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Meitingen

27.01.2015

Wie Senioren lernen, was ein Trojaner ist

PC-Training für Senioren in Meitingen: Josef Schönberger (rechts) nimmt sich Zeit, wenn Liesel Spitz die Technik nicht gleich in den Griff bekommt.

In einem Realschulkeller haben sich schon Hunderte Senioren mit Computern vertraut gemacht.

Elektronische Post und Schnäppchenjagd im Internet sind längst nicht mehr nur der Jugend vorbehalten. Auch die älteren Semester, die nicht so selbstverständlich in die Computergesellschaft hineingewachsen sind wie ihre Enkel, finden sich mit etwas Hilfe in der virtuellen Welt zurecht und haben Spaß an Textverarbeitung, Bildbearbeitung und Co.

Bruno Kratzer weiß das. Seit 2001 organisiert er in Meitingen PC-Unterstützung für Senioren und hat mit seinem Trainerteam – bestehend aus Technikprofi Josef Schönberger und den Anwendertrainern Ernst Kukula und Rudolf Scheinkönig – wohl schon einigen Hundert Anfängern an der Computertastatur auf die Sprünge geholfen.

Jeden Donnerstagnachmittag zwischen November und Februar surren die PC an den 18 Arbeitsplätzen des Computerraums der Dr.-Max-Josef-Metzger-Realschule. Doch rauchen dort zwischen 14 und 15.30 Uhr zur Abwechslung keine Teenagerköpfe, sondern es konzentrieren sich in Ehren ergraute Herrschaften auf Betriebssystem, Dateien und Menüs. Ohne die „absolut großartige“ Unterstützung der Schulleitung wäre das nicht möglich, lobt Bruno Kratzer die Hausherren ausdrücklich.

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„Bei den Interessen der Teilnehmer steht die Textverarbeitung ganz oben auf der Wunschliste, gleich danach rangiert die Kommunikation mit E-Mail und die Bildbearbeitung“, zählt Josef Schönberger die gefragtesten Lerninhalte auf. Geduldig gehen die Trainer, die durchweg selbst Autodidakten am Computer sind, auf alle Fragen ein und werden auch bei der zehnten Wiederholung nicht ungeduldig.

Denn Ungeduld schreckt ab. „Das ist oft das Hauptproblem, das unsere Teilnehmer mit der Anleitung durch junge Leute haben“, erzählt Kratzer von den Erfahrungen der Senioren. „Kinder, Enkel, Nichten oder Neffen richten das System zwar ein und bringen den Rechner ins Internet, doch wenn es ans Lernen der Anwendungen geht, geht es der Jugend, für die der Rechner so selbstverständlich ist wie Fernsehen, oft nicht schnell genug.“ Alle Zeit der Welt haben die Computer-Neulinge bei ihren Altersgenossen, um ungewohnte Bewegungen mit der Maus zu üben, oder die Logik von Dateistrukturen zu entdecken.

Deshalb gibt es auch keinen Kurs mit festen Lerninhalten, sondern Übungstage, bei denen nach eigenem Tempo so lange herumprobiert werden kann, bis das Thema „sitzt“. Für Liesel Spitz aus Nordendorf ist es genau das, was sie braucht, um sich mit der modernen Technik anzufreunden.

Sie ist schon zum zweiten Mal dabei und kann inzwischen schon ganz gut Fotos an Freunde schicken, und auch mit der elektronischen Post kommt sie klar. Gerade lernt sie, wie Dateien auf dem Rechner so abgelegt werden, dass sie später auch leicht wieder zu finden sind. „Ich möchte mich noch sicherer fühlen im Umgang mit dem Rechner, sagt die 68-Jährige.

Auch bei der Auswahl von Rechner und Programmen sind die Senioren-Trainer gerne behilflich, führen ihre Schützlinge durch das Labyrinth von Betriebssystemen und Anwendungen und helfen ihnen beim Erkennen bösartiger Würmer und Trojaner, die den Rechner lahmlegen können.

Interesse? Donnerstagnachmittags im Untergeschoss der Realschule auf Zimmer drei.

Informationen und Bilder zum Programm im Internet unter

www.pc-senioren-meitingen.de

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