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Thierhaupten

28.09.2017

Wichtige Vorhaben sind am Laufen

Thierhauptens Bürgermeister Toni Brugger vor dem Neubaugebiet Weidener Breite, das nun erweitert werden soll. 
Bild: Foto: Andreas Lode

Hochwasserschutz, Seniorenzentrum, Baugebiete und Kita-Ausbau: Thierhaupten hat sich viel vorgenommen, sagt Bürgermeister Brugger in seiner Halbzeitbilanz.

Für Toni Brugger ist es die allererste Amtsperiode als Bürgermeister. Der 52-Jährige war Sparkassenbetriebswirt, bevor er für die CSU die Bürgermeisterwahl in Thierhaupten gewann und ins Politikerfach wechselte. Womöglich deshalb spricht Brugger zuweilen nicht so, wie man es von Politikern gewohnt ist. So meint er mit Blick auf seine Halbzeitbilanz ganz unbefangen, es sei sehr wichtig gewesen, die Projekte seines Vorgängers Franz Neher von der SPD nahtlos fortzuführen. Diese Projekte – der Hochwasserschutz und die Radbrücken über Lech und Lechkanal – waren für Thierhaupten zwei Großvorhaben, von denen heuer eines, nämlich die Radbrücken, fertig wurde. Beim Hochwasserschutz wurde dagegen mit dem Rückhaltebecken im Jahr 2016 bisher nur der erste, wenn auch teuerste Teil realisiert. Als nächstes stehen der Bau eines 1,4 Kilometer langen Flutgrabens vom Rückhaltebecken zur Altnet sowie der Ausbau der Altnet auf vier Kilometern Länge an sowie Hochwasserdurchlässe unter der Staatsstraße Meitingen-Thierhaupten. Brugger rechnet noch dieses Jahr mit dem wasserrechtlichen Genehmigungsbescheid, so dass man nächstes Jahr mit dem Bau beginnen könne.

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Was haben Sie in den ersten drei Jahren geschafft?

Als sehr wichtig für Thierhaupten stuft Brugger zudem die Baugebiete ein, die man in Thierhaupten, Neukirchen und Ötz geschaffen habe. „Vor allem junge Leute sollen wissen, dass sie in Thierhaupten eine Zukunft haben“, betont der Bürgermeister. Genauso von zentraler Bedeutung sei das Seniorenkonzept, findet Brugger. 2015 sei man in eine neue Planungsphase eingetreten um zu eruieren, welche Bausteine für eine seniorengerechte Gemeinde erforderlich seien. Man habe dann ein ehrenamtliches soziales Netzwerk installiert, habe Barrieren im Ort entschärft und sich neue Strukturen für das Wohnen im Alter überlegt wie Geschosswohnungsbau oder Reihenhäuser, damit keine Einfamilienhaus-Gettos für Senioren entstehen. Das wichtigste Seniorenprojekt aber ist das Seniorenzentrum, das neben dem Kindergarten entstehen soll und betreutes Wohnen ebenso beinhalten wird wie Kurzzeit- und Tagespflege. Zusammen mit der Sozialstation Meitingen will die Gemeinde es errichten und Brugger betont: „Das wäre sicher das Beste, was ich in ersten sechs Jahren meiner Amtszeit hinbekommen könnte.“ Ein funktionierendes Seniorenkonzept sei von großer Bedeutung für den Ort.

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Als weitere wichtige Maßnahmen nennt Brugger das Verkehrskonzept mit zum Teil schon umgesetzten verkehrsberuhigenden Maßnahmen, um den hohen Durchgangsverkehr in Thierhaupten besser in den Griff zu kriegen. Zudem sei es gelungen den Rufbus auf die Ortsteile Neukirchen, Hölzlarn und Ötz zu erweitern. Für die Jugend sei 2015 ein Dirt-Park erstellt worden und der Sportverein plane für heuer mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde ein Soccerfeld.

Was hat nicht geklappt?

Als die „größte Enttäuschung“ seiner bisherigen Amtszeit nennt der Bürgermeister den Vorwurf, die Ausweisung eines Gewerbegebiets in Neukirchen sei ein Alleingang von ihm gewesen, wie Dieter Tronecker (UB) behaupte. Brugger: „Das Gewerbegebiet war dort schon lange vorgesehen und die Bürger wurden frühzeitig eingebunden“. Alles sei transparent und offen gewesen. Dennoch kam es zu massiven Protesten der Bürger. Nun sollen Alternativen geprüft werden.

Als „sehr schwierig“ erwies sich auch die Ausweisung einer Friedhofserweiterung in Neukirchen. Dort, wo die Gemeinde sie plante, wollen die Bürger die Erweiterung nicht haben. „Aber wir werden zusammen mit der Kirche eine gute Lösung finden“, ist Brugger sicher.

Was sind die größten Herausforderungen?

Neben den bereits erwähnten Projekten Hochwasserschutz und Seniorenzentrum steht in naher Zukunft die Erweiterung des Kindergartens an. Der Bauplan ist fertig und liegt zur Genehmigung beim Landratsamt. „Wir wollen heuer noch beginnen“, kündigt Brugger an. Das städtebauliche Förderprojekt „Neue Mitte“, mit dem der Bereich vom Marktplatz bis zum Klosterberg aufgewertet werden soll, ist ebenfalls am Laufen; geplant ist hier ein städtebaulicher Wettbewerb. Gerade verwirklicht würden zudem die Sanierung des Bürgersaals im Kloster und die Planung für die Kanalsanierung in Hölzlarn.

Um die Unternehmen am Ort zu fördern, müsse das schnelle Internet weiter optimiert werden; Thierhaupten bemühe sich um ein Förderprogramm. Sehr am Herzen liegt Brugger auch die Schaffung eines Gewerbegebiets in Thierhaupten, was bisher an der Grundstücksfrage scheiterte. Die Bebauungspläne für die Wohnbaugebiete in Thierhaupten und Neukirchen sollen voran gebracht werden, ebenso die Grundstücksverhandlungen für die Erneuerung der Straße nach Ötz mit Geh- und Radweg, die bisher überwiegend positiv liefen, freut sich Brugger.

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