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Gablingen

15.11.2018

Widerspruch der Gablinger hat sich gelohnt – zum Teil

Die Staatsstraße 2036 Holzhausen-Heretsried soll nun weniger umfangreich ausgebaut werden. 

Die neue Planung für die Straße zwischen Holzhausen und Heretsried verzichtet auf die Abgrabungen und wird erneut ausgelegt. Zufrieden ist damit keiner..

Der Bürgerprotest hat sich gelohnt: Die Ausbaupläne der Staatsstraße 2036 zwischen dem Gablinger Ortsteil Holzhausen und Heretsried werden überarbeitet. Weil diese Änderungen in der Planung tief greifend sind, wird das Planfeststellungsverfahren noch einmal aufgerollt. Doch zufrieden damit ist keiner der Beteiligten.

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Dies erklärte Gablingens Bürgermeister Karl Hörmann auf Anfrage. Wie berichtet, hatten Bürger mit mehr als 6000 Unterschriften den Ausbau eindeutig abgelehnt. Die Gemeinde Gablingen und die Gersthofer Stadtratsgruppierung W.I.R. hatten sich wie die Bürger und Vertreter des Bundes Naturschutz an den Petitionsausschuss des Bayerischen Landtags gewandt. Dieser entschied im Juli, dass die Planungen überarbeitet werden sollen. Den derzeitigen Stand wurde im Gablinger Gemeinderat vorgestellt.

Anstieg auf den Grünberg soll auf sechs Prozent verringert werden

Im Bauabschnitt 1 westlich des Peterhofs sollte der Anstieg auf den Grünberg auf sechs Prozent verringert werden. Dazu wollte man in der ursprünglichen Planung die Straße in einen bis zu sechs Meter tiefen Trog absenken, was Erdbewegungen von 100.000 Kubikmetern und eine Trassenbreite von über 50 Metern gefordert hätte. „Die Richtlinie, dass man die Steigung auf sechs Prozent reduzieren müsste, wurde durch eine neue Einstufung der Straße hinfällig“, so Karl Hörmann weiter. Jetzt liege diese Steigung bei 7,5 Prozent – mit entsprechend geringeren Abgrabungen. „Das war möglich, weil vor und nach der Steigung eine Geschwindigkeitsbegrenzung gelten soll.“ Die Folge: Die Fahrradbrücke beim Peterhof, der begleitende Forstweg sowie der vor wenigen Jahren gebaute Radweg werden nun doch nicht verändert. Allerdings müsse die Kurve beim Peterhof laut Planern etwas in Richtung Süden verlagert werden.

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Weil das eine erhebliche Änderung der Planung darstellt, wird das derzeit laufende Verfahren beendet und ein neues Planfeststellungsverfahren durchgeführt. Mit dessen Beginn rechnet der Gablinger Bürgermeister zwischen Frühjahr und Sommer 2019. „Zugrundegelegt werden dabei die im Gemeinderat vorgestellten Planungen, die allerdings in den letzten Details in den kommenden Wochen noch ausgearbeitet werden müssen.“

Albert Eding: Planer haben sich keinen Millimeter bewegt

Nicht zufrieden mit der überarbeiteten Planung ist Albert Eding, Vorsitzender der Bund-Naturschutz-Ortsgruppe Gablingen-Lützelburg und Gablinger Gemeinderat: „Zwar gibt es Modifizierungen, aber im Tal unterhalb des Peterhofs sowie bei der groß dimensionierten Abbiegung in Richtung Holzhausen-Wiesental haben sich die Planer keinen Millimeter bewegt.“ Der Kurvenradius sei nach wie vor erweitert vorgesehen. Er und seine Mitstreiter wollen nun im Münchner Verkehrsministerium Leute mit mehr Verständnis finden. „Ansonsten können wir bei einer erneuten Planfeststellung einfach die Kopien unserer damaligen Einwendung noch einmal vorlegen“, so Eding.

„Schade, dass es jetzt länger dauert“, sagt Heretsrieds Bürgermeister Heinrich Jäckle. „Durch die jetzt geplante größere Steigung brauchen die Autos mehr Sprit – mögliche Klimaschutzziele werden nicht erreicht.“ Zudem sei der Radweg wegen dieser Steigung nicht mehr barrierefrei. „Wichtig ist, dass die Kurven entschärft werden“, so Jäckle weiter. „Leider wurde hier viel mit Polemik gearbeitet.“ Einen Kommentar zu dem Artikel finden Sie hier

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