wolfgang Jaraschs Fazit beim Rückblick 2019 und Ausblick 2020. Die Kita ist teuer (2.9 Millionen Euro), aber die Förderung ist mit rund einer Million auch nicht schlecht. Allerdings dürfte das Kinderhaus schon sehr bald wieder zu klein sein. 20 Hochzeiten und 46 kleine Biberbacher gab es 2019. „Ein stabiler Trend“, so der Bürgermeister.

Der zweite Teil des Baugebiets im Biberbacher Zentrum ist baureif, im Ortsteil Markt soll es nach und nach 35 Plätze geben, weitere acht im Osten von Albertshofen. Auch der lange geplante Neubau für den Dorfladen sei nun endlich auf dem Weg. Die Baugenehmigung sei zugesagt, nun braucht es noch die geeigneten Firmen. Beim Hochwasserschutz an der Biber wird seit Jahren geplant, doch die Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt dauert. Da wird 2020 noch keine Schaufel Erde bewegt, fürchtet der Chef im Rathaus.

Zum aktuellen Zwist um den Lohwald an der Grenze zu Meitingen hatte Jarasch deutliche Worte. Das dortige Stahlwerk will größer werden, der Nachbar Meitingen unterstütze das Vorhaben einer Erweiterung nach Süden samt Rodung des geschützten Bannwaldes, weil man den eigenen Bürgern in Herbertshofen keine weiteren Belastungen zumuten wolle. Erweitern könne das Stahlwerk unter Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben gerne, so der Bürgermeister. Doch nicht in Richtung des ohnehin am stärksten belasteten Biberbacher Ortsteils Zollsiedlung. Dagegen werde man sich wehren.

Wie alt ist Biberbach tatsächlich?

Wehrhaft waren die Menschen auch schon im Mittelalter, zeichnete Felix Guffler das Bild der großen Geschichte zur Zeit, als Biberbach erstmals in einer Urkunde erwähnt wurde. In einem Kaufvertrag war ein Ritter zu Biberbach als Zeuge aufgeführt. Datiert werden kann die Urkunde „um das Jahr 1070.“

Geschichte sei immer auch ein klein wenig relativ, erheiterte der Historiker sein Publikum. So sei es auch kein Wunder, dass das Datum schier übersehen worden sei. Ob Biberbach nun genau 950 Jahre alt ist, oder sogar schon ein klein wenig älter, das ist nicht mehr feststellbar. Egal, beschlossen die Biberbacher das Jubiläum auf jeden Fall gebührend zu begehen und fingen damit beim Bürgerempfang gleich an.

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