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Dinkelscherben

30.07.2018

Wie Dinkel lockt und rockt

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„High Energy Blues Rock“ heißt der Stil, den die Band Two Sided bot. Die Newcomer aus der Region spielten selbst geschriebene Stücke.

Ein Streifzug über das , das am Wochenende tausende Besucher begeisterte

Die Band Two Sided aus Augsburg hätte am Freitag fast auf dem Absatz kehrtgemacht, als sie das Dinkelfestival 2018 von der Augsburger Straße aus betraten. Sängerin Tiziana Brummer erklärt: „Wir sind reingekommen, haben nur die Blasmusik gehört und dachten, wir sind falsch.“

Der Durchgang von der Brass-Stage zu den anderen Bühnen sei auch nicht gleich zu sehen, springt ihr Bandkollege Konstantin Trofimov bei. Two Sided sind zu viert: Am Schlagzeug spielt Michael Lederle und am Bass Florian Marshall. Sie sind zum ersten Mal auf dem Musikfest und treten auf der Magic-Stage auf. Von dem Festival erfahren haben die vier durch eine befreundete Band: „The Big Band Theory hat uns das Dinkel empfohlen“, sagt Brummer.

Im Programm des Festivals wird der Stil von Two Sided als „High Energy Blues Rock“ bezeichnet. Dieser Mischung aus Pop, Rock und Blues lauschen gerade auch Bislim Gashi und seine Kollegen von Ferber Galabau in Dinkelscherben. Schon zum fünften Mal in Folge treffen sich die Mitarbeiter der Firma auf dem Festival. „Das Essen schmeckt, die Stimmung passt, wir kommen gerne her“, fasst Bislim zusammen. Über die Bands habe er sich im Vorfeld nicht informiert. „Wir nehmen es, wie es kommt“, sagt der Dinkelscherber.

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Gäste genießen die Vielfalt der Veranstaltung

Familie Naß aus Mödishofen ist an der Rathausstage, der kleinsten Bühne, hängen geblieben. Christine, Markus und Sohn Jonas lauschen den schnellen Rhythmen der Band MHA, die eigentlich gar nicht im Programm steht, sondern als Teil der „Jamsession Thierhaupten“ auf der Rathausbühne auftritt. „Wir waren schon dreimal auf dem Festival“, erklärt Christine Naß. Man treffe auf dem Gelände immer viele Bekannte, sagt sie. Sohn Jonas hat sogar beim Aufbau geholfen. Am Samstag vor dem Festival hat er zusammen mit Kollegen vom TSV Dinkelscherben im strömenden Regen Pavillons aufgebaut. „Wir waren von 8 bis 13 Uhr beschäftigt“, sagt er. Markus Naß geniest auf dem Dinkelfestival vor allem die Vielfalt. „Hier sind so viele unterschiedliche Dinge geboten“, betont er.

MHA auf der Rathausstage überrascht nicht nur die Familie Naß. Die Band kommt alleine mit einem Cajón, einer Akustikgitarre und der Stimme von Hassan aus, der nicht nur auf Arabisch, sondern auch auf Englisch, Deutsch, Spanisch und Französisch singt und rappt. MHA besteht eigentlich aus zwei Syrern, einem Italiener und einem deutschen Musiker. Am Dinkelfestival treten sie zu dritt auf, da einer verhindert ist. Verstärkung bekommt die internationale Truppe bei den letzten zwei Liedern vom Publikum und den Mitgliedern der Jamsession Thierhaupten. Trommeln in jeder Größe und Rasseln werden verteilt, musikbegeisterte Zuschauer besetzten Schlagzeug, Keyboard und E-Bass. Ein letzter Song über die Liebe begeistert das Publikum.

Etwas abgekämpft steht Sänger Hassan zusammen mit seinen Bandkollegen Al-Khalil und Matthieu an der frischen Luft vor der Bühne. „Wir haben uns zufällig in Deutschland getroffen“, sagt er. Al-Khalil und er sind beide vor drei Jahren aus Syrien gekommen und kennen sich noch aus dem Asylbewerberheim.

Als Musiker zusammengefunden haben sie durch Zufall bei der „Jamsession“ in Thierhaupten, die jeden dritten Freitag im Monat stattfindet. Ihr Stil klingt wie arabischer Hip-Hop durchsetzt mit Popmusik in unterschiedlichsten Sprachen. Matthieu selbst sagt: „Wir machen internationale Musik, wir wollen keine Kategorie.“

MHA sind allerdings nicht die einzigen internationalen Gäste auf dem Dinkelfestival 2018. Michael Kalb ist Teil des Organisationsteams und freut sich zum Beispiel auf eine Green-Day-Coverband aus der Slowakei. Außerdem betont er, dass zum ersten Mal auch die Partnergemeinde aus Kunbaja in Ungarn einen Stand auf dem Festival hat. Der Grund: Zur Feier des 20-jährigen Bestehens der Partnerschaft ist eine Delegation aus etwa 50 Ungarn gerade in Dinkelscherben zu Besuch. „Morgen geht es aber leider nach Hause“, sagt ein Mann aus Kunbaja etwas wehmütig.

An dem Stand gibt es eingemachtes Gemüse, Gewürze, Wein und Schnaps. „Alles direkt aus Kunbaja, selbst gemacht“, sagt die zweite Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Monika Karl. Die Delegation aus Ungarn fühlt sich in jedem Fall wohl auf dem Festival. Hajnalka Tokodi-Kocsi, Schulleiterin in Kunbaja, war mit dem Schüleraustausch schon oft in Dinkelscherben, aber noch nie auf dem Musikfest. „Das ist faszinierend, hier sind so viele Leute. So etwas können wir in Kunbaja nicht erleben“, erklärt sie.

Viele freiwillige Helfer packen mit an

Ohne die vielen freiwilligen Helfer an den Ständen gäbe es auf dem Dinkelfestival wohl kaum zu Essen oder zu Trinken. Zu ihnen gehören auch Marion Deffner und Julia Deininger. Die beiden sind Teil des Teams der Ortsvereine Oberschöneberg und helfen an der Cocktailbar, schon das siebte Jahr in Folge. „Trotz der Arbeit trifft man viele alte Bekannte“, sagt Deininger. „Die Atmosphäre ist total angenehm und es macht einfach Spaß“, erklärt Deffner. Es sei auch Zeit, sich auf dem Fest umzuschauen. „Wir sind so viele, dass man schon mal wegkommt.“

Den Abschluss am Freitagabend macht die Band Oansno aus München. Die vier Musiker spielen alles, was sich mit Schlagzeug, Tuba, Trompete und Akkordeon so alles umsetzen lässt. Zu ihrem Repertoire zählen Techno, Dreigsang, Balkan und Reggae. Den Blutmond bekommen die meisten Gäste des Dinkelfestivals zu diesem Zeitpunkt nicht mehr mit. Vor der Bühne wird getanzt, während Oansno das Dinkelfestival mit auf eine Reise durch die Genres nehmen.

Mehr Bilder vom Dinkel-Festival bei uns im Internetaugsburger-allgemeine de/bilder

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