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Neusäß-Westheim

18.01.2019

Westheim verändert sich – auf dem Papier

Seit Jahren tut sich am Westheimer Bahnhof nichts.
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Seit Jahren tut sich am Westheimer Bahnhof nichts.
Bild: Marcus Merk (Archiv)

Stimmige Pläne für das Umfeld des Bahnhofs gibt es seit Langem. Warum sich dennoch seit Jahren konkret so wenig tut.

Ein gehobenes italienisches Restaurant sollte es werden, das ehemalige Bahnhofsgebäude in Westheim. Im Obergeschoss sollte eine Pension eröffnen. Und zwar schon vor Jahren. Eigentlich hätte schon im Jahr 2016 Eröffnung sein sollen. Doch seit Jahren tut sich am Westheimer Bahnhof nichts – die Baustelle ist stillgelegt. Der Eigentümer, eine Immobilienfirma aus Schwabmünchen, gibt auf Anfragen der Stadt keine Rückmeldung, berichtete der Leiter der Bauverwaltung, Gerald Adolf, auf der jüngsten Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses.

Was die Stadträte an der Verzögerung so stört: Der Bahnhof liegt zentral in Westheim. Und wenn das Projekt „Neue Mitte Westheim“ nicht nur in der Von-Rehlingen-Straße, sondern auch rund um die Hindenburgstraße umgesetzt werden soll, dann gehört der Bahnhof eben dazu. Deshalb ärgert es jene Stadträte, die schon länger dabei sind, noch heute, dass die Stadt den alten Bahnhof nicht selbst gekauft hat.

Am Ende zog Neusäß den Kürzeren

Im Jahr 2012 hatte die Bahn das Gebäude der Stadt angeboten. Die wollte aber ein ganzes Vertragspaket schnüren. Darin sollten unter anderem auch Grundstücken für einen Radweg entlang des Schienenstrangs enthalten sein. Am Ende zog Neusäß den Kürzeren: In einem Bieterverfahren wurde der Bahnhof 2013 an das Immobilienunternehmen verkauft. Das führte auch erste Sanierungsmaßnahmen aus wie neue Fenster und eine neue Heizung einzubauen – seitdem herrscht Stillstand. „Wir sollten dem Eigentümer ein Kaufangebot machen“, so Stadtrat Joachim Wilhelm (FW).

  • Bahnhofsvorplatz: Doch das Restaurant ist nicht die einzige Baustelle. Seit Jahren versucht die Stadt Neusäß, mit der Bahn weitere Verhandlungen zu führen. So über den Kauf des Bahnhofsvorplatzes, der ebenfalls städtebaulich ansprechend gestaltet werden soll. Zudem soll auf einem Teil eine neue Buswendeschleife entstehen. Im Jahr 2017 hatte die Stadt Neusäß der Bahn bereits ein Angebot unterbreitet – Stille auch hier. Ende 2018 teilte der Bevollmächtigte der Bahn Bürgermeister Richard Greiner dann mit, man werde sich im Frühjahr 2019 mit der Verwaltung in Verbindung setzen.
  • Unterführung: Eng und niedrig ist die Bahnunterführung an der Westheimer Straße. Hier gibt es immerhin Informationen von der Bahn: Das Bauwerk soll 2023 im Zuge einer Sanierung auf vier Meter Durchfahrtshöhe erhöht werden und dann rechts und links von der einspurigen Fahrbahn einen Gehweg erhalten.
  • Park-and-Ride-Platz: Umgesetzt werden könnte bald schon der neue und vergrößerte P+R-Platz auf dem ehemaligen Bahngrundstück zwischen Bahnlinie und Westheimer Straße. Dieses Grundstück gehört der Stadt Neusäß bereits, die Planungen zur Umsetzung laufen. Der neue Parkplatz könnte einmal, je nach Umsetzung, bis zu 64 Stellplätze ermöglichen. Der jetzige, weiter entfernt gelegene Pendlerparkplatz verfügt nur über 27. Zunächst wird der Weg vom Parkplatz hinab zur Westheimer Straße führen, nach dem Umbau der Unterführung ist ein Weg zu den Gleisen auf gleichem Niveau geplant.

Übrigens hat die Bahn mitgeteilt, die Höhe der Bahnsteige anheben zu wollen. Damit wird der Bahnhof Westheim ein Stück weit barrierefreier. Auf dem alten Parkplatz könnten einmal Wohnungen entstehen, blickte der Bürgermeister in die Zukunft.

  • Postgrundstück: Das könnte auch die Zukunft des Postgrundstücks, einem Dreieck vor dem Bahnhof sein, teilte Bauamtsleiter Adolf mit. Das habe der Eigentümer für das Ende der Nutzungsbindung 2023 signalisiert. Aber auch ein Kauf durch die Stadt stehe noch zur Debatte.
  • Rückschlag: Für die Stadt gibt es aber auch einen Rückschlag: Sie wollte durch eine Veränderungssperre verhindern, dass zwei leer stehende Ladenlokale in der Hindenburgstraße zu Wohnungen umgenutzt werden. Doch über Jahre hinweg sei es auch der Abteilung Wirtschaftsförderung im Rathaus nicht gelungen, neue Mieter zu finden. Nun werden die kleinen Läden wohl endgültig zu Wohnungen.
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