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Meitingen

03.10.2019

Wie Lesepaten die Kinder in Meitingen unterstützen

Mittlerweile zählen 13 Lesepaten zum Team in der Meitinger Grundschule: (hinten von links) Erika Reuß, Edith Liepert. Anton Lukasch, Elke Schwägerl, Gisela Reitz, Renate Unger, Hans Georg Füller sowie (vorne von links) Maria Filz, Hildegard Füller, Hildegard Hein, Margot Havel, Hedwig Mehrhof. Zur Gruppe gehört auch Lesepatin Hannelore Buhl.
Bild: Havel

An der Meitinger Grundschule sind 13 ehrenamtliche Helfer im Einsatz. Welche Voraussetzungen für die Freiwilligen in der Arbeit mit den Kindern notwendig sind.

Luis freut sich. Heute soll er dran sein. Seine Klassenlehrerin hat bereits angekündigt, dass der Drittklässler heute zu den Lesepaten darf, die jeden Dienstag zur Deutschstunde in seine Klasse kommen. Und dann ist es soweit. Es stehen circa 15 Minuten zur Verfügung. Zeit, in der sich ein Lesepate nur um Luis kümmert.

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Das Lese-Thema heute: das Wattenmeer. Langsam beginnt Luis Wort für Wort zu formulieren: „Ebbe und Flut. Am Meer ändert sich der Wasserstand in regelmäßigen Abständen...“ Hat Luis den Begriff eines Wortes nicht verstanden, bekommt er Unterstützung. Zudem geht es den Lesepaten nach der Leseeinheit auch darum, über den Text zu sprechen, schließlich soll auch der Inhalt verstanden werden. Während Luis sich noch mit dem Wattenmeer beschäftigt, darf seine Klassenkameradin Maria darüber entscheiden, welche Sätze Sinn oder Unsinn sind.

Bei dieser Übung stehen immer drei Beispielsätze zur Auswahl, wie zum Beispiel: (1) Pass doch bitte ab. (2) Pass doch bitte auf. (3) Pass doch bitte um. Schnell hat Mia erfasst, dass der zweite Satz richtig ist. Und schon steht sie vor dem nächsten Rätsel...

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Szenen wie diese werden sich in Kürze wieder öfter in der Meitinger Grundschule abspielen, denn ab Oktober wird dort wieder die Gruppe der Lesepaten ehrenamtlich im Einsatz sein. Margot Havel, die Initiatorin des Konzepts, marschierte erstmals im Mai 2014 in die Grundschule. Das Konzept für die Lesepaten hatte Margot Havel mit Hilfe des Seniorenbüros im Rahmen der Weiterbildung zum senior Trainer erarbeitet.

Jeder Lesepate muss polizeiliches Führungszeugnis vorlegen

Die Lesepaten arbeiten ehrenamtlich und unterliegen der Schweigepflicht. Jeder Lesepate musste vor „Dienstbeginn“ ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen.

Von anfangs zwei ist die Schar der Lesepaten nun auf elf Patinnen und zwei Paten angewachsen, erklärt Margot Havel. Diese sind zwischen 60 und 70 Jahre alt. „Wer geduldig ist, gerne mit Kindern umgeht, gut Deutsch spricht und schreibt, ist bei uns richtig“, betonte Margot Havel.

Jeder Lesepate hat ein oder zwei Vormittage, an denen er in die Grundschule geht und jeweils zehn bis 15 Minuten zusätzlich zum regulären Schulbetrieb die Leseförderung anbietet. Der Inhalt ist von der Klassenstufe abhängig. „Mit den Erstklässlern setzen wir Buchstaben zu Worten zusammen, bei den Viertklässlern geht es beispielsweise darum, Texte nachzuerzählen“, erklärt Margot Havel. Diese zehn bis 15 Minuten an „Extra-Zeit“ erhalten nicht nur Kinder, die Schwächen in Deutsch haben. An der Meitinger Grundschule wird dieses zusätzliche Angebot allen Kindern zuteil. Zwar legen die Lesepaten ihr Augenmerk auf die Leseförderung, doch de facto haben sich auch ihre Aufgaben mit den Jahren deutlich erweitert. „Wir rechnen, studieren Theaterstücke ein, basteln und greifen ganz flexibel das auf, was Thema im Unterricht ist - sogar englische Vokabeln“, erklärt Margot Havel. Mittlerweile bilden die Lesepaten einen Teil des Grundschulteams.

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