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Theater

26.10.2018

Wie Liebe im Zeitalter des Klimawandels aussieht

Jeder ist nur noch für sich: Auch der Umgang mit dem Handy wurde in dem Stück thematisiert.
Bild: Peter Stöhr

Spielerisch bringen Montessori-Schüler in Dinkelscherben das Thema Umweltschutz auf die Bühne. Auch einige Zuschauer der Aufführung werden dabei zu Mitwirkenden

Sind die Jugendlichen mit der Welt, wie sie jetzt ist, eigentlich zufrieden? Diese Frage hat der Theaterkünstler Volker Stöhr einer Gruppe von Zwölf- bis 15-Jährigen der Montessorischule Dinkelscherben gestellt. Die Antwort war ein klares „Nein“. Daraus entwickelte sich ein Improvisationstheaterstück von und für Schüler.

Nach der letzten Probe wollte Volker Stöhr, der Leiter des Theaterpädagogischen Zentrums (TPZ) des Jungen Theaters Augsburg, wissen, wie es den jungen Schauspielern ergangen ist. „Auf der Bühne vergeht die Zeit wie im Flug und plötzlich hat man die volle Aufmerksamkeit von allen im Saal“, sagte eine Schülerin. Auch von vergessenen Textzeilen, Lampenfieber und einem kaum zu unterdrückenden Lachbedürfnis war die Rede. Doch das Lampenfieber hatte sich gelohnt.

Als der Vorhang für das Stück „Liebe in Zeiten des Klimawandels“ gefallen war, gab es reichlich Beifall für die Darsteller. Auch das Publikum zeigte vollen Körpereinsatz: In einer Szene erkannte ein Waldbesitzer erst dann den Wert der Bäume als der letzte gefällt war. Glücklicherweise gab es unter den Zuschauern ausreichend Freiwillige, die als Baumstatisten fungierten.

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Als Grundlage für das Stück dienen 13 Liebesbriefe, die in einem verlassenen Haus im Jahr 2036 gefunden werden. Die Szenen wechselten zwischen Zukunft (das Jahr 2036) und Gegenwart (2018), und gelangten rasch in den Kopf und die Herzen der Zuschauer. Teils lustig, teils bedrückend war die Stimmung bei den Darstellungen und Erzählungen, was in der Zukunft als Folgen der Umweltschäden zu erwarten ist.

Das Stück wurde zwischenzeitlich auch weiteren Schulklassen vorgespielt. „Es spricht junge Leute an, denn es kommt aus ihrer Welt und trifft auf ihre Bedürfnisse“, sagt Stöhr. Der Theaterkünstler, der stolz auf seine Schauspieler war, hat einen besonderen Tipp für seine jungen Kollegen: „Wenn Ihr auf der Bühne das Lachen kaum noch unterdrücken könnt, drückt fest mit der Zunge gegen den Gaumen, dann kriegt ihr das in den Griff.“

Das Projekt wurde vom Klimaschutz-Team des Landratsamts Augsburg initiiert. Der Landkreis trägt die Kosten. Ziel der fünf Klimaschutzprojekte für Grund- und Mittelschulen im Landkreis Augsburg ist es, dass sich Kinder und Jugendliche mit komplexen Themen auseinandersetzen und Zusammenhänge verstehen lernen. Dabei wird Bekanntes kritisch hinterfragt und aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Außerdem werden die Schüler dazu aufgefordert, selbst aktiv zu werden und ihr Handeln zukunftsorientiert und sozial zu überdenken. (AL)

Wer sich für weitere Projekte der Umweltstation Augsburg, Dr.-Ziegenspeck-Weg 10, interessiert, kann dazu telefonisch Informationen unter der Rufnummer 0821/324-6084 bekommen.

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