1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Wetter: Dauerregen lässt Pegel im Landkreis steigen

Landkreis Augsburg

21.05.2019

Wetter: Dauerregen lässt Pegel im Landkreis steigen

Über die Lechstaustufe bei Ellgau schießen die Wassermassen. Heftige Regenfälle lassen nach Angaben des deutschen Hochwassernachrichtendienstes auch im Augsburger Land den Pegel des Lechs steigen. Die Feuerwehr war am Dienstag bereits elf Mal im Einsatz, um die Folgen des Unwetters zu beheben.
3 Bilder
Über die Lechstaustufe bei Ellgau schießen die Wassermassen. Heftige Regenfälle lassen nach Angaben des deutschen Hochwassernachrichtendienstes auch im Augsburger Land den Pegel des Lechs steigen. Die Feuerwehr war am Dienstag bereits elf Mal im Einsatz, um die Folgen des Unwetters zu beheben.
Bild: Marcus Merk

Im Augsburger Land haben die Fluten erste Spuren hinterlassen. Schon beim Jahrhunderthochwasser vor 20 Jahren standen Straßen unter Wasser. Ein Bürgermeister von damals erinnert sich.

Heftige Regenfälle sorgen derzeit bayernweit für steigende Pegel. Auch im Augsburger Land waren die Feuerwehren gestern mehrfach im Einsatz. Umgestürzte Bäume, vollgelaufene Keller und Wasser auf den Straßen machten den Freiwilligen zu schaffen. Nach Angaben des Landratsamtes mussten die Einsatzkräfte wegen des Dauerregens landkreisweit elf Mal ausrücken.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Der deutsche Wetterdienst warnt vor weiteren Unwettern und Dauerregen. Nach Angaben des Hochwassernachrichtendienstes sollen die Pegelstände am Lech weiter steigen. Bis zum Abend könnte Meldestufe 1 erreicht werden. Dadurch kann es stellenweise zu Ausuferungen kommen.

Jahrhunderthochwasser von 1999 traf auch den Landkreis

Vor 20 Jahren trat der Lech schon einmal über die Ufer. Das Jahrhunderthochwasser sorgte damals auch im Landkreis Augsburg für überflutete Wiesen und überschwemmte Straßen. Vor allem in den Lechauen richteten die Wassermassen Schäden an. Alfred Sartor war zu dieser Zeit Bürgermeister in Meitingen. Die Bilder von damals haben sich in sein Gedächtnis eingebrannt.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

„Die Staatsstraße zwischen Meitingen und Thierhaupten wurde an einer Stelle vollkommen unterspült. Ein Teil der Straße wurde von den Wassermassen mitgerissen“, erinnert sich der ehemalige Bürgermeister. Alle Feuerwehren aus dem Umkreis seien damals im Einsatz gewesen. Ein Krisenstab wurde gebildet, um die Wassermassen in den Griff zu bekommen. Im Schlauchboot der Wasserwacht ruderte Sartor damals mit, um sich ein Bild über die entstandenen Schäden zu machen.

Vom Fußballplatz an der Sportanlage in Meitingen war nicht mehr viel zu sehen, auch im Sportheim stand das Wasser. „Das Hochwasser war mächtig“, sagt Sartor. An der Umspannanlage in Meitingen wurden schwere Holzgitter, die die Kabelgräben abdeckten, von den Wassermassen hochgelupft „Das Rumsen habe ich heute noch im Ohr“, sagt Sartor. Ganze Lastwagenladungen voller Sand habe die Feuerwehr damals nach Ostendorf gebracht. Denn am Zusammenfluss von Lechkanal und Lech leckte der Damm. „Das Wasser spritzte an mehreren Stellen“, erinnert sich Sartor.

Zahlreiche Helfer waren rund um die Uhr im Einsatz, um den Damm mit Sandsäcken zu sichern. „Das ist uns zum Glück gelungen“, sagt Sartor. Auch die Lechbrücke zwischen Thierhaupten und Meitingen musste wegen des Hochwassers 1999 gesperrt werden. „Von den Brückenpfeilern war nur noch ein Meter zu sehen“, erinnert sich Sartor. Mit Blick auf den aktuellen Dauerregen macht sich Sartor aber keine Sorgen. Nach dem Jahrhunderthochwasser habe sich einiges getan. „Heute hat man das sicherlich besser im Griff als damals.“

Bei Überschwemmungen 2005 droht Lechbrücke einzustürzen

Besonders heftig von Überschwemmungen betroffen war der Landkreis auch im August 2005. Damals drohte die Lechbrücke an der A8 einzustürzen. Sie befand sich gerade im Bau. Auch die Gersthofer Lechbrücke musste wegen des Hochwassers gesperrt werden.

Um auf Überflutungen vorbereitet zu sein, erstellen die Gemeinden Unwetter- und Hochwasserpläne und lagern entsprechende Sandsackvorräte. Auch der Landkreis hat Vorkehrungen getroffen, um vor möglichen Wassermassen sicher zu sein. Wie das Landratsamt mitteilt, stehen größere Sandsackvorräte zur Verfügung. Drei Sandsackfüllanlagen seien ständig in Bereitschaft. Außerdem stünden bei Unwetterlagen besondere Fahrzeuge zum Einsatz bereit. So ist in Fischach ein vom Bund bereitgestellter Schlauchwagen stationiert, in Nordendorf ist ein Lastwagen mit 18 leistungsstarke Schmutzwasserpumpen und mehrere Stromgeneratoren einsatzbereit.

Zugausfälle wegen Überschwemmungen

Auch Robert Moser vom staatlichen Bauamt behält den Hochwassernachrichtendienst derzeit genau im Blick. Denn an der Brücke, an der das Wasser vor 20 Jahren bis zum Anschlag stand, ist heute eine Baustelle. Seit sechs Wochen wird die Brücke zwischen Thierhaupten und Meitingen saniert. „Bei zu hohem Wasserstand müssen die Container, die derzeit am Lech unten stehen, zur Straße hoch transportiert werde“, sagt Moser. Größere Gefahren wie beim Jahrhunderthochwasser vor 20 Jahren sieht Moser bislang aber nicht. „Damals waren die Pegel deutlich höher, als sie jetzt angesagt sind.“

An der B2-Baustelle zwischen Gersthofen-Nord und Stettenhofen konnte der erste Bauabschnitt gerade noch rechtzeitig vor den heftigen Regenfällen fertiggestellt werden, weiß Stefan Heiß vom staatlichen Bauamt.

Dagegen kam die Bahn auf der Strecke Augsburg-Ulm am Dienstagmorgen zum Erliegen. Zwischen Dinkelscherben und Burgau waren die Gleise wegen des anhaltenden Dauerregens überflutet gewesen. Die Strecke blieb für zwei Stunden gesperrt.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren