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Gersthofen

28.11.2020

Wie Gersthofer helfen können, die Wasserchlorung zu beenden

Die Gersthofer Bürgerversammlung wird mit Bürgermeister Michael Wörle aufgezeichnet und dann über das Internet ausgestrahlt: (rechts) Kameramann Marcel Cornelius.
Foto: Andreas Lode

Plus Auf der digitalen Bürgerversammlung in Gersthofen drehen sich viele Fragen um das Trinkwasser. Warum die Stadt dabei auf die Mithilfe der Bürger angewiesen ist.

Premiere in Gersthofen: Die jährliche Bürgerversammlung fand erstmals digital statt. Bürgermeister Michael Wörle zog in einer am Mittwoch aufgezeichneten und am Donnerstag gestreamten Videobotschaft seine Jahresbilanz. In einem weiteren Video wurden dann per Text die Fragen der Bürger beantwortet.

Bauen, Bildung, Trinkwasser: Das wollen die Gersthofer von Wörle wissen

Die meisten Fragen gab es zum Thema Trinkwasserchlorung. Sechs der 70 Bürgerfragen, die beantwortet wurden, drehten sich um das Ende der seit Monaten andauernden Chlorung. "Wir haben sehr gutes Wasser, aber wir müssen noch unsere Hausaufgaben in der Technik machen" gab Wörle den Sachstand in seinem eine Stunde und 40 Minuten langem Vortrag wieder. In einem zweiten siebenminütigen Video wurden die Fragen der Bürger über Text beantwortet.

Michael Wörle präsentiert seine Jahresbillanz auf der ersten digitalen Bürgerversammlung
Video: Michael Wörle

Man sei momentan mit der Abarbeitung der chlorungsrelevanten Maßnahmen beschäftigt. "Die Abschließung dieser Maßnahmen führt auch zum Ende der Chlorung. Ein Andauern der Chlorung bis ins Frühjahr 2021 ist nicht auszuschließen", heißt es im Antwortvideo.

Eine Bedingung für wieder chlorfreies Trinkwasser liegt allerdings nicht in den Händen der Stadtverwaltung. Auch die Bürger und Hausbesitzer müssen ihre Anschlüsse auf den neuesten Stand bringen, in dem sie ein KFR-Ventil installieren. Dieses ist bei den meisten neueren Häusern bereits vorhanden, aber fehlt häufig bei unsanierten Altbauten. Es soll verhindern, dass Wasser ins Leitungsnetz zurückfließt und dort Keime verbreitet. "Ein funktionierendes Ventil ist eine Voraussetzung, damit wir aus der Chlorung wieder rauskommen", teilte Wörle in seiner Videobotschaft mit.

Wörle appelliert an die Bürger, ihren Wasseranschluss bis Ende des Jahres zu modernisieren

Er appellierte an die Bürger ohne ein solches Ventil, diese Renovierungsmaßnahme bis zum Ende des Jahres umzusetzen, oder wenigstens einen Handwerker damit zu beauftragen. "Was wir als Stadt machen, hilft sonst nichts", sagte Wörle. Die Stadt brauche einen Nachweis der Installation vom Handwerker, der sie durchgeführt habe, um sie dem Gesundheitsamt auf Anfrage vorzulegen. Das Wasser für die Gersthofer wird außerdem wohl teurer werden: "Von einer Steigerung der Gebühren ist auszugehen. Sie werden aber weiterhin auf dem Niveau vergleichbarer Kommunen liegen", war in dem Video mit den Bürgerfragen zu lesen.

Michael Wörle ging bei der digitalen Bürgerversammlung auf zahlreiche Fragen und Anliegen der Gersthofer ein.
Foto: Andreas Lode

Hirblinger haben scheinbar besonders viele Fragen eingereicht. Auch die Dorferneuerung in Hirblingen lag vielen am Herzen. "Viele Hirblinger haben wertvolle Zeit in das Projekt investiert, aber eine Rückmeldung blieb bis jetzt aus", beschwerte sich ein Bürger in einer Zuschrift. "Aufgrund eines Wechsels bei den externen Projektpartnern kam es zu Verzögerungen", heißt es im Video mit den Bürgerfragen. Im Frühjahr 2021 werde es weitere Informationen geben. In diesem Zusammenhang soll auch eine Nachnutzung des Feuerwehrhauses entschieden werden. Der Projektpartner habe sein Büro nach Berlin verlagert, was die Planung erschwere, ergänzte Wörle in seiner Videobotschaft. "Man kann nicht mehr abends kurz rüber fahren und einen Workshop mit den Bürgern vor Ort machen", bedauerte der Bürgermeister. Auch die Fertigstellung der Umgehungsstraße Hirblingen Nord war für viele Thema. "Die Fertigstellung wurde vom Finanzausschuss auf 2022 verschoben", heißt es im Video mit den Bürgerfragen. In seiner Rede gab Wörle zudem bekannt, dass die Kirche in Hirblingen saniert werden soll. Dafür habe man im Haushalt, der im Dezember verabschiedet werden soll, 1,2 Millionen Euro eingeplant.

Zieht sich bald ein Radweg durch Gersthofen?

Auch für Radfahrer könnte sich etwas ändern: "Wird die Standardlösung für Radfahrer in Form von Radstreifen und Querungshilfen verbessert?", wollte ein Bürger, der sich einen durchgezogenen Radweg wünscht, wissen. Momentan sei Radfahren zu gefährlich für Kinder. "Sollte der Radweg durchgängig gestaltet werden, müssten die Querungshilfen entfallen.

Die Stadtverwaltung beantwortet die Fragen der Bürger

Im Zusammenhang mit der Innenstadtumgestaltung könnte könnte auch die Augsburger Straße mit in die Überlegungen einbezogen werden", antwortete ihm die Verwaltung. Zudem sei ein Nahmobilitätskonzept für das kommende Jahr geplant. Darin solle unter anderem geprüft werden, wie die Radwegeführung geändert werden könne und etwaige Neubaumaßnahmen angestoßen werden.

Zudem gab die Verwaltung im Video bekannt, dass die Stelle eines "Klimamanangers" ausgeschrieben worden sei, der die Klimaschutzbemühungen der Stadt koordinieren soll. Eine Frage nach einem Tempolimit von 30 Stundenkilometern in der Wertinger Straße wurde ebenfalls verneint. Das sei nicht erlaubt, weil es sich um eine innerörtliche Vorfahrtstraße handle. Ausnahmen seien nur bei einer außerordentlichen Gefahrenlage und bei Kitas oder Schulen im Bereich der Straße gemacht werden. Das sei beides nicht möglich.

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